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"Verkaufe Emails": Spam-Mails verunsichern Internetnutzer

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Spam-Mails werden Millionen von E-Mail-Adressen zum Kauf angeboten.
  • Unklar ist, ob der Verfasser nur Geld machen will oder tatsächlich über die Adressen verfügt.
  • Um zu verhindern, dass Ihre Adresse zum Verkauf angeboten wird, gehen Sie sorgsam mit Ihren Daten um.
Screenshot einer E-Mail, in der E-Mail-Adressen zum Kauf angeboten werden
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Nachrichten, die mit "Hallo, Ich verkaufe Emails!" anfangen, tauchen gerade wieder vermehrt auf. Das gab es vor Jahren schon einige Male. In den Nachrichten werden fünf beliebte E-Mail-Dienste aufgelistet und die Anzahl der davon angeblich verfügbaren Adressen. "Von bester Qualität" sollen die sein und aktiv genutzt werden. Bezahlt werden soll zum Beispiel mit der virtuellen Währung Bitcoin.

Will sich hier jemand wichtig machen oder ist das ein Hinweis darauf, dass möglicherweise die eigene E-Mail-Adresse in einem Paket mit Millionen anderen von einem Datenhändler zum Verkauf angeboten wird? Eindeutig beantworten lässt sich diese Frage nicht. Doch von einer Kontaktaufnahme zum vermeintlichen Verkäufer raten wir ausdrücklich ab! Denn dadurch zeigen Sie dem Absender, dass Ihre Adresse korrekt ist und genutzt wird. Sie könnte dann ebenfalls im Datenpool landen und angeboten werden. Eine Folge davon könnten noch mehr Spam-Mails sein.

Um herauszufinden, ob Ihre Login-Daten bei verschiedenen Internet-Diensten von Hackern erbeutet wurden, können Sie kostenlose Datenbanken nutzen. Sie werden zum Beispiel vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Hasso-Plattner-Institut angeboten. Bei uns finden Sie darüber hinaus Tipps zur Vorbeugung gegen Spam.

Die Person, zu der Kontakt aufgenommen werden soll, ist oft nicht der Absender, von dem Sie die E-Mail tatsächlich bekommen haben. Auch dafür wurde meist schon eine offenbar gekaperte Adresse missbraucht. Oder der angezeigte Absender-Name wurde manipuliert. Haben Sie so eine E-Mail von einem Bekannten erhalten, sollten Sie ihn auf anderem Wege (z.B. per Anruf) darüber informieren. Es kann sein, dass sein E-Mail-Konto geknackt wurde und jetzt für Spam missbraucht wird. Möglich wird das zum Beispiel durch Viren. Der Betroffene sollte also seine Computer, Smartphones und Tablets mit einem aktuellen Virenscanner prüfen und seine Passwörter ändern.

Das Verkaufen fremder E-Mail-Adressen ist übrigens illegal – außer, die Besitzer haben dem zugestimmt. Möglich ist aber auch, dass der eigentliche Absender der Nachricht die Daten gar nicht hat und lediglich Geld abzocken will, ohne die angebotene Ware zu liefern. Sie sollten eine Nachricht mit so einem Angebot jedenfalls ignorieren und löschen.