Google Android: "Neue Funktionen zum Datenschutz bei Anzeigen"

Stand:
Wer ein Smartphone oder Tablet mit Android nutzt, bekommt in diesen Tagen eine Info von Google. Das Betriebssystem bietet neue Möglichkeiten, mit denen die Auswahl von Werbeanzeigen beeinflusst werden können.
Android-Smartphone liegt auf einem Tisch und zeigt die Nachricht: Neue Funktionen zum Datenschutz bei Anzeigen verfügbar

Das Wichtigste in Kürze:

  • Google ermöglicht es nun, App-übergreifendes Werbetracking in Android individueller einzuschränken.
  • Sie können wie bisher schon verbieten, dass Ihr Nutzungsverhalten in Apps zur Auswahl von Werbeanzeigen verwendet wird. Neu ist zum Beispiel, dass Sie dies wahlweise nur für einzelne Apps verbieten können.
  • Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Android zu verbieten, Ihnen Interessen anhand Ihrer App-Nutzung zuzuweisen.
On

Wenn Sie Android verwenden und oben in der Statusleiste Ihres Smartphones oder Tablets ein eingekreistes "i" angezeigt bekommen, sollten Sie sich die Nachricht ansehen. Es ist vermutlich die Info von Google über "neue Funktionen zum Datenschutz bei Anzeigen". Damit können Sie festlegen, ob Informationen über Ihre Nutzung bestimmter Apps künftig zur Auswahl von Werbung verwendet werden dürfen. Neu ist jetzt, dass Sie dies nicht nur grundsätzlich verbieten oder erlauben können, sondern für einzelne Apps.

Am Ende der Google-Nachricht können Sie auf Ok oder Datenschutzeinstellungen tippen. Falls Sie die Nachricht mit Ok weggeklickt haben, kommen Sie auch später über die Einstellungen dorthin. Den genauen Weg zeigen wir in diesem Artikel.

Wenn Sie auf Datenschutzeinstellungen tippen, können Sie folgende Dinge festlegen:

Werbevorschläge von Apps

Google erklärt anschaulich, was passiert, wenn Sie die Einstellung "Von Apps vorgeschlagene Werbung erlauben" aktivieren: "Wenn du zum Beispiel eine App zum Marathontraining nutzt, könnte daraus geschlossen werden, dass du an Laufschuhen interessiert bist. Wenn du dann später eine andere App verwendest, kann dir dort unter Umständen Werbung für Laufschuhe angezeigt werden, die von der ersten App vorgeschlagen wurde." Wenn Sie das nicht möchten, schalten Sie die Option ab:

Screenshot der Android-Einstellung "Von Apps vorgeschlagene Werbung erlauben" mit Schieberegler auf "aus".

Analyse von Werbung

Wer Werbung schaltet, möchte oft auch etwas über deren Erfolg wissen. Interessant sind zum Beispiel Infos darüber, wann die Werbung besonders oft angezeigt wurde und auf welchen Geräten, wie alt die Menschen sind, die die Anzeige gesehen haben und wo sie wohnen. Und auch wie oft die Werbung angetippt wurde, um Interessierte zum Beispiel in einen Online-Shop zu führen, ist eine wichtige Info für Firmen. Google stellt solche Daten bereit, aber nach eigener Aussage ohne dass Werbende die einzelnen Nutzer:innen identifizieren können.

Dennoch können Sie es verbieten, dass Google die Analysedaten an die Werbeindustrie weitergibt, indem Sie die "Analyse von Werbung erlauben" abschalten:

Screenshot der Android-Einstellung "Analyse von Werbung erlauben" mit Schieberegler auf "aus".

Werbethemen

Neu ist auch, was in der anschließenden Nachricht von Google angeboten wird: "Weitere Funktion zum Datenschutz bei Anzeigen aktivieren". Am Ende der Erklärung können Sie zwischen Nein danke und Aktivieren wählen. Wenn Sie die Möglichkeit aktivieren, geschieht folgendes:

Anhand Ihrer installierten Apps stellt Android Themen zusammen, die Sie mutmaßlich interessieren. Verwenden Sie zum Beispiel Apps von Online-Shops für Bekleidung, könnten Sie auf Ihrem Gerät mehr Modeanzeigen sehen als andere Menschen. Apps können somit Ihre Vorlieben erfahren, um entsprechende Werbeanzeigen auszuwählen. Aber die können damit keine Rückschlüsse daraus ziehen, welche anderen konkreten Apps Sie verwenden. Möchten Sie aber auch keine Werbeanzeigen auf Grundlage Ihrer allgemeinen Interessen sehen, tippen Sie auf den Button Nein danke.

Datenschutz: Nicht mehr, aber anders

Grundsätzlich begrüßen wir jeden Schritt hin zu mehr Möglichkeiten für Verbraucher:innen, ihre Privatsphäre zu schützen. Mit Googles Neuerungen sollte aber nicht der Eindruck entstehen, dass sie mehr Datenschutz bieten als die bisherigen Funktionen. Denn personalisierte Werbung ließ sich schon vorher einschränken – zum Beispiel über das Löschen der Werbe-ID. Die neuen Möglichkeiten erlauben es Ihnen jetzt, differenziertere Entscheidungen für unterschiedliche Apps zu treffen.

Gänzlich sicher vor Tracking sind Sie allerdings auch mit den neuen Optionen nicht. Google erklärt an mehreren Stellen, Daten nicht an andere Apps oder Werbetreibende zu geben, wenn Sie die oben genannten Möglichkeiten auf Ihrem Gerät abschalten. Das bedeutet aber nicht, dass die Daten gar nicht von Google gesammelt werden. Um das zu erreichen, gibt es – soweit wir bisher feststellen konnten – keine Möglichkeiten.

Außerdem finden wir es kritisch, dass zumindest zwei der drei neuen Optionen standardmäßig aktiviert sind und einzeln abgeschaltet werden müssen. Standardmäßig sollte das Tracking ausgeschaltet sein (privacy by default). Auch ein Button, um in den Werbeeinstellungen alle Möglichkeiten abzulehnen, würde den Prozess einfacher machen.

Unser Rat: Wenn Daten über Ihr Nutzungsverhalten nicht zur Auswahl von Werbeanzeigen verwendet werden sollen, schalten Sie die oben genannten Möglichkeiten aus. Sofern vorhanden, sollten Sie auch die Werbe-ID auf Ihrem Android-Gerät löschen. Eine entsprechende Anleitung finden Sie unten verlinkt.

Ratgeber-Tipps

Ratgeber Photovoltaik
Wer ein Stück weit unabhängig von den Preiskapriolen der Energieversorger werden will, kümmert sich um die Anschaffung…
Handbuch Pflege
Als pflegebedürftig gelten Menschen, die wegen einer Krankheit oder Behinderung für mindestens sechs Monate Hilfe im…
Eine Frau blickt auf eine digitale Anzeige.

Ihre Daten bei Facebook und Instagram für KI: So widersprechen Sie

Facebook und Instagram informieren über Änderungen ihrer Richtlinien. Was Sie dort posten soll als Trainingsmaterial für Metas KI-Generatoren verwendet werden. Möchten Sie das nicht, können Sie widersprechen. Die Verbraucherzentrale NRW hat Meta deshalb abgemahnt.
Ein Gesundheitsgerät neben dem Wort Aufruf in einem Ausrufezeichen.

Healy: Keine wissenschaftliche Evidenz für Gesundheitsversprechen

Bei den Verbraucherzentralen haben sich in den letzten Monaten die Beschwerden über das Produkt "Healy" gehäuft, weil selbstständige Verkäufer:innen behaupten, das Produkt würde etwa bei Multipler Sklerose, Depressionen, ADHS oder Hauterkrankungen helfen. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil dazu.
Widerruf und Kontaktaufnahme sind nicht möglich

Neue Masche von 1N Telecom: DSL-Vertrag nach Teilnahme an Gewinnspiel

Mit einem gefälschten Online-Gewinnspiel von Aldi lockt das Unternehmen ZooLoo Verbraucher:innen in einen DSL-Vertrag mit der 1N Telecom. Wer teilnimmt, gelangt dann zu einer Auftragsbestätigung für einen Telefontarif des Düsseldorfer Unternehmens. Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt.