Falsche Lieferfristen genannt: Online-Händler Otto und Gravis verklagt

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Online-Shops müssen Lieferzeiten für Produkte klar benennen und einhalten. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW zeigt, dass 33 Prozent der Bestellungen zu spät kamen. Gegen einige Anbieter geht die Verbraucherzentrale rechtlich vor.

Kleines Paket mit Aufschrift "Online Shopping" auf Laptop-Tastatur
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Verbraucher:innen berichten immer wieder über die fehlerhafte Angabe von Lieferzeiten. Die Bestellungen kommen entweder verspätet oder schlimmstenfalls gar nicht an. Eine aktuelle, nicht repräsentative Online-Umfrage hat diesen Trend bestätigt. Danach sind zwar nur bei vier Prozent der Bestellungen von den Anbietern keine Lieferfristen genannt worden. Doch 33 Prozent – und damit ein Drittel der Lieferungen – kamen verspätet oder bislang noch gar nicht bei den Kund:innen an.

Deshalb haben wir bereits elf Abmahnungen gegen Unternehmen ausgesprochen, die aus unserer Sicht keine korrekten Lieferfristen angeben und damit klar gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen. Sieben dieser Unternehmen haben inzwischen eine Unterlassungserklärung abgegeben und sich damit zur Konkretisierung ihrer Lieferzeitangaben verpflichtet, von zwei Firmen steht die Antwort noch aus. Die Otto GmbH & Co. KG und die GRAVIS Computervertriebsgesellschaft mbH waren nicht bereit, innerhalb der Frist eine Unterlassungserklärung abzugeben. Wir haben daher gegen die Versandhändler gerichtliche Verfahren eingeleitet.

An der öffentlichen Umfrage auf unserer Internetseite haben sich 188 Personen zwischen dem 29. April und dem 11. Mai 2021 beteiligt. Sie ist nicht repräsentativ. Ergebnisse:
Tortendiagramm Lieferzeit: 62% eingehalten, 33% nicht eingehalten, 5% keine Angabe

Balkendiagramm Auffällige Branchen, Lieferzeit nicht eingehalten: Elektronik 26%, Möbel 16%, Kleidung 15%

Liefertermin wird nicht eingehalten – was kann ich tun?

Wird der vom Online-Shop genannte Termin nicht eingehalten, setzen Sie eine angemessene Frist zur Nachlieferung. Angemessen ist eine Frist, die sich am ursprünglichen Lieferzeitraum orientiert. Wurden ursprünglich bis zu vier Tage Lieferzeit angegeben, können Sie eine Nachlieferfrist von zwei Tagen setzen.

Liefert der Händler auch innerhalb der Nachfrist nicht, können Sie vom Vertrag zurücktreten. Das gilt auch, wenn der Paketdienst für die Verspätung verantwortlich sein sollte. Nachträgliche Veränderungen der Lieferfrist aufgrund möglicher Lieferschwierigkeiten der Händler müssen Sie nicht akzeptieren.