Menü

FAQ Schadstoffe: Schädlingsbekämpfungsmittel/ Biozide

Off
Eichenprozessionsspinner

In meinem Garten sind Nester des Eichenprozessionsspinners? Wie soll ich mich jetzt verhalten? (09.07.2019)

Die Raupen des Eichprozessionsspinner bilden Brennhaare aus, die Nesselgift enthalten. Nach dem Kontakt der Brennhaare mit der Haut können Rötungen mit einem bis zu einigen Tage anhaltenden, teilweise starken Juckreiz auftreten. Seltener kommt es zu Reizungen der Atemwege und der Augen. Bruchstücke der Brennhaare können auch aus verlassenen Nestern oder über die Luft auf die Haut gelangen. Bei ausgeprägten Symptomen sollten Sie zum Arzt gehen.

Sperren Sie befallene Bäume großräumig und berühren Sie die Raupen und Gespinste nicht. Sollte Sie in Kontakt mit den Brennhaaren gekommen sein, wechseln Sie schnellstmöglich die Kleidung, duschen Sie und waschen Sie auch Ihre Haare.

Bitte informieren Sie das Ordnungsamt Ihrer Kommune über den Befall, damit die Kommune die befallene Stelle kartieren kann. Ggf. können Sie von der Kommune auch erfahren, welche Maßnahmen in Ihrem Umkreis sie selbst schon unternimmt, um dem Befall zu begegnen.

Wegen der gesundheitlichen Belastung durch die Brennhaare der Raupen sollten Sie mit der  Bekämpfung des Eichprozessionsspinners bei einem größeren Befall Profis beauftragen. Befallene Bäume sollten Sie großflächig absperren und den Kontakt meiden. Bei starkem Befall empfiehlt es sich, einen Baumpfleger oder professionelle Schädlingsbekämpfer des Vereins für ökologische Schädlingsbekämpfung e.V. oder des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes e.V. mit der Beseitigung der Raupen zu beauftragen. Versuchen Sie nicht, selbst die Raupen zu entfernen, da Sie besondere Schutzkleidung benötigen und die Raupen sicher entsorgt werden müssen.

Quellen:

Motten

In meiner Küche entdecke ich täglich einige Motten. Was kann ich dagegen tun? (27.06.2019)

Lebensmittelmotten, wie Mehlmotten oder Dörrobstmotten, können Lebensmittelvorräte befallen. Häufig werden die silbrig-grauen Insekten schon mit dem Einkauf nach Hause gebracht. Manchmal kommen sie aber auch einfach zum Fenster herein geflogen. Sie ernähren sich von Mehl, Getreideprodukten, Backwaren, Nüssen, Mandeln, Hülsenfrüchten, Schokolade oder Tiertrockenfutter. Gegen Motten sollten Sie etwas unternehmen, denn der Verzehr befallener Lebensmittel kann zu Allergien Haut- oder Magen-Darm Erkrankungen  führen. 

Motten bekämpfen

Als erstes sollten Sie Ihre Lebensmittelvorräte sorgfältig prüfen. Mottenbefall wird häufig als Gespinst sichtbar. Befallene Lebensmittel sollten Sie direkt aus der Wohnung entfernen und in der Mülltonne entsorgen. Lebensmittel, vor allem bereits angebrochene Packungen, sollten Sie in immer dicht schließenden Gefäßen aufbewahren, z. B. in Gläsern mit Bügelverschluss und Gummiring. Durch Pappe und Papier fressen sich Lebensmittelmotten mühelos durch, daher sollten Sie damit verpackte Lebensmittel ebenfalls in dicht schließende Glas-, Kunststoff- oder Keramikbehälter umfüllen. Die Vorratsschänke müssen bei Befall sorgfältig gereinigt werden. Auch die Ritzen von Regalböden oder Bohrlöcher sollten Sie absaugen.

Lebensmittelmotten können auch mit Schlupfwespen (Trichogramma evanescens) bekämpft werden. Sie können diese im Internet oder in Baumärkten als Kärtchen mit Schlupfwespeneiern erwerben. Die Kärtchen werden in die Vorratsschränke gelegt und über einen Zeitraum von ca. 10 Wochen 3 bis 4 Mal erneuert. Schlupfwespen sind weniger als einen halben Zentimeter groß. Sie legen ihre Eier in die Motteneier, die daraufhin absterben. Wenn keine Motteneier mehr für die Eiablage der Schlupfwespen vorhanden sind, verschwinden automatisch auch die völlig unschädlichen Nützlinge. 

Klebefallen mit Pheromonen (Sexuallockstoffen) locken nur die männlichen Motten an und können unterstützend eingesetzt werden, aber einen vorhandenen Befall nicht beseitigen. Klebefallen in Vorratsschränken können allerdings generell helfen, einen Schädlingsbefall sichtbar zu machen.
Insektengifte belasten die Innenraumluft und sind nicht nur für Insekten gefährlich, sondern können auch Menschen und Haustiere schädigen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie in die gelagerten Lebensmittel gelangen. Wer darauf verzichtet, schützt sich und seine Umwelt.

Lebensmittelmotten vorbeugen

Halten Sie ihre Vorräte übersichtlich und lagern Sie nicht Zuviel. In durchsichtigen Glasgefäßen sind Motten, Gespinste und Larven schneller sichtbar. Neu angeschaffte Lebensmittel sollten auf Befall kontrolliert werden, bevor sie in den Schrank oder das Regal wandern, wo die Motten auf andere Vorräte übergreifen können. Löcher in der Verpackung können ein Hinweis auf Mottenbefall sein.
Insektennetze an den Fenstern verhindern, dass Insekten in die Küche gelangen.

Bei hartnäckigem oder wiederkehrendem Befall sollten Sie sich an einen professionellen Schädlingsbekämpfer wenden, beispielsweise an ein Mitglied des Vereins für ökologische Schädlingsbekämpfung  e.V. oder des Deutschen Schädlingsbekämpfer Verbandes e.V. 

Quellen:

Rasenunkrautvernichter

Wir sind Mieter einer Erdgeschosswohnung mit Garten und sind auch für das Rasenmähen zuständig.  Seit letztem Jahr hat sich stellenweise Sauerklee im Rasen verbreitet. Diesen bekämpft der Vermieter mit den Unkrautvernichtungsmitteln "Loredo Quattro Universal-Rasenunkrautfrei" und "Celaflor Rasen-Unkrautfrei Weedex". Im vergangenen Jahr wurde 5 mal der Rasen besprüht , dieses Jahr bereits 3 mal. Wir haben jetzt ein 5 Wochen altes Baby und einen Hund. Daher habe ich große Sorge um die Gesundheit meiner Familie. Der Vermieter hat kein Verständnis hierfür und macht immer weiter. Wir können nach dem Sprühen die Terrasse mindestens 5 Tage nicht nutzen und auch nicht lüften, dader Geruch nach Chemie zu stark ist. Was können wir tun? (21.07.2019)

Die genannten Rasenunkrautvernichter sind leider noch bis zum Jahresende in Deutschland zugelassen - auch für die Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich. Sollte die Zulassung nicht verlängert werden, dürfen die Produkte nach dem 31.12.2019 nicht mehr angewendet werden. Hier können Sie prüfen, ob ein Pflanzenschutzmittel zugelassen ist und für welche Einsatzbereiche es angewendet werden darf.

Sie könnten dem Vermieter anbieten, den Klee zu jäten und Rasen nachzusäen, wenn er  dann auf die Unkrautvernichter verzichtet. Vielleicht schreckt ihn auch ab, dass die  Wirkstoffe als vermutlich krebserzeugend beim Menschen eingestuft wurden.

Bei den enthaltenen Wirkstoffen Mecoprop, Dicamba, MCPA und 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure handelt es sich um Chlorophenoxy-Herbizide. 
Ihre Sorge um die Gesundheit Ihrer Familie ist berechtigt. Eine Aufnahme über die Haut ist nicht ausgeschlossen. Die International Agency for Research on Cancer (IARC) stufte 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure und Chlorophenoxy-Herbizide als möglicherweise krebserregend beim Menschen ein. Trotzdem wurden die Wirkstoffe mit Ausnahme von Mecoprop in der EU zugelassen.

Wenn Sie einen Fall von Abdrift oder Fehlanwendungen von Pflanzenschutzmitteln melden möchten, finden Sie in den Amtlichen Auskunftsstellen für Pflanzenschutz der Länder die zuständigen Ansprechpartner. Für NRW ist der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die zuständige Stelle:

Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Gartenstraße 11
50765 Köln-Auweiler
Tel.: 0221 5340-401
Fax: 0221 5340-402
E-Mail: pflanzenschutzdienst@lwk.nrw.de

Außerdem erfasst das Pestizid Aktionsnetzwerk solche Fälle.

Quellen: 

Silberfischchen

Wie kann ich Silberfische in der Wohnung loswerden? (07.06.2019)

Silberfische lieben Wärme und Feuchtigkeit. Ihr Auftreten ist häufig ein Hinweis auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder bereits vorhandene Feuchteschäden. Sie sind „harmlose“ Hausgäste und übertragen keine Krankheiten. Sie ernähren sich von Hausstaubmilben, Haaren und Schuppen. Selten fressen sie auch Papier oder Bücher an, da sie Zellulose verdauen können.

Hausmittel gegen Silberfische

Silberfische mögen Zucker und Stärke, daher lassen sie sich mit aufgeschnittenen Kartoffeln oder einer mit Honig bestrichenem Stück Zeitung anlocken. Am besten geben Sie den Köder in eine offene Plastiktüte und legen diese an einen dunklen Ort z. B. unter den Badezimmerschrank. Die gefangenen Silberfische können Sie dann im Freien entsorgen. Alternativ gibt es fertige Köderdosen im Handel, die unter Umständen giftige Chemikalien enthalten.

Was Sie gegen Silberfische sonst noch tun können 

Weil Silberfischchen eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben, sollten Sie regelmäßig lüften und besonders in Bad und Küche nach dem Duschen oder Kochen sofort das Fenster weit öffnen. Auf diese Weise beugen Sie gleichzeitig Schimmelschäden vor. Ritzen und Fußleisten sind beliebte Verstecke für Silberfische, daher sollten Sie diese am besten abdichten oder regelmäßig absaugen. Im Bad sollten Sie kochendes Wasser in die Abflüsse gießen und nachts die Abflüsse mit Stopfen verschließen.

Wespennest im Garten

In unserem Gartenschuppen haben sich Wespen eingenistet, die sehr lästig sind, wenn wir im Garten Essen möchten. Welches Mittel empfehlen Sie? (09.07.2019)

Um die Insekten vom Esstisch fernzuhalten, können Sie in einem feuerfesten Gefäß Kaffeebohnen anzünden oder mit Nelken gespickte Zitronen auslegen. Oft hilft es auch, in der Nähe eine für Wespen attraktive Nahrungsquelle (ein Stückchen Fleisch oder etwas Honig) aufzustellen, um sie vom Esstisch abzulenken. Auf jeden Fall sollten Sie alle Speisen und Getränke abdecken, wenn Sie im Garten essen. Ein chemisches Wespenbekämpfungsmittel können wir Ihnen nicht empfehlen. Auch wenn Wespen lästig werden können, vertilgen sie andererseits jede Menge andere unbeliebte Insekten wie beispielsweise Stechmücken.

Wespen stehen in Deutschland unter Naturschutz. Gemäß § 39  Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Lebensstätten zu zerstören. Lästig werden eigentlich nur zwei Arten von Wespen: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Einige Wespenarten stehen sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz können mit Bußgeldern geahndet werden.

Es gibt Gründe, die eine Umsiedlung eines Wespennestes rechtfertigen, z. B. wenn Sie allergisch gegen Wespenstiche sind oder sich regelmäßig kleine Kinder im Garten aufhalten. In solchen Fällen können Sie sich von lokalen Imkervereinen oder auch der Feuerwehr beraten lassen.

Quellen:

Ihr Anliegen zum Thema Schadstoffe ist noch nicht dabei? Stellen Sie uns Ihre Frage!

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfragen den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Veröffentlichung wiedergibt.

 

Zur Übersichtsseite "FAQ Schadstoffe: Sie fragen, wir antworten"