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FAQ Schadstoffe: Möbel & Inventar

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Hartöl für Holzmöbel und -böden

Ich möchte Weichholzmöbel und einen Holzboden ölen. Gibt es unbedenkliche Holzöle und woran kann ich diese erkennen? (07.06.2019)

Holzöle haben oft ein Ökoimage, so dass man nicht unbedingt mit Schadstoffen wie Lösemitteln und krebserregenden Oximen rechnet. Doch sogar Öle aus dem Biobaumarkt können Probleme bereiten, da sie als Lösemittel gerne Zitrusterpene enthalten, die ebenfalls zu Symptomen wie Kopfschmerzen und Atembeschwerden führen können und die Raumluft belasten. Kobalthaltige Zusätze, die das Aushärten des Öls beschleunigen, können spätestens Probleme bereiten, wenn das Holz wieder abgeschliffen wird. Denn kobalthaltige Stäube gelten als krebserregend. Da feine Stäube für die Atemwege immer ein Problem darstellen, sollte man beim Abschleifen unbedingt eine Feinstaubmaske tragen. Wer Holz mit leinölhaltigen Mitteln behandelt, sollte getränkte Lappen nicht in den Müll werfen, da sich diese beim Trocknen entzünden können. Um das zu vermeiden, sollten Sie den Lappen in Wasser tränken und im Freien trocknen lassen, bevor Sie ihn in die Mülltonne werfen.

  • Empfehlenswert sind Holzöle beispielsweise mit dem Eco-Institut-Label, weil sie auf ausgasende Schadstoffe untersucht wurden und Schadstoffe wie Butanonoxim verboten sind.
  • An dem GIS-Code „Ö10+“, der sich an professionelle Anwender richtet, kann man ebenfalls lösemittelfreie und oximfreie Hartöle erkennen. Eine Liste mit den Codes für Oberflächenbenhandlungsmittel für Holzböden und deren Bedeutung stellt die Berufsgenossenschaft zur Verfügung.
  • Im Zweifelsfall hilft auch ein Blick in das Sicherheitsdatenblatt weiter, das oft auf den Internetseiten des Herstellers zur Verfügung gestellt wird: Unter der Überschrift „3. Zusammensetzung/ Angabe der Bestandteile“ findet man unter "Gefährliche Inhaltsstoffe" Angaben zu Lösemitteln und Butanonoxim, falls diese enthalten sind. 
  • Öko-Test-Ergebnisse bieten ebenfalls Orientierung bei der Suche nach einem gesundheitsverträglichen Holzöl.

Quellen:

Holzschutzmittel Lindan

Ich habe einen Holzschrank, der in den 80er Jahren wegen Holzwurmbefall mit Lindan behandelt wurde. Er steht seit zwei Jahren in meinem Schlafzimmer. Kann der Schrank die Ursache für meine Atemwegsbeschwerden sein? (07.06.2019)

Um die Ursache der Atemwegsbeschwerden zu klären, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Lindan ist ein Schadstoff, den Sie aus mehreren Gründen nicht in der Wohnung haben sollten:

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO stufte Lindan im Jahr 2015 als „krebserregend bei Menschen“ (Gruppe 1) ein. Lindan wirkt außerdem schädigend auf Nerven und Leber. Holzschutzmittel wie Lindan oder Pentachlorphenol (PCP) finden sich im Hausstaub und auf Oberflächen wieder, von denen diese auch noch freigesetzt werden können, nachdem die ursprüngliche Quelle entfernt wurde. 

Falls Sie den Schrank nicht entsorgen möchten, sollten Sie vorsorglich eine Materialuntersuchung bzw. Hausstaubuntersuchung auf Lindan in Auftrag geben, um herauszufinden, ob der Schrank noch immer belastet ist bzw. Lindan freisetzt.

Hier finden Sie entsprechende Experten und Labore (meist nach Postleitzahl geordnet):

Quellen:

Krank durch neues Sofa?

Vor drei Monaten haben wir eine neue Wohnzimmergarnitur aus Leder bekommen. Danach bekam meine Frau einen leichten Husten, der sich laut Notarzt und Hausarzt zu einer starken Bronchitis entwickelte. Nun fange ich selber auch schon an, seit mehreren Tagen stark zu husten! Es hat sich außer der Garnitur nichts im Wohnbereich geändert. Wir fragen uns nun: Könnte es sein, das das Leder oder die Imprägnierung „ausdünstet"? Wir möchten das gerne überprüfen lassen. Können Sie mir eine Adresse nennen? (07.06.2019)

Mit einer Schadstoffmessung und einem Analyseergebnis ist das möglicherweise vorhandene Schadstoffproblem noch nicht gelöst, daher ist es sinnvoll, mit Ihrem Arzt die Ursachen für Ihre Gesundheitsbeschwerden abzuklären. Sie können sich auch an eine umweltmedizinische Beratungsstelle wenden. Besprechen Sie mit dem Umweltmediziner Ihren Verdacht und Ihr Vorhaben, das Sofa auf Schadstoffe untersuchen zu lassen. Möglicherweise kann er Ihnen Hinweise geben, auf welche Schadstoffe untersucht werden sollte.

Wenn der Arzt Ihren Verdacht teilt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem neuen Sofa und Ihrer Erkrankung geben könnte:

  • Versuchen Sie, bei ihrem Händler das Sofa zu reklamieren. Wenn man Ihnen dort nicht kulant entgegenkommt, fragen Sie nach einem Nachweis, dass das Sofa frei von Schadstoffen ist.
  • In jedem Fall können Sie Ihr Auskunftsrecht nach dem europäischen Chemikaliengesetz REACH geltend machen und dem Händler die REACH-Schadstoffanfrage stellen. (Diese muss Ihnen innerhalb von 45 Tagen beantwortet werden, falls bestimmte gelistete Schadstoffe (sogenannte SVHC) über 0,1 % enthalten sind). Das Umweltbundesamt stellt dazu einen vorformulierten Musterbrief  zur Verfügung.
  • Wenn der Händler nicht zu einer Rücknahme des Sofas bereit ist, wenden Sie sich an die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale, um die nächsten Schritte abzusprechen.
  • Sollte tatsächlich ein Schadstoffgutachten für ein Gerichtsverfahren erforderlich sein, beauftragen Sie ein akkreditiertes Labor (DIN EN ISO/IEC 17025:2005) und vergewissern Sie sich dort im Voraus, ob das Gutachten gegebenenfalls vor Gericht verwendet werden kann. Es besteht auch die kostenpflichtige Möglichkeit, über das Gericht ein Gutachten in Auftrag zu geben.
  • Da es sich bei einem Sofa um einen Bedarfsgegenstand mit wiederholtem Hautkontakt handelt, können Sie sich mit Ihrer Beschwerde an die zuständige Lebensmittelüberwachung wenden. Wenn ein Schadstoff im Sofa den gesetzlichen Grenzwert überschreitet, würden die Behörden ggf. Maßnahmen ergreifen, um weitere Verbraucher zu schützen.
Sitzsäcke

Sind Sitzsäcke, die mit Styroporkügelchen gefüllt sind, gesundheitsschädlich? (07.06.2019)

Bei Sitzsäcken sollten Sie unbedingt auf Schadstoffprüfsiegel achten, da oft Materialien zum Einsatz kommen, die bekanntermaßen schadstoffverdächtig sind. Wichtig ist, dass das ganze Produkt schadstoffgeprüft ist, nicht nur das Füllmaterial oder der Bezugsstoff. Oder Sie entscheiden sich von vornerein für unbedenklichere Materialien wie GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Oeko-Tex®-zertifizierte Bezugstoffe und alternative Füllmaterialien wie Getreidespelz. Kissen, die mit Getreidespelz gefüllt sind, sollten immer trocken sein und regelmäßig gelüftet werden, da sonst die Gefahr der Schimmelbildung besteht.

Die meisten Sitzsäcke fielen bei der Prüfung durch Ökotest durch. Sitzsäcke sind mit Polystyrolkügelchen gefüllt, die Styrol ausgasen können. Styrol kann das Nervensystem schädigen und reizend auf Augen und Atemwege wirken. Außerdem kann es vermutlich das ungeborene Kind schädigen. Die Styrolkonzentration in der Raumluft sollte 0,030 mg/m3 (Vorsorgerichtwert Ides Umweltbundesamtes für Innenräume) nicht überschreiten.

Da Polystyrol leicht brennbar ist, werden in diesem häufig Flammschutzmittel eingesetzt, die ebenfalls gesundheitsschädlich sein können. 
Sitzsäcke – vor allem Outdoorsitzsäcke –  sind zudem oft gegen Schmutz und Nässe geschützt. Als Imprägnierungsmittel dürfen PFC (Per- und Polyfluorierte Kohlenwasserstoffe) eingesetzt werden, die ebenfalls gesundheits- und umweltschädlich sind.

Zu einigen schädlichen Flammschutz- und Imprägniermitteln haben Sie nach dem europäischen Chemikalienrecht ein Auskunftsrecht gegenüber dem Händler und dem Hersteller. Ihre Anfrage können Sie bequem per Musterbrief  oder App  stellen.

Quellen:

Ihr Anliegen zum Thema Schadstoffe ist noch nicht dabei? Stellen Sie uns Ihre Frage!

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfragen den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Veröffentlichung wiedergibt.

 

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