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FAQ Schadstoffe: Küchenutensilien & Lebensmittelverpackungen

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Pappstrohhalme

In Restaurants werden Getränke jetzt häufiger mit Strohhalmen aus Pappe serviert. Das schmeckt merkwürdig. Enthalten diese Papierstrohhalme Schadstoffe? (08.08.2019)

Mit dieser Frage hat sich gerade das Kantonale Untersuchungslabor St. Gallen beschäftigt. Dort wurden 12 verschiedene Papierstrohhalme aus Supermärkten oder dem Gastronomiehandel auf Geschmack und Schadstoffe getestet.

Das Ergebnis: Die Hälfte der Strohhalme veränderte den Geschmack des Getränks. Sieben davon gaben Chlorpropanole an die Flüssigkeit ab, zwei setzten Mineralöle frei und zwei weitere Photoinitiatoren.

Chlorpropanole und Mineralöle können krebserregend wirken. Die gefundenen Mengen wurden als nicht gesundheitsgefährdend bewertet. Diese teilweise aus den Druckfarben stammenden Schadstoffe tragen aber unnötig zur Gesamtbelastung bei und sind technisch vermeidbar. Daher forderte die Schweizer Behörde die Hersteller auf, die chemischen Verunreinigungen in ihren Produkten zu beseitigen.

Strohhalme sind in den meisten Fällen schlicht überflüssig. Wer aber gerne aus dem Halm trinkt, kann jetzt auch zu spülbaren Strohhalmen aus Glas und Edelstahl greifen.

Lebensmittelverpackungen aus Papier sind gesetzlich nicht streng genug geregelt und fielen bei chemischen Untersuchungen immer wieder durch Belastung mit Schadstoffen auf. Aus diesem Grund ist es keine Lösung Plastikverpackungen jetzt einfach durch Papier und Pappe zu ersetzen. Einwegprodukte sind niemals ressourcenschonend – auch nicht, wenn sie aus Papier sind.

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Eisdosen zum Einfrieren

Wie lange kann man die Verpackungen von Speiseeis (also diese 2,5l Plastikdosen) wiederverwenden um andere Speisen einzufrieren? (10.07.2019)

Verpackungen sind für das spezielle Lebensmittel und den einmaligen Gebrauch gedacht. Deshalb sind Joghurtbecher, Margarinedosen, Eisboxen oder sonstige Verpackungen nicht zum Einfrieren oder zum Erwärmen in der Mikrowelle geeignet.

Aus Kunststoffverpackungen können Chemikalien aus der Verpackung in Lebensmittel übergehen. Hersteller von Verpackungen müssen erklären, dass die gesetzlichen Bestimmungen für den Übergang von Chemikalien eingehalten werden. Dazu müssen sie dem Abfüller eine Konformitätserklärung vorlegen – aber nur für einen speziellen Verwendungszweck. Wenn z. B. die Dose zum Verkauf von fettfreien Sorbets bestimmt ist, kann es sein, dass bei fettigen oder heißen Lebensmittel die gesetzlichen Grenzwerte für den Übergang von Chemikalien nicht eingehalten werden. Also sollte man in die Sorbetpackung keinesfalls die fettige, heiße Suppe zum Abkühlen und Einfrieren einfüllen und diese nicht zum Auftauen in die Mikrowelle stellen.
Lebensmittel sollten generell möglichst nicht heiß in Kunststoffbehälter gefüllt oder darin erhitzt werden. Fettige Lebensmittel sollten besser in Edelstahl, Glas oder Porzellan erhitzt oder aufbewahrt werden, da sie besonders anfällig für den Übergang von Schadstoffen aus der Verpackung sind.
Weitere Tipps zum Umgang mit Kunststoffbehältern für Lebensmittel und sinnvolle Alternativen finden Sie in unserer Broschüre "Kunststoffe erkennen und bewerten".

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Bambusgeschirr

In Supermärkten, aber auch in Bioläden und Welt-Läden werden Bambus-Schüsseln und Bambus-Becher angeboten. Ist Bambus-Geschirr wirklich eine gute Alternative zu Plastiktellern und –bechern? (27.06.2019)

Unbehandelte Schneidebretter aus Bambusholz sind empfehlenswert. Buntes Bambusgeschirr dagegen wird nicht nur aus Bambusmehl, sondern auch aus Füllstoffen und Kunstharzen wie Melamin-Formaldehydharz hergestellt. Überwachungsbehörden warnen immer wieder vor Bambusgeschirr, weil dieses in Kontakt mit Lebensmitteln so viel Formaldehyd oder Melamin an diese abgibt, dass die gesetzlichen Grenzwerte überschritten werden. Formaldehyd ist als vermutlich krebserzeugend eingestuft und Melamin kann die Blase und die Nieren schädigen. Einige Becher zeigten außerdem Materialmängel wie z.B. Risse, nachdem sie heißer Flüssigkeit ausgesetzt waren.

In der Kennzeichnung und Werbung werden die zugesetzten Kunstharze häufig nicht erwähnt, sondern der natürliche Bestandteil Bambus in den Vordergrund gestellt. 

Mit Mehrweggeschirr leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Müllreduzierung und zum Umweltschutz. Für den Kaffee oder Tee „to go“ eignen sich besonders Thermobecher aus Edelstahl. Weiterer Vorteil: Sie halten das Getränk auch warm. Unzerbrechliches, leichtes Mehrweggeschirr  für’s Picknick und für unterwegs gibt es auch aus Edelstahl oder dem Kunststoff Polypropylen. Wenn es kein Leichtgewicht sein muss, sind Glas und Porzellan für Lebensmittel und Getränke optimale Materialien.

Quellen:

Camping-Geschirr aus Aluminium

Mein Camping-Geschirr besteht aus Aluminium. Kann ich das zum Kochen verwenden oder ist das gesundheitsschädlich? (07.06.2019)

Mit der Nahrung schöpfen wir die als unbedenklich geltende Menge Aluminium bereits aus, daher sollte man zusätzliche Belastungsquellen vermeiden. Ein Zuviel an Aluminium kann schädlich auf das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Knochenentwicklung wirken.

Unbeschichtetes Aluminiumgeschirr kann unter bestimmten Bedingungen Aluminium an Speisen oder Getränke abgeben. Mit einer Aluminiumabgabe ist zu rechnen, wenn saure (z.B. Früchte oder Essig) oder salzige Lebensmittel in Aluminiumgeschirr aufbewahrt oder erhitzt werden. Auch der Kontakt mit anderen Metallen kann zur Freisetzung von Aluminium führen (z. B. Edelstahllöffel und Aluminiumtopf oder Alufolie auf einer Edelstahlservierplatte). Geschirr aus Edelstahl ist in jedem Fall die bessere Alternative.

Quelle:

Trinkflaschen

Ich möchte mir eine neue Trinkflasche kaufen. Welche können Sie mir empfehlen? (07.06.2019)

In Bezug auf die Form sollte die Trinkflasche eine weite Öffnung haben und keine Rillen oder Kanten aufweisen, damit sie gut zu reinigen ist. Flaschen aus Glas oder Edelstahl sind besonders empfehlenswert.

Flaschen aus Glas und Edelstahl:

  • Sie lassen sich gut reinigen, auch mit kochendem Wasser, und sind spülmaschinentauglich
  • Sie sind geschmacksneutral
  • Sie geben keine Schadstoffe an das Getränk ab
  • Edelstahlflaschen sind langlebig und unzerbrechlich
  • Glasflaschen können durch Ummantelungen oder Hüllen weitgehend vor Bruch geschützt werden.

Flaschen aus Kunststoff:

  • Sie sind leicht und unzerbrechlich
  • Plastikflaschen sind nicht immer geschmacksneutral
  • An der Kunststoffoberfläche haften einige Verunreinigungen besser als an Glas oder Edelstahl.
  • Jeder Kunststoff kann Substanzen an das Getränk abgeben. Die Frage ist, ob schädliche Substanzen freigesetzt werden und in welcher Menge sie in das Getränk übergehen. Eine norwegische Untersuchung  von wiederbefüllbaren Plastiktrinkflaschen zeigte, dass es Flaschen gibt, die nur sehr wenige Stoffe in geringer Menge an den Inhalt abgeben, aber auch solche, die viele verschiedene Schadstoffe in hundertfacher Menge freisetzen.
  • Kunststoffe lassen sich nicht einfach nach der Kunststoffsorte gesundheitlich bewerten, da neben dem Polymer noch viele unbekannte Zusatzstoffe enthalten sein können.
  • Folgende Kunststoffe sollten Sie vermeiden, da sie bekanntermaßen Schadstoffe abgeben könnten: Polycarbonat (PC), Polystyrol (PS), weiches Polyvinylchlorid (PVC).
  • Die Kunststoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET) und Silikon gelten als gesundheitlich unbedenklich, wenn sie speziell für den Kontakt mit Lebensmitteln hergestellt wurden.
  • Zu dem Kunststoff Tritan®, der häufig als Ersatz für Polycarbonat verwendet wird, liegen zurzeit erst wenige, teilweise widersprüchliche Untersuchungen vor.

Flaschen aus Aluminium:

  • Unbeschichtete Trinkflaschen aus Aluminium sind nicht für saure Getränke wie Fruchtsäfte geeignet, weil in diesem Fall Aluminium an den Inhalt abgegeben werden kann.
  • Die Beschichtung von Aluminiumflaschen sollte frei von jeglichen Bisphenolen (inklusive Bisphenol A) sein. Epoxidharzbeschichtungen enthalten in der Regel Bisphenole. Bisphenole können das Hormonsystem stören. Sie können vermutlich zu Unfruchtbarkeit, Fettleibigkeit und Diabetes führen.
  • Die Beschichtung sollte sich auch bei verbeulten Flaschen nicht ablösen.

Quellen:

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Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfragen den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Veröffentlichung wiedergibt.

 

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