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FAQ Schadstoffe: Kinderprodukte & Spielzeug

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Kinderschminke

Meine kleine Tochter hat zum Geburtstag ein Kinderschminkköfferchen geschenkt bekommen und ist davon total begeistert. Ich mache mir aber Sorgen, ob die Inhaltsstoffe so gesund sind. Außerdem lässt sich die Schminke teilweise nur schwer wieder abwaschen. (27.06.2019)

Ihre Sorgen sind sehr berechtigt. 2017 kaufte eine Schweizer Überwachungsbehörde 23 Kinderschminksets und dekorative Kinderschminke, die als Kinderspielzeug angeboten wurden. 20 davon stammten aus China, was für „normale“ Kosmetik sehr unüblich ist. 15 der Proben wurden beanstandet beispielsweise, weil Farbstoffe verwendet wurden, die laut EU-Kosmetikverordnung verboten sind oder Obergrenzen für Konservierungsmittel nicht eingehalten wurden. In 15 der 21 untersuchten Lippenpflegeprodukten wurden dünnflüssige Paraffine aus Mineralöl in hohen Konzentrationen nachgewiesen. Diese sind gesetzlich nicht verboten, können sich aber im Körper anreichern. Außerdem wurden vor allem in Eyelinern und einem Tattooschreiber Nitrosamine nachgewiesen, die als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft sind.

Wenn Kinder Spaß am Schminken haben, empfehlen wir aus Gesundheitsgründen, ihnen an Stelle von Spielzeugschminksets dekorative Naturkosmetik zu geben, die beispielsweise als Eigenmarke von Drogerieketten schon preiswert zu erhalten ist. Kleinere Kinder sollten Sie in jedem Fall beim Umgang damit beaufsichtigen. Sollte sich die Schminke nicht mit Wasser und Seife entfernen lassen, können Sie Pflanzenöl aus der Küche zum Abschminken verwenden.

Quelle:

Konservierungsmittel in Spielzeug

Auf der Packung von Fingerfarben habe ich erstaunt gelesen, dass diese Konservierungsmittel enthalten. In welchem Spielzeug muss ich noch mit Konservierungsmitteln rechnen? (03.07.2019)

Konservierungsmittel werden vor allem eingesetzt, wenn das Spielzeug Wasser enthält, da Bakterien und Pilze Wasser zum Wachsen benötigen. Wasserhaltiges Spielzeug wie Fingerfarben oder Knetmasse darf daher konserviert werden. Wenn dort Konservierungsstoffe eingesetzt werden, müssen diese auch auf der Verpackung angegeben sein. Für bestimmte allergieauslösende Konservierungsstoffe in Spielzeug gibt (Chlormethylisothiazolinon und Methylisothiazolinon) es seit 2017 Grenzwerte.

Quellen:

Sitzsäcke

Sind Sitzsäcke, die mit Styroporkügelchen gefüllt sind, gesundheitsschädlich? (07.06.2019)

Bei Sitzsäcken sollten Sie unbedingt auf Schadstoffprüfsiegel achten, da oft Materialien zum Einsatz kommen, die bekanntermaßen schadstoffverdächtig sind. Wichtig ist, dass das ganze Produkt schadstoffgeprüft ist, nicht nur das Füllmaterial oder der Bezugsstoff. Oder Sie entscheiden sich von vornerein für unbedenklichere Materialien wie GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Oeko-Tex®-zertifizierte Bezugstoffe und alternative Füllmaterialien wie Getreidespelz. Kissen, die mit Getreidespelz gefüllt sind, sollten immer trocken sein und regelmäßig gelüftet werden, da sonst die Gefahr der Schimmelbildung besteht.

Die meisten Sitzsäcke fielen bei der Prüfung durch Ökotest durch. Sitzsäcke sind mit Polystyrolkügelchen gefüllt, die Styrol ausgasen können. Styrol kann das Nervensystem schädigen und reizend auf Augen und Atemwege wirken. Außerdem kann es vermutlich das ungeborene Kind schädigen. Die Styrolkonzentration in der Raumluft sollte 0,030 mg/m3 (Vorsorgerichtwert Ides Umweltbundesamtes für Innenräume) nicht überschreiten.

Da Polystyrol leicht brennbar ist, werden in diesem häufig Flammschutzmittel eingesetzt, die ebenfalls gesundheitsschädlich sein können. 
Sitzsäcke – vor allem Outdoorsitzsäcke –  sind zudem oft gegen Schmutz und Nässe geschützt. Als Imprägnierungsmittel dürfen PFC (Per- und Polyfluorierte Kohlenwasserstoffe) eingesetzt werden, die ebenfalls gesundheits- und umweltschädlich sind.

Zu einigen schädlichen Flammschutz- und Imprägniermitteln haben Sie nach dem europäischen Chemikalienrecht ein Auskunftsrecht gegenüber dem Händler und dem Hersteller. Ihre Anfrage können Sie bequem per Musterbrief  oder App  stellen.

Quellen:

Wasserspielzeug

Können Sie mir helfen, ein nicht gesundheitsgefährdendes Wasserspielzeug zu finden? (07.06.2019)

Aufblasbares Wasserspielzeug besteht in der Regel aus weichem PVC. Selbst wenn keine hormonell schädlichen Phthalat-Weichmacher enthalten sind, raten wir von weichem PVC-Spielzeug ab. Denn die zugesetzten Weichmacher bleiben nicht in dem Kunststoff sondern werden nach und nach freigesetzt und können von den Kindern über den Mund oder die Haut aufgenommen werden. Aktuelle Biomonitoringstudien zeigen eindeutig, dass Kinder in zunehmendem Maße auch mit dem Ersatzweichmacher DINCH belastet sind. Eine zu hohe Belastung mit DINCH kann die Nieren schädigen.

Wenige Hersteller bewerben aufblasbares Wasserspielzeug mit "PVC-frei". Es ist dann meist aus dem Kunststoff TPU hergestellt. Ob das Produkt insgesamt schadstoffärmer ist kann, nur durch eine Schadstoffprüfung nachgewiesen werden. Es gibt einige bewährte Alternativen zu aufblasbarem Wasserspielzeug aus weichem Plastik:

  • Planschbecken: Sand- und Wassermuscheln aus hartem Kunststoff. Weiterer Vorteil: diese sind auch deutlich länger haltbar.
  • Wasserbälle: Luftballons mit Stoffhülle. Es gibt Stoffhüllen für Luftballons auch bereits fertig zu kaufen.
  • Schwimmflügel: Achten Sie aus Sicherheitsgründen bei Schwimmhilfen vor allem auf den Hinweis, dass diese nach der Norm EN 13138 "Auftriebshilfen für das Schwimmenlernen" geprüft wurden. Als Alternative zu aufblasbaren Schwimmflügeln gibt es Schwimmgurte.
  • Alle von Öko-Test untersuchten Wassernudeln bestanden die Schadstofftest mit sehr gut.

Hier  finden Sie weitere Informationen der Verbraucherzentrale zum Thema "Plastikspielzeug".

Quelle:

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Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfragen den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Veröffentlichung wiedergibt.

 

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