Menü

Lebensmittel-Einkauf im Internet

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Online-Verkäufer von Lebensmitteln müssen in ihrem Shop dieselben Informationen liefern, die man auch auf den Verpackungen und im Supermarkt findet.
  • Die Verbraucherzentralen empfehlen, darauf zu achten, ob der Shop die angebotenen Waren auch wirklich mit allen gesetzlich vorgeschriebenen Informationen präsentiert. Andernfalls sollte man sich beim Anbieter selbst beschweren oder den Verstoß einer Verbraucherzentrale melden.
  • Mit einigen Siegeln können sich Anbieter als amtlich überwachter Betrieb ausweisen.
  • Mit Vorsicht begegnen sollten Verbraucher den vielen Angeboten zu Nahrungsergänzungsmitteln.

 

On

Gesetzlich vorgeschriebene Angaben

  • die genaue Bezeichnung des Lebensmittels, zum Beispiel Roggen-Vollkornbrot,
  • die Zutatenliste einschließlich Mengenangaben bei den wertgebenden Zutaten, beispielsweise Erdbeeranteil bei einem Erdbeerjogurt,
  • deutlich hervorgehoben Hinweise auf Zutaten, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können, etwa Milchzucker oder Sellerie,
  • die Nettomenge des Lebensmittels,
  • das Ursprungsland des Lebensmittels oder den Herkunftsort (falls sonst ein falscher Eindruck entstehen würde, zum Beispiel dass in Deutschland produziert wurde, es sich in Wirklichkeit aber um asiatische Ware handelt),
  • die Nährwertangaben: Seit dem 13. Dezember 2016 müssen die Hersteller verpackter Lebensmittel den Kaloriengehalt und die sechs Nährstoffe Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Kohlenhydrate, Eiweiß und Salz angeben. Die Nährstoffgehalte sind immer bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter zu deklarieren. Achtung: Vor dem Stichtag hergestellte Produkte noch ohne diese Angaben dürfen bis zur letzten Packung verkauft werden. Bei sehr kleinen Verpackungen müssen die Nährwerte nicht angegeben werden.
  • bei Lebensmitteln, die auf den Gehalt an bestimmten Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen oder etwa Omega-3-Fettsäuren hinweisen, die dazugehörigen Mengenangaben und - soweit vorhanden - einschließlich des Bezugs zur Tagesreferenzmenge gemäß Anhang XIII der Lebensmittelinformationsverordnung an diesen Nährstoffen. Beispiel: "enthält 80 Milligramm Vitamin C pro Becher, das entspricht 100 Prozent der Tagesreferenzmenge",
  • bei Nahrungsergänzungsmitteln die Menge der Nährstoffe bezogen auf die tägliche Verzehrmenge (zum Beispiel 30 g pro Tagesmenge). Für Vitamine und Mineralstoffe ist zusätzlich die Angabe der Menge als Prozentsatz der empfohlenen Tagesdosis Pflicht. Zusätzlich muss eine "täglich empfohlene Verzehrmenge" in Portionen sowie der Hinweis, dass diese nicht überschritten werden darf, angegeben sein. Auch der Satz "Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine vollwertige Ernährung" ist vorgeschrieben.
  • die enthaltene Menge an Koffein mit Warnhinweis "für Kinder, Schwangere und Stillende nicht empfohlen"; bei Getränken wie Cola oder Energy Drinks erst bei Überschreitung einer bestimmten Menge (mehr als 150 Milliliter pro Liter). Ausgenommen von dieser Bestimmung sind alle Getränke auf der Basis von Kaffee und Tee sowie Kaffee- oder Tee-Extrakt, sofern der Kunde an Kennzeichnung und Aufmachung eindeutig erkennen kann, was er zu kaufen beabsichtigt - also in der Verkehrsbezeichnung des Produkts die Worte "Kaffee" oder "Tee" vorkommen. Beispiel dafür, dass der Hinweis fehlen darf: Eistee.
  • ein eventuell vorhandener Alkoholgehalt (kennzeichnungspflichtig auf der Verpackung ab 1,2 Vol. Prozent),
  • der Preis inklusive des Grundpreises.
  • gegebenenfalls besondere Anweisungen für die Verwendung und Aufbewahrung (zum Beispiel Temperaturangaben für kühlpflichtige Lebensmittel).

Worauf noch zu achten ist

Anders als im Supermarkt hat beim Angebot frischer Produkte übers Internet ein Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum wenig Sinn. Dagegen sind Hinweise wie "nach Lieferung noch mindestens 3 Monate haltbar" natürlich nützlich.

Selbstverständlich gelten auch für den Online-Verkauf von Lebensmitteln die allgemeinen Regeln fürs Internet-Shopping. Allerdings: Für frische Produkte mit kurzer Haltbarkeit gibt es kein Widerrufs- und Rückgaberecht.

Wer Nahrungsmittel im Internet anbietet, kann auf einfache Art Seriosität beweisen: indem er neben seinen Kontaktdaten (keine Postfachadresse!) seine Registrierungsnummer als Händler und die zuständige Kontrollbehörde (Lebensmittelüberwachung) nennt.

Vier Siegel

Die Siegel "Trusted Shops", "internet privacy standards", "EHI Geprüfter Online-Shop" und "TÜV Süd s@fer shopping" können deutsche Anbieter nur erwerben, wenn sie sich vorschriftsgemäß bei ihrer örtlichen Lebensmittelüberwachungsbehörde haben registrieren lassen. Damit können sie sich Verbrauchern gegenüber als amtlich überwachter Betrieb identifizieren.

Allerdings: Die genannten Siegel geben keinerlei Auskunft über die Qualität von Lebensmitteln. Zumindest bedeuten sie aber im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit, dass der jeweilige - deutsche - Online-Betrieb nach denselben Kriterien überwacht wird wie der herkömmliche Supermarkt.

Nahrungsergänzungsmittel

Generell mit Vorsicht zu genießen sind all die blumigen Versprechen zur Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln. Gerade in diesem Bereich tummeln sich Scharlatane zuhauf.