Warum gewöhnen sich Kinder so schnell an Alkoholgeschmack im Essen?
In Fertigkuchen, Desserts, Süßigkeiten, Milchbrötchen oder Eis erwarten die meisten Menschen keinen Alkohol. Aber nicht selten ist bei solchen Lebensmitteln, die gerade auch von Kindern gerne gegessen werden, Alkohol zugesetzt. Ein genauerer Blick auf die Zutatenliste lohnt sich daher.
In den meisten Produkten stecken nur geringe Mengen an Alkohol. Diese sind in der Regel gesundheitlich unbedenklich. Dennoch sollten Kinder nicht frühzeitig an den Geruch und den Geschmack von Alkohol gewöhnt werden. Die Hemmschwelle, Alkohol oder Alkopops zu probieren, kann durch den regelmäßigen Verzehr alkoholhaltiger Lebensmittel sinken. Daher wird geraten, für Kinder keine Produkte zu kaufen, die Alkohol enthalten und beispielsweise nach Rum, Amaretto oder Whiskey schmecken.
Ist „alkoholfreies“ Bier wirklich eine sichere Alternative?
Für Kinder, Schwangere, Stillende und abstinente Alkoholiker:innen sind Malzbier und „alkoholfreies Bier" keine geeigneten Getränke – auch nicht als Ausnahme.
Malztrunk ist gemeinhin auch als Malzbier bekannt – sie unterscheiden sich jedoch deutlich im Gehalt von Alkohol und Zucker. Beide Getränke werden aus Wasser, Hopfen und Gerstenmalz hergestellt. Beim Malztrunk ist ein Zusatz von Zucker erlaubt, beim Malzbier jedoch nicht. Beim Brauen von Malztrunk wird die Hefe bei sehr niedrigen Temperaturen zugefügt. So findet kaum eine Vergärung statt und es entsteht fast kein Alkohol. Malztrunk kann bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten, sodass er als „alkoholfrei" deklariert werden darf. Bei Malzbier sind dagegen bis zu 1,5 Volumenprozent Alkohol erlaubt.
Auf einigen Etiketten findet man auch die Angabe „0,0 % Alkohol". Diese ist zwar verbindlich, was den Alkoholgehalt angeht. Dennoch sollten Kinder solche Getränke wegen der Geschmacksprägung nicht trinken. Auch abstinenten Alkoholiker:innen ist dringend von „alkoholfreien“ Varianten abzuraten. Selbst die Geschmackserinnerung beim Verzehr von Getränken, die 0,0 % Alkohol enthalten, können zu einem Rückfall führen.
Verkocht Alkohol beim Erhitzen vollständig?
Nein. Der Alkohol löst sich beim Backen oder Kochen bei hohen Temperaturen nicht vollständig auf. Wie viel übrig bleibt, hängt davon ab, wie viel Alkohol ursprünglich verwendet wurde und wie lange das Gericht erhitzt wurde. Eine zuverlässige Faustregel gibt es nicht.
Wenn Kinder, Schwangere, Stillende oder abstinente Alkoholiker:innen mitessen, sollte man daher besser ohne Alkohol kochen und backen. Es gibt gute Alternativen: Apfelsaft eignet sich in herzhaften Gerichten als Ersatz genauso gut wie eine kräftige Gemüsebrühe. Ein Stück Zartbitterschokolade kann beispielsweise ein Chili oder eine Bratensoße verfeinern. Oder auch ein Teelöffel Zimt, Vanille oder Kardamom bringt eine abwechslungsreiche Note auf den Teller. In Süßspeisen kann auf die Zugabe von Alkohol in der Regel komplett verzichtet werden.