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Bonusprogramme der Krankenkassen

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Finanzielle Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten: Was Versicherte prüfen sollten, damit sich die Mühe auch lohnt.

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Mit Sport, Abnehmkurs oder Gesundheits-Check-up kann man bei seiner Krankenkasse punkten. Denn ein gesunder Lebensstil kann manche Krankheit ersparen oder verhindern, dass vorhandene Gebrechen schlimmer werden. Deshalb bieten die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten Bonusprogramme an. Wer gesetzlich empfohlene Früherkennungsuntersuchungen wahrnimmt, regelmäßig Sport treibt oder in Kursen gesunde Ernährung oder den Umgang mit Stress lernt, bekommt dafür von seiner Krankenkasse Prämien. Dafür lässt man sich zum Beispiel die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt oder die Teilnahme an einem Sportkurs im Bonusheft von dem behandelnden Arzt oder Kursleiter abstempeln und reicht es dann bei seiner Krankenkasse ein. Zur Belohnung gibt es dann Geld oder Sachprämien. Versicherte sollten vor der Wahl des Bonusprogramms die Regeln der Krankenkasse sorgfältig prüfen, damit sich die Mühe lohnt.

Aufwand muss ich lohnen

Die Krankenkassen werben mit 100, 200 Euro oder sogar noch mehr Gewinn im Jahr. Doch die Angaben beziehen sich immer auf den maximalen und nicht den garantierten Ertrag. Für bis zu 100 Euro muss man zwischen vier und zehn unterschiedliche Arzttermine, Kurse oder Sportveranstaltungen besuchen. Bei 200 Euro verlangen die Kassen schon zwischen fünf und fünfzehn Nachweise und bei bis zu 300 Euro sogar noch mehr. Mit Blick in den Maßnahmenkatalog der Krankenkasse kann man überschlagen, was realistisch möglich ist. Und viele Maßnahmen – zum Beispiel Fitnesskurse – kosten erstmal Geld. Tipp: Vorab klären, ob der Kurs auch von der Kasse bezuschusst wird.

Der Teufel steckt im Detail

Bevor es losgeht, sollte man die Bonusprogramme genauer unter die Lupe nehmen. Für Eltern und ihre Sprösslinge gibt es meistens unterschiedliche Regeln. Der Nachwuchs muss meistens weniger sammeln und bekommt dafür einen geringeren Bonus ausgezahlt als die Erwachsenen. Manchmal wird auch der mitversicherte Partner schlechter gestellt als das Mitglied. Familien sollten sich überlegen, ob sie lieber jeder für sich oder gemeinsam punkten wollen. Bei einigen Kassen hat man dafür die Wahl zwischen unterschiedlichen Programmvarianten. Andere ermöglichen im Nachgang, die Punkte zusammenzulegen oder man kann Punkte auf ein anderes Familienmitglied übertragen. Doch hier heißt es aufgepasst: Häufig gibt es diese Möglichkeit nicht in allen Programmversionen und/oder die Übertragbarkeit gilt nicht in alle Richtungen, so dass beispielsweise nur die Eltern ihre Punkte den Kindern geben können aber nicht umgekehrt. Auch ob man hinterher Geld, Sachprämien oder lieber Gutscheine für individuelle Gesundheitsleistungen haben möchte, muss man bei einigen Kassen schon von vorneherein festlegen.

Wer will macht mit

Bonusprogramme sind für Versicherte komplett freiwillig. Wer auf seine Gesundheit achtet, kann damit eine Finanzspritze bekommen oder eine Sachprämie wählen. Einen Malus gibt es aber nicht: Wer sein Pensum nicht schafft, hat deshalb keinerlei Nachteile zu befürchten und die gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen sind für alle gleich. Übrigens: Für die Krankenkassen sind Bonusprogramme Pflicht. Sie müssen ihren Mitgliedern und deren Angehörigen Extras offerieren.

Erstmal anmelden

Für die Teilnahme muss man sich zunächst anmelden. Meistens geht das einfach telefonisch oder online. Dann bekommt man von der Krankenkasse ein Bonusheft und kann aus den vorgeschlagenen Check-ups, Impfungen oder Kursen auswählen.

Richtig sammeln

Das Bonusprogramm läuft meistens ein Jahr. Bei vielen Kassen ist es das Kalenderjahr, manchmal auch zwölf Monate ab Anmeldung. Wer erst im erst im September, Oktober oder später zu sammeln beginnt, muss man sich beeilen, um im laufenden Jahr noch sein Soll für den Bonus zu schaffen. Manche Kassen übertragen gesammelte Punkte auf das Folgejahr, andere nicht. Außerdem legt jede Kasse fest, wie viele Jahre die Punkte insgesamt gültig sind. Doch wer – je nach Kasse - über ein oder zwei Jahre in Folge gar keine Aktivitäten nachweist, muss damit rechnen, dass die Krankenkasse das Programm automatisch beendet. Dann ist auch der Bonus weg.

Fristen einhalten

Jede Kasse legt fest, bis wann man das Bonusheft einreichen muss, um an die Prämie zu gelangen. Bei vielen Kassen ist das der 31. März des folgenden Jahres. Das gilt aber längst nicht bei allen: Die Frist kann auch direkt Ende Januar enden oder bis Jahresmitte laufen. Einige Kassen koppeln die Frist an den Zeitpunkt der Maßnahme, zum Beispiel ein oder sechs Monate, nachdem man beim Arzt war.

Prämien wählen

Als Bonus bieten die Krankenkassen Geld oder Sachprämien an. Einige beziffern den Wert von Gesundheits-Check-up oder Sportabzeichen gleich in Euro und Cent, bei anderen sammelt man Punkte, die man dann gegen Haushalts-, Elektro- oder Fitnessartikel eintauschen kann. Wer auf sein Lieblingsstück spart, sollte wissen: Grill, Yogamatte oder Kofferset aus dem Katalog haben nur Beispielcharakter. Die Produkte können in Form, Farbe oder Ausführung von den abgebildeten Gütern abweichen. Außerdem kann die Krankenkasse nicht nur das Sortiment sondern auch die Spielregeln für das gesamte Programm jederzeit ändern.

Bonus verfällt bei Kassenwechsel

Viele Kassen knüpfen die Bonuszahlung an eine ungekündigte Mitgliedschaft. Wer die Kasse wechseln will sollte also vor der Kündigung mit der Krankenkasse genau klären, bis wann man bei der Kasse bleiben muss, um den Bonus zu bekommen.