Die erste eigene Wohnung in Deutschland - Das sollten Sie wissen!

Informationen in leichter Sprache

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Wohnung finden, Einzug, Versicherung, Strom, Kosten: Informationen zu Wohnung und Energie, einfach erklärt.
Umzugskiste mit Schlüssel
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Sie finden in Deutschland eine Wohnung.
Sie müssen einen Mietvertrag unterschreiben.
Vorsicht: Prüfen Sie:
Hat der Mietvertrag eine Laufzeit?
Bleibt die Miete gleich oder wird die Miete teurer?

Die Miete wird nach einer bestimmten Zeit teurer.
Das nennt man Staffelmiete.

Sie mieten eine Wohnung.
Sie müssen in der Regel einen Kaution bezahlen.
Der Vermieter bekommt die Kaution.
Die Kaution ist eine Sicherheit für den Vermieter.

Sie möchten aus der Wohnung wieder ausziehen.
Jetzt prüft der Vermieter:
Haben Sie alles bezahlt?
Ist in der Wohnung nichts kaputt?
Dann bekommen Sie die Kaution zurück.

Was müssen Sie jeden Monat für die Wohnung bezahlen?
Sie zahlen für die Nutzung der Räume. Das nennt man Kaltmiete.
Sie zahlen für die Heizung. Das nennt man Heizkosten.
Sie bezahlen für Wasser, Abwasser, Müllabfuhr und die Versicherung für das Gebäude. Das nennt man Nebenkosten.
Sie bezahlen für den Strom. Das nennt man Stromkosten.

Hier finden Sie Bilder zu allen Kosten!

Achtung: Die Wohnungen in Deutschland sind meistens nicht möbliert!
Möblierte Wohnungen sind in Deutschland teuer.

Viele Wohnungen haben eine Einbauküche. Nicht alle!
Die Küche gehört manchmal zur Wohnung.
Oder die Küche gehört dem jetzigen Mieter.
Der jetzige Mieter möchte die Küche in der Wohnung lassen.
Sie können die Küche kaufen.

Wohnungsübergabe

Sie haben den Mietvertrag unterschrieben.
Vor dem Einzug in die Wohnung geht der Vermieter oder der Hausmeister mit Ihnen in die Wohnung. Sie kontrollieren die Wohnung und bekommen die Schlüssel.
Das nennt man Wohnungsübergabe oder Schlüsselübergabe.

Der Vermieter zeigt Ihnen die Wohnung.
Prüfen Sie:
Ist in der Wohnung etwas kaputt?
Das nennt man Mängel.
Gibt es in der Wohnung Schimmel?

Hier sehen Sie ein Bild. Das ist Schimmel.

Raumecke mit Schimmel an der Wand
Adobe Stock / makasanaphoto

Bei der Wohnungsübergabe bekommen Sie einen Bericht.
Man nennt den Bericht Übergabeprotokoll.
Es gibt Mängel.
Der Vermieter schreibt die Mängel in das Übergabeprotokoll.
Der Vermieter und Sie unterschreiben das Protokoll.
Den Mietvertrag und das Übergabeprotokoll müssen Sie aufbewahren.

Der Einzug in die Wohnung und Anmeldung

Sie ziehen in die Wohnung ein. Jetzt sollten Sie den Stromzähler fotografieren.

Jemand fotografiert einen Stromzähler-Stand
istock / ChiccoDodiFC, Blackzheep

Sie finden Mängel.
Sie sollten die Mängel auch fotografieren.

Sie müssen sich anmelden!

Sie müssen sich beim Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt anmelden.
Sie bekommen vom Vermieter eine Bescheinigung.
Die Bescheinigung nennt man Wohnungsgeberbestätigung.

Sie müssen sich beim Beitragsservice anmelden.
Sie sollen Gebühren bezahlen.
Die Gebühren sind für Fernsehen und Radio.
Sie bekommen Geld vom Jobcenter oder vom Sozialamt.
Sie können sich von den Gebühren befreien lassen.

Versicherung

Sie brauchen eine Versicherung.
Das ist die private Haftpflichtversicherung.

Was bedeutet Haftpflicht?
Sie haben etwas kaputt gemacht.
Eine andere Person hat einen Schaden.
Sie müssen für den Schaden bezahlen. Das ist Ihre Pflicht.
Sie haben eine private Haftpflichtversicherung.
Die Versicherung bezahlt für den Schaden.
Eine private Haftpflichtversicherung ist nicht teuer.

Anmeldung beim Stromanbieter!

In ihrer Wohnung gibt es Strom.
Sie benutzen den Strom.
Sie haben einen Vertrag.

Hand steckt Stecker in Steckdose und Hände werden geschüttelt
istock / Zhenikeyev, Grafik: istock/-VICTOR

Sie haben einen Vertrag mit einem Stromanbieter.
Den Stromanbieter nennt man Grundversorger.
In Deutschland können Sie den Stromanbieter frei wählen.

Sie suchen einen Stromanbieter.
Sie können die Stromanbieter vergleichen.
Sie gehen auf ein Vergleichsportal.
Lassen Sie die Voreinstellungen weg.
Voreinstellungen sind Bonuszahlungen, Prämien und Bündelangebote.

Sie haben ein gutes Angebot gefunden.
Prüfen Sie das Angebot auch auf der Internetseite des Stromanbieters.
Machen Sie den Vertrag direkt mit dem Stromanbieter.
Beachten Sie auch Bewertungen und Beschwerden im Internet. 
Achtung: Beachten Sie nicht die Bewertungen auf der Seite der Stromanbieter.

Für die Anmeldung beim Stromanbieter benötigen Sie zwei Angaben:
Sie brauchen die Zählernummer.
Sie brauchen den Zählerstand.

In der eigenen Wohnung

Richtiges Heizen ist wichtig!

In Deutschland gibt es unterschiedliche Heizsysteme.
In vielen Wohnungen gibt es eine Zentralheizung.
Sie bezahlen die Heizkosten an den Vermieter.

In einigen Wohnungen gibt es Gasetagenheizungen.
Sie bezahlen die Heizkosten an den Energieanbieter.

In einigen Wohnungen gibt es Nachtspeicherheizungen.
Diese Heizung braucht Strom.
Bei der Anmeldung beim Stromanbieter ist wichtig: Sie benötigen den Nachtstromtarif!
Das Heizen mit dieser Heizung ist teuer.
Kontrollieren Sie Ihre Heizung.
Ist die Heizung gleichmäßig warm?
Die Heizung müssen Sie richtig einstellen. 
Lassen Sie sich beraten.

Die Heizungen in Deutschland haben in den meisten Fällen ein Thermostat.
Manchmal finden Sie das Thermostat an der Wand.
Mit dem Thermostat regulieren Sie die Temperatur im Zimmer.

Schauen Sie sich das Schaubild an!

Grafik mit Thermostat und Einstellmöglichkeiten
istock / L Calek

Heizen Sie die Wohnräume höchstens auf Stufe 3.
Im Schlafzimmer sollten Sie das Thermostat auf 16-18 Grad (Stufe 2) stellen.
Sie gehen aus dem Zimmer.
Stellen Sie das Thermostat auf Stufe 2!  Schließen Sie die Tür!

Abrechnung der Stromkosten und der Heizkosten

Sie bezahlen in Deutschland einen Abschlag für die Stromkosten und für die Heizung.
Sie bezahlen jeden Monat den gleichen Betrag.

Kalender und Geldscheine
istock / titoOnz, thumb

Sie bekommen jedes Jahr eine Jahresabrechnung.
Sie müssen noch Geld bezahlen oder Sie bekommen Geld zurück.

Grafik zum Stromverbrauch
istock / totalpic andrej_k

Wichtige Informationen:
Bezahlen Sie zuerst die Miete mit den Nebenkosten und dem Strom!
Bezahlen Sie den Strom und die Miete regelmäßig und pünktlich.

Vorsicht:
Sie bezahlen den Strom nicht. 
Dann haben Sie einen Zahlungsrückstand.
Der Zahlungsrückstand steigt über 100 Euro.
Der Stromanbieter kann den Strom sperren. 
Sie bekommen eine Stromsperre.

Durchgestrichene Steckdose
istock / IommL

Vor der Stromsperre:
Der Stromanbieter schreibt einen Brief.
Sie müssen den Zahlungsrückstand in vier Wochen bezahlen.
Das nennt man: Stromsperre androhen.
Sie bezahlen nicht.
Der Stromanbieter schreibt wieder einen Brief.
Sie bezahlen nicht.
Der Stromanbieter sperrt nach acht Tagen den Strom.
Sie haben keinen Strom mehr.
Sie müssen hohe Kosten für die Stromsperre bezahlen.

Kalender mit Hinweis auf Stromsperre
shutterstock / Sergey Fedulov, iStock / JoKMedia

Zu hohe Kosten!

Sie können die Stromrechnungen nicht bezahlen.
Nehmen Sie Kontakt zum Stromanbieter auf!
Wichtig: Sie müssen auf Zahlungserinnerungen und Mahnungen reagieren.

Was können Sie dem Stromanbieter anbieten?

  • Zahlung in Raten: Sie müssen jeden Monat etwas Geld bezahlen. Das nennt man Raten. 
  • Erhöhung der Abschlag-Zahlung: Sie müssen jeden Monat etwas mehr Geld für den Abschlag bezahlen.
  • Sie beantragen beim Stromanbieter eine Stundung: Sie müssen das Geld beim Stromanbieter  später bezahlen.
  • Sie bekommen Leistungen vom Sozialamt oder vom Jobcenter. Sie beantragen ein Darlehen.

Sie müssen das Geld später zurückbezahlen.

Die Verbraucherberatung, andere Schuldnerberatungen oder ein Rechtsanwalt helfen Ihnen!

Kontrollieren Sie Ihren Stromverbrauch!

Zwei verschiedene Zählerstände am Stromzähler
istock / ChiccoDodiFC

Passt der Stromverbrauch zum Abschlag?
Sie verbrauchen mehr Strom als Sie bei den Abschlagszahlungen bezahlt haben.
Sie bekommen eine Jahresabrechnung.
Sie müssen Stromkosten nachbezahlen.

Jemand holt Geld aus einem Portemonnaie
istock / andrej_k

Heizung, warmes Wasser und Strom sind in Deutschland sehr teuer.
 Sie verbrauchen weniger Energie. Sie sparen Geld.

Einfache Stromspartipps finden Sie hier - schauen Sie sich die Bilder an!

Weitere Stromspartipps:

  • Tür vom Kühlschrank und Gefrierschrank schnell schließen
  • Im Kühlschrank und Gefrierschrank regelmäßig Eis entfernen (Das heißt abtauen)
  • Spülmaschine voll machen (etwa 80 Teile) und das Programm „ECO“ einstellen
  • Sie haben keine Spülmaschine. Spülen Sie im SpülbeckenWasser im Wasserkocher kochen
  • Essen in der Mikrowelle erhitzen, nicht im Backofen
  • Mit Umluft backen (- Bilder 15) und den Backofen nicht vorheizen
  • Wäsche draußen trocknen
  • Sparduschkopf kaufen und wechseln
  • Temperatur am Durchlauferhitzer senken – Wasserhahn auf ganz heiß = angenehme Temperatur
  • Beim Einkauf von neuen Geräten auf die Energieeffizienz achten (Bild hinzufügen falls vorhanden), Grün ist sparsamKleinere Fernseher, kleinere Bildschirme brauchen weniger Strom
  • Ladegeräte nur in der Steckdosen lassen, wenn Sie ein Gerät laden
  • Machen Sie das Licht aus, wenn Sie aus dem Zimmer gehen

Sie können Ihren Haushalt planen!

Sie bekommen jeden Monat Geld. 
Sie arbeiten. Sie bekommen Geld von Ihrem Arbeitgeber.
Sie arbeiten nicht. Sie bekommen Geld vom Jobcenter.
Sie haben Kinder. Sie bekommen Kindergeld.
Das sind Ihre Einnahmen.

Sie müssen jeden Monat Geld bezahlen.
Sie bezahlen für die Miete, die Nebenkosten und für den Strom. Sie bezahlen für Ihr Handy und für das Internet.
Das sind Ihre festen Ausgaben.

Sie kaufen Lebensmittel. Sie kaufen Kleidung. Sie kaufen Spielzeug.
Das sind Ihre zusätzlichen Ausgaben.
Tragen Sie alle Einnahmen und Kosten in ein Haushaltsbuch ein.
Kontrollieren Sie: Die Einnahmen müssen größer als die Ausgaben sein.

Bezahlen Sie Miete, Nebenkosten und Strom immer pünktlich und vor allen anderen Ausgaben.