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FAQ Schadstoffe: Verschiedenes

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Frostschutzmittel

Darf Frostschutzmittel noch Methanol enthalten? (07.06.2019)

Zurzeit ist Methanol in Scheibenwaschflüssigkeiten noch erlaubt. Ab dem 09. Mai 2019 wird Methanol in Frostschutzmitteln verboten. Dann dürfen keine Scheibenwaschflüssigkeiten und keine Scheibenfrostschutzmittel verkauft werden, die mehr als 0,6 Gewichtsprozente Methanol enthalten.  Frostschutzmittel darf auf keinen Fall in Getränkeflaschen umgefüllt werden. Menschen, die Methanol trinken, können erblinden oder sogar sterben.

Quellen:

PFC in Imprägnierspray von Simex Outdoor

Ich habe eine Spraydose "Imprägnierspray" 400ml der Firma Simex Outdoor Int. GmbH gekauft. Dann hörte ich, dass oft in solchen Imprägniermitteln der hoch giftige Stoff  PFC enthalten ist. Ist das auch bei diesem Imprägnierspray auf Wasserbasis der Fall? Müssen PFC gekennzeichnet werden? (27.08.2019)

Der Hersteller hat auf unsere Anfrage geantwortet, dass folgendes HIGH PEAK Imprägnierspray auf Wasserbasis PFC (Per-oder polyfluorierte Carbone) enthält: https://www.highpeak-outdoor.com/impraegnierspray.html

PFC sind extrem langlebig, werden daher auch als "Forever Chemicals" bezeichnet. Sie sind als Umweltschadstoffe bereits weit verbreitet und wurden selbst in entlegenen Regionen wie der Antarktis nachgewiesen. Die Verbraucherzentrale NRW ist der Ansicht, dass PFC nicht in Verbraucherprodukten eingesetzt werden sollten und bedauert es sehr, dass keine Kennzeichnungspflicht für PFC in Imprägniersprays auf der Packung besteht. PFC-freie Produkte können Sie an den Kennzeichnungen wie "PFC frei", "fluorcarbonfrei", "fluorfrei" oder "frei von Fluorcarbonen" auf der Verpackung erkennen.

Achtung: Es gibt auch Outdoorjacken, Imprägniersprays etc., die als „PFOA/PFOS-frei“ beworben werden. In diesem Fall werden nur diese beiden speziellen PFC ausgeschlossen, die Produkte müssen jedoch nicht frei von jeglichen PFC sein. Sie enthalten als Ersatz oft kurzkettige Fluorchemikalien, die zudem noch in höheren Konzentrationen eingesetzt werden müssen, wenn die gleiche Imprägnierwirkung erzielt werden soll. Auch diese sind langlebig und können den Menschen und das Grundwasser belasten und sind deshalb auch schädlich. 

Quellen:

Schadstoffarme Künstlerfarben

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Arzt in einem Malkurs. Dort wurde mir bewusst, dass die meisten Inhaltsstoffe außer vielleicht Gummi arabicum gesundheitsschädlich sein können. Gerade bei Pigmenten, die giftig sind, würde ich gerne mehr über Alternativen erfahren. Ich habe zeitweise sehr intensiven Kontakt mit Künstlerfarben und arbeite auch sehr lange damit. Ich würde gerne wissen, wie man Risiken vermeidet, wenn es welche gibt. Vielleicht können Sie mir ein Buch oder eine andere Publikation oder besonders schadstoffarme Produkte empfehlen? (08.08.2019)

Viele namhafte Hersteller stellen zu ihren Künstlerfarben im Internet Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung. Sie können einfach mal nach "Ölfarbe Sicherheitsdatenblatt" oder "Acrylfarbe Sicherheitsdatenblatt" suchen. Im Kapitel 2 des Sicherheitsdatenblattes wird auf mögliche Gefahren hingewiesen. In Kapitel 3.2 müssen gefährliche Inhaltsstoffe mit Angabe der Gefahr aufgelistet werden, falls diese im Gemisch enthalten sind.

Ich habe mir einige Sicherheitsdatenblätter zu Acrylfarben, Ölfarben und Eitempera angesehen. Organische Lösemittel kamen dort nicht oder nur in sehr geringen Mengen vor. In Künstlerfarben wurden und werden teilweise Pigmente eingesetzt, die giftige Elemente bzw. Schwermetalle wie Arsen, Blei, Cadmium oder Quecksilber enthalten (siehe hier). Wenn diese Pigmente in einer Paste gebunden sind (also nicht eingeatmet werden), nicht verschluckt werden und Hautkontakt vermieden wird, besteht für den Künstler kein Risiko. Für Kinder sind solche Farben jedoch nicht geeignet und beim Auswaschen der Pinsel können diese die Umwelt belasten.

Früher haben Künstler ihre Farben selbst angemischt. Dazu gibt es auch heute noch zahlreiche Anleitungen.

Eine umweltfreundliche Alternative zu schwermetallhaltigen Pigmenten stellen Pflanzenfarben dar. Anregungen zum Herstellen von Pflanzenfarben finden sie beispielsweise hier.

Quelle:

Sex-Puppe stinkt – Schadstoffuntersuchung?

Ich habe eine Sex-Puppe aus dem Kunststoff TPE im Online-Handel gekauft, die erst nach zwei bis drei Monaten etwas von ihrem chemischen Geruch verloren hat. Durch den Geruch bekam ich Kopfschmerzen und fühlte mich benommen. Wo kann ich mich beschweren und eine Untersuchung auf PAK und Bisphenol veranlassen? Können Weichmacher auch in TPE enthalten sein? (21.07.2019)

Sie können sich mit Ihrer Beschwerde an die Lebensmittelüberwachung wenden. Auch wenn das merkwürdig klingen mag, die Lebensmittelüberwachung ist auch für die chemische Untersuchung von Bedarfsgegenständen mit längerfristigem oder wiederholten Hautkontakt und Spielzeug zuständig. Hier finden Sie die Kontaktdaten aller Lebensmittelüberwachungsämter in NRW.

Es wäre hilfreich, wenn Sie noch die genaue Produktbezeichnung (ggf. auch Chargennummer) herausfinden und wenn Sie den Namen und die Anschrift des Händlers, bei dem Sie die Puppe gekauft haben, zur Hand hätten. Außerdem können Sie Ihr Auskunftsrecht nach dem europäischen Chemikaliengesetz REACH geltend machen und dem Händler die REACH-Schadstoffanfrage stellen. (Diese muss Ihnen innerhalb von 45 Tagen beantwortet werden, falls bestimmte gelistete Schadstoffe (sogenannte SVHC) über 0,1 % enthalten sind). Das Umweltbundesamt stellt dazu einen vorformulierten Musterbrief und die App "Scan4Chem" zur Verfügung. Damit setzen Sie bei dem Hersteller und Händler ein Signal für mehr Produktsicherheit. Brauchbare Informationen werden Sie wahrscheinlich nicht erhalten.

Weichmacher sind eher in dem Kunststoff PVC (Polyvinylchlorid) als in TPE zu erwarten, aber letztlich weiß außer dem Hersteller des Kunststoffs niemand, welche Additive zugesetzt wurden. Der unangenehme Geruch weist allein schon auf ein mangelhaftes Chemikalien- und Qualitätsmanagement bei der Herstellung hin, solche Produkte gehören nicht auf den Markt. Dennoch muss ein unangenehmer Geruch nicht zwangsläufig bedeuten, dass Schadstoffe ausdünsten. 

Achten Sie bei Online-Käufen auf die Adresse des Händlers und kaufen Sie keine Produkte von Händlern mit einer Firmenadresse außerhalb der EU. Solche Produkte  müssen nicht den europäischen Gesetzen entsprechen und können ein Risiko darstellen. Auch wenn Sie bei  Amazon, Ebay, Wish etc. kaufen, sollten Sie nach der Adresse des Verkäufers suchen, bevor Sie bestellen.

Terrassendielen aus WPC

Ich bin bei der Recherche zu Zaunanlagen und Terrassendielen auf den Werkstoff WPC gestoßen. Meine Frage: Wie ökologisch ist dieser Werkstoff, da es ja ein Verbund aus Holz und Kunststoff ist? Kann der Werkstoff später vernünftig und ökologisch entsorgt werden? Werben die Hersteller zurecht mit Nachhaltigkeit und ökologischer Verträglichkeit? (08.08.2019)

Das Fraunhofer Institut für Holzforschung und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) formulierten eine ökologische Bewertung für WPC (Wood-Polymer-Composites) als Terrassendielen.

WPC-Terrassendielen wurden

  • positiver bewertet als Tropenhölzer
  • positiver bewertet als reiner Kunststoff
  • gleichwertig bewertet zu einheimischen Nadelholz, sofern die Lebens- bzw. Nutzungsdauer von WPC höher ist

Faktoren, die die WPC-Ökobilanz positiv beeinflussen können:

  • Langlebigkeit bzw. lange Nutzungsphase
  • hoher Holzanteil aus zertifizierten Quellen
  • die Verwendung von WPC-Recyclaten oder Polyethylen (PE)-Recyclaten

Faktoren, die die WPC-Ökobilanz negativ beeinflussen können:

  • hoher Polyethylenterephthalat (PET)-Anteil
  • kurze Nutzungsdauer

Internes Recycling von Produktionsresten findet teilweise statt, während das Recycling von gebrauchten Terrassendielen aus WPC noch nicht umgesetzt wird, es sei denn, die Hersteller nehmen ihre Produkte zurück und recyceln diese. Das heißt, dass das genutzte WPC in der Regel in die Müllverbrennung geht. Anderes Altholz wird, wenn es lackiert ist, aber auch in der Müllverbrennung entsorgt.

Quellen:

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfragen den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Veröffentlichung wiedergibt.

 

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