Weltverbrauchertag 2020: Unseriöse Notdienste rund ums Haus

Pressemitteilung vom

Weltverbrauchertag 2020
Unseriöse Notdienste rund ums Haus
Breites Bündnis gegen Ärger und Abzocke gefragt

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Ist der Abfluss verstopft oder fällt die Tür ins Schloss, ist ein herbei gerufener Notdienst schnell zur Stelle. „Unseriöse Rohrreiniger und Türöffner nutzen jedoch die Notlage der Kunden mit überteuerten Preisen und Geld bar auf die Hand dreist aus“, warnt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, anlässlich des diesjährigen Weltverbrauchertags am 15. März. Verbraucherinnen und Verbraucher werden so selbst für einfachste Rohrreinigungen oder Türöffnungen mit Rechnungen in Höhe von 1000 Euro oder mehr konfrontiert. In einem solchen Fall helfe nur, die Rechnung genau zu prüfen und im Zweifel nicht sofort komplett zu bezahlen. „Übt der vermeintliche Retter in der Not jedoch massiven Druck aus und nötigt so Kunden zur Zahlung der Rechnung, sollten Betroffene die Polizei alarmieren. “Rat und Hilfe, wie Ratsuchende im Notfall bestmöglich reagieren und wie sie mit überhöhten Rechnungen selbstbewusst umgehen, gibt es in unseren örtlichen Beratungsstellen“, erklärt Schuldzinski. 

Den diesjährigen Weltverbrauchertag (15. März) nutzen die 61 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW, um landesweit vor Rohrreinigungsfirmen und Schlüsseldiensten zu warnen, die nicht seriös und mit ordentlicher Rechnung ans Werk gehen, sondern mit gewieftem Dreh im häuslichen Rohrsystem oder an der Haustür schnelle Kasse machen wollen. Windige Firmen operieren meist von einem zentralen Standort aus, täuschen Ortsnähe vor und sind dennoch im Notfall an erster Stelle. Meist wird jedoch verschleiert, woher die rasche Hilfe kommt. Nach getaner Arbeit wird Kunden eine saftige Rechnung mit Zuschlägen für Anfahrt, Mehraufwand und Spezialwerkzeuge präsentiert, die Betroffene sofort und ohne Prüfung zahlen sollen. 

„Dieses unsaubere Geschäftsmodell ist ein ärgerlicher Dauerbrenner unserer täglichen Beratung, dem dringend Einhalt geboten werden muss. Erste wichtige Schritte zur Eindämmung sind Aufklärung und Information. Darüber hinaus sollten auch die berufsständischen Fachverbände ein Auge darauf haben, das Notdienste, die Leistungen rund ums Haus anbieten, seriös arbeiten und abrechnen“, erläutert Verbraucherzentralenchef Schuldzinski das Ziel der örtlichen Aktion. Ehe Verbraucher in einer Notlage einen Hilfsdienst beauftragen, sollten sie gezielt nachfragen, welche Kosten maximal auf sie zukommen könnten. Wichtig ist hierbei auch immer die Frage nach den anfallenden Anfahrtskosten. Kommt es bei dem Einsatz zu Ärger bei den Kosten und zu einer Bedrohungslage mit der Aufforderung, sofort zu zahlen, sollten Betroffene die Polizei anrufen und sich außerdem alle Kontaktdaten der beauftragten Firma notieren, um gegebenenfalls eine Anzeige zu erstatten.

Dass die Verbraucherzentrale NRW, Polizei und Branchenverbände sowie das NRW-Verbraucherministerium bei der Bekämpfung dubioser Schlüssel-, Rohrreinigungs- und anderer Notdienste künftig stärker Hand in Hand arbeiten, ist für NRW-Verbraucherzentralenvorstand Schuldzinski eine sinnvolle Option: „Wir wollen alle Interessensvertreter an einen Tisch bringen, um geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung der Machenschaften unseriöser Notdienste zu entwickeln und in die Tat umzusetzen.“

Um auf die Tricks von vermeintlichen Rettern in der Not nicht hereinzufallen und angemessen zu reagieren, erhalten Ratsuchende im Vorfeld des Weltverbrauchertags von den örtlichen Beratungsteams der Verbraucherzentrale NRW nützliche Tipps für den Notfall. Ein Infoblatt mit rechtlichem Rat gegen Abzocke von Notdiensten und einer Checkkarte zu Notfall-Nummern sowie eine Magnetkarte mit der Kontaktadresse der Verbraucherschützer gibt‘s in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – Adressen online unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort. Weitere Infos zum Thema online unter www.verbraucherzentrale.nrw/notdienste.

Seit 1983 wird der Weltverbrauchertag jedes Jahr am 15. März gefeiert, um öffentlich auf aktuelle Themen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes aufmerksam zu machen.

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