Verbraucher stärken im Quartier

Pressemitteilung vom

Verbraucher stärken im Quartier

Gemeinsames Projekt von Verbraucherministerium, vzbv und Verbraucherzentralen startet.

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  • Vor krummen Geschäften schützen: Projekt "Verbraucher stärken im Quartier" unterstützt Verbraucher in strukturell schwachen Stadtteilen.
  • Im Fokus: Hilfestellung im Verbraucheralltag und Stärkung der Konsum- und Finanzkompetenz.
  • Neben den Quartieren Bonn-Tannenbusch, Halle/Saale-Südliche Neustadt/Silberhöhe startet auch Saarbrücken-Malstatt am 1. Dezember 2017.

Verbraucherinnen und Verbraucher, die aufgrund ihrer Lebensumstände und ihres geringen Einkommens auf Hilfestellung zur besseren Bewältigung ihres Konsumalltags angewiesen sind, bekommen künftig gezieltere Unterstützung. Am 1. September 2017 ist das gemeinsame Projekt "Verbraucher stärken im Quartier" von Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und Verbraucherzentralen in einem weiteren Bundesland gestartet. Die Mittel für das Projekt stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aus dem Programm "Soziale Stadt" zur Verfügung. Ziel ist es, ein regelmäßiges Informations- und Unterstützungsangebot der Verbraucherzentralen in den Quartieren strukturell schwacher Stadtteile aufzubauen.

"Das Projekt bringt die Verbraucherarbeit in die benachteiligten Quartiere”, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. "Dort sind die Verbraucher, die Unterstützung am nötigsten haben. Denn dort werden mangelnde Kenntnisse von Verbrauchern durch Abzocke und windige Haustürgeschäfte ausgenutzt." Im November 2015 startete das Pilotprojekt in den Quartieren Bonn-Tannenbusch, Halle/Saale-Südliche Neustadt/Silberhöhe. In diesen drei Stadtteilen wird die Quartiersarbeit ab dem 1. Dezember 2017 auch unter dem Dach des Projekts "Verbraucher stärken im Quartier" laufen. Das Modell der aufsuchenden Verbraucherarbeit wird nun auf Saarbrücken-Malstatt ausgedehnt. Weitere Quartiere sollen bundesweit folgen.

Gegen krumme Geschäfte

Im Fokus des Projekts stehen Probleme und Fragen, die eine hohe und oft akute Bedeutung für den Lebensalltag besonders schutzwürdiger Verbrauchergruppen haben. "Es geht um Abwehr und Auflösung unvorteilhafter Handy-Verträge, die das geringe Einkommen überschreiten. Es geht um kundigen Umgang mit strittigen Rechnungen. Es geht um unseriöse Vertragsabschlüsse oder um Energieschulden, die Verbraucher nur schwerlich begleichen können", so Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. "Die Arbeit der Verbraucherzentralen im Quartier will Verbraucher stärken: durch Hilfe in akuten Situationen, durch Information, Anleitung und durch das Stärken der Konsum- und Finanzkompetenz."

Verletzliche Verbraucher stärken

Mit Hilfe des Projekts findet Verbraucherinformation neben der Arbeit in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen nun auch gezielt in benachteiligten Quartieren vor Ort statt. Projektmitarbeiter suchen bei der Arbeit – von jung bis alt – gezielt Menschen auf, die aus unterschiedlichen Gründen bislang nicht den Weg in eine Beratungsstelle der Verbraucherzentralen gefunden haben.

Erkenntnisse für die Arbeit der Verbraucherzentralen

In vielen strukturell benachteiligten Stadtquartieren gibt es bereits soziale Projekte sowie Hilfsstrukturen. Mit dem Projekt "Verbraucher stärken im Quartier" sollen die vorhandenen Strukturen durch eine niedrigschwellige Ansprache von Verbrauchern mit Hilfe anschaulicher Materialien und viel interaktivem Agieren ergänzt werden. "Das Projekt ist das fehlende Puzzleteil, denn es vernetzt bestehende Projekte und Strukturen und hilft Verbrauchern, sich besser im komplexen Marktgeschehen zurecht zu finden", so Klaus Müller. Verbrauchzentralen und vzbv erhoffen sich neben konkreten Lerneffekten auch neue Erkenntnisse für die Verbraucherarbeit und Ableitungen für mögliche weitere Quartiere.

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