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Solidarität ist keine Einbahnstraße

Pressemitteilung vom

„Solidarität ist keine Einbahnstraße“: Abmahnung des Ticketvermittlers Eventim – Geplante Verpflichtung zu Gutscheinlösungen einseitig und unfair

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Unzählige Sport- und Kulturveranstaltungen können wegen der Corona-Krise nicht wie geplant stattfinden, werden gestrichen oder verlegt. Dafür bringen viele Verbraucherinnen und Verbraucher oftmals großes Verständnis auf und sind bereit, Ersatztermine oder Gutscheine zu akzeptieren. Diese Fairness sollte allerdings auch für die Veranstalter gelten. Wer einen Ersatztermin nicht wahrnehmen kann oder in einer existenziellen Notlage ist und das bezahlte Eintrittsgeld deshalb zurück verlangt, stößt jedoch bei manchen Anbietern auf taube Ohren. Die Verbraucherzentrale NRW hat deshalb jetzt den Online-Tickethändler Eventim abgemahnt.

Grundsätzlich gilt: Werden Veranstaltungen auf einen anderen Termin verlegt, haben Verbraucher das Recht, das bereits bezahlte Geld für die Eintrittskarten zurück zu verlangen. Der große Ticketvermittler CTS Eventim AG & Co KGaA verweigert das mit der Begründung, die Tickets seien weiterhin gültig. Diese Vorgehensweise verstößt gegen geltendes Recht. Bis zum 17. April 2020 hat Eventim nun Gelegenheit, als Antwort auf die Abmahnung der Verbraucherzentrale NRW eine Unterlassungserklärung abzugeben.

„Solidarität ist keine Einbahnstraße“, erklärt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Es sei nicht akzeptabel, dass Anbieter wie Eventim ihre Interessen einseitig auf dem Rücken der Verbraucherinnen und Verbraucher durchsetzten. „Dass nun die Bundesregierung die Verbraucher sogar verpflichten will, Gutscheinangebote zu akzeptieren und damit in schwierigen Zeiten auf eigene Geldmittel zu verzichten, halten wir für extrem unfair und lehnen diesen Lösungsvorschlag entschieden ab“, betont Schuldzinski. Eventim hatte allerdings in den der Verbraucherzentrale vorliegenden Fälle noch nicht einmal einen Gutschein angeboten.

Weitere Informationen zu akuten Verbraucherthemen bieten die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – bis auf Weiteres ausschließlich telefonisch oder per E-Mail. Kontaktdaten finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort. Spezielle Antworten auf Corona-Fragen zur Bewältigung des Verbraucheralltags gibt es auch telefonisch unter (0211) 3399 5845 – und zwar montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr und online unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.