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Check bei 12 Anbietern zu Fondssparen mit vermögenswirksamen Leistungen

Pressemitteilung vom

Check bei 12 Anbietern zu Fondssparen mit vermögenswirksamen Leistungen: Karge Auswahl und schwankende Kosten

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Vermögenswirksame Leistungen (vL) und Fondssparen: da winken viele Groß- und Direktbanken ab. Aber auch bei  karger Auswahl lohnt der Vergleich.  Wer auf ETF-Fonds setzt, kommt besonders günstig weg.  Das zeigt ein Check der Verbraucherzentrale bei 12 Geldinstituten und Dienstleistern für Wertpapiere. 

Vermögenswirksame Leistungen (vL) sind für viele Arbeitnehmer lukrativ: Oft beteiligt sich der Arbeitgeber an den Sparraten, und beim Einhalten der entsprechenden Einkommensgrenzen gibt es für vL-Fondssparpläne noch 20 Prozent Arbeitnehmer-Sparzulage oben drauf. Damit steht vor allem Arbeitnehmern mit kleinem Einkommen nach Ablauf der obligatorischen Spardauer von sieben Jahren (sechs Jahre einzahlen, ein Jahr Ruhezeit) ein nettes Geldpolster von - je nach monatlicher Sparrate - bis zu einigen tausend Euro zur Verfügung.

VL-Anlageprodukte gibt es einige: Geht es um eine Immobilie, könnten Bausparverträge oder die direkte Kredittilgung mithilfe der vL genutzt werden. Zum Kapitalaufbau stehen neben vL-Banksparplänen, Rendite-Bausparverträgen und Genossenschafts-Sparverträgen auch Fondssparpläne zum Ansparen der vL mit Wertpapieren zur Auswahl.

Wer seine vL in einem Fondssparplan anlegt, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass sich in sieben Jahren ein ansehnlicher Gewinn angesammelt hat. Denn der Aktienmarkt kann durchaus mal eine Zeit lang Verluste aufweisen. Dann müssen vL-Anleger Zeit und Vertrauen mitbringen - bis sich die Kurse wieder erholt haben.

Voraussetzung für den Abschluss eines vL-Fondssparplans ist, dass sich eine Bank findet, die die Fondsanteile kauft und in einem speziellen vL-Fondsdepot verwaltet. Die Verbraucherzentrale NRW fragte zwölf Banken und Wertpapierdienstleister, ob sie solche vL-Fondsdepots anbieten und welche Nebenkosten dabei anfallen.

Groß- und Direktbanken halten offenbar wenig vom geförderten Arbeitnehmer-Fondssparen. Deutsche Bank, Postbank, ING und Consorsbank jedenfalls zuckten mit den Schultern. Immerhin: Comdirect vermittelte vL-Sparer an den Wertpapierdienstleister ebase, während die Targobank mit der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment zusammenarbeitet. Die einzige Großbank im Check mit eigenem vL-Fondsangebot war die Commerzbank.

Deutlich besser sah es bei den regionalen Geldinstituten aus. Sparkassen lassen die vL-Depots ihrer Kunden beim Dienstleister Deka verwalten, eine ähnliche Kooperation betreiben die Genossenschaftsbanken mit der hauseigenen Fondsgesellschaft Union Investment. Darüber hinaus hat die Verbraucherzentrale die Konditionen von ebase und der FIL Fondsbank unter die Lupe genommen – zwei Institute, die vor allem für unabhängige Finanzvermittler die Führung von Fondsdepots anbieten und auch vL-Fondssparpläne verwalten.

Stichwort Gebühren. Kostenlose Depotverwaltung gab es nur bei der Commerzbank im Direkt-Depot. Die restlichen Anbieter verlangten zwischen neun Euro und 12,50 Euro pro Jahr. Diese Sätze liegen in etwa auf Kostenhöhe eines herkömmlichen Fondsdepots.

Ein  weiterer Blick galt den Ausgabeaufschlägen. Die können beim Kauf der Fondsanteile rund fünf Prozent der Sparrate auffressen. Günstige Anbieter gewähren bei der klassischen Fondsanlage Rabatt. Bei vL-Fonds funktioniert das nur bedingt: Union Investment, ebase und FIL Fondsbank gaben an, auf die Höhe des Ausgabeaufschlags keinen Einfluss zu nehmen, da dieser vom jeweiligen Vertriebspartner festgelegt werde. Deka und Sparkassen wiederum verweigerten einen Nachlass.

Die Commerzbank verzichtete  immerhin bei einigen ausgewählten vL-Fonds auf die Hälfte des Ausgabeaufschlags. Bei Finvesto, der Direktvertriebsmarke von ebase, gab es sogar 75 Prozent Rabatt. Was das spart, wird deutlich am Beispiel einer monatlichen Sparrate von 30 Euro und einem regulären Aufschlag von 5 Prozent. Insgesamt 108 Euro Gebühren fallen im Lauf der Anlagezeit an.  Ein Rabatt von 75 Prozent bringt etwa 80 Euro Ersparnis. Bei aktiv gemanagten Fonds mit einem angenommenen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent (Anlagesumme 30 Euro im Monat) bot die Commerzbank auf Sicht von sieben Jahren dank kostenloser Depotführung und halbiertem Ausgabeaufschlag die niedrigsten Gesamtkosten im Check:  54 Euro. Die höchsten Nebenkosten rief die Deka auf, die dafür insgesamt 195 Euro verlangte.

Wer keine Ausgabeaufschläge zahlen und bei den fondsinternen Verwaltungsgebühren sparen will, setzt auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Diese Fonds verzichten auf kostentreibendes, aktives Management und bilden nur einen Aktienindex wie etwa den MSCI World nach. 

Auch nachhaltige Indexfonds sowie auch nachhaltige aktive Aktienfonds werden von einigen Anbietern als vL-Sparplan angeboten. Ärgerlich deshalb: Nur zwei der Institute in der Verbraucherzentralen-Stichprobe boten das vL-Fondssparen mit ETFs an.  Günstige Konditionen für den Kauf der Fondsanteile konnte hier ebase vorweisen: Sowohl über Vermittler als auch beim Direktabschluss bei der ebase-Eigenmarke Finvesto verlangte die Bank nur 0,2 Prozent der Sparrate als Entgelt. Teurer kam das ETF-Sparen bei der Commerzbank. Dort wurden zusätzlich zum Gebührensatz von 0,25 Prozent fixe 2,50 Euro pro Sparrate fällig. Das entsprach bei einer Sparrate von monatlich 30 Euro einem Ausgabeaufschlag von satten 8,6 Prozent. 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.