Positionen und Fachinformationen: Verbraucherforschung

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Pilotstudie: Verbraucherberatung rechnet sich

Stand: 05.09.2014

Erstmals haben die Verbraucherzentralen Ansätze für eine Kosten-Nutzen-Analyse ihrer Beratung entwickeln lassen. Das Ergebnis: Die allgemeine Verbraucherberatung stiftet ein Vielfaches an Nutzen im Verhältnis zum notwendigen Aufwand an Kosten und staatlichen Subventionen.

In einer Pilotstudie ließen die Verbraucherzentralen ihre Beratung auf den monetären Nutzen und die Rentabilität hin untersuchen. Unter Federführung der Professoren Schmengler wurden an fünf Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland 58 Beratungsgespräche exemplarisch ausgewertet.

Wenn auch – aufgrund begrenzter Mittel – keine repräsentativen Aussagen möglich waren, wurde deutlich, dass sich die Beratung nicht nur für den Ratsuchenden rechnet. Die Forscher ermittelten, dass die Ausgaben pro Beratungsfall gut angelegt sind, bewirken sie im Durchschnitt doch das sieben- bis neunfache an Verbrauchernutzen. Die Berechnung der Rentabilität staatlicher Zuwendungen für die allgemeine Rechtsberatung zeigt, dass ein Euro investierter Steuergelder 14 bis 17 Euro Verbrauchernutzen hervorruft.

Das Fazit der Wissenschaftler: "Offensichtlich ist es den Verbraucherzentralen gelungen, ein effizientes Beratungsinstrument mit einfachen aber wirksamen Maßnahmen aufzubauen."

Die Studie wurde ermöglicht durch eine Förderung der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz und der Stiftung Verbraucherschutz in NRW.

Zum Download:

Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW

Stand: 05.09.2014

Kommunizieren, Vernetzen, Fördern

Das 2011 gegründete Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW (KVF NRW) ist ein Kooperationsprojekt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V. mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Um eine wissenschaftlich unabhängige, hochklassige Verbraucherforschung zu fördern, hatte die Landesregierung gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Ende 2011 das KVF NRW gegründet. Das KVF NRW hat die Aufgabe, die Verbraucherforschung zu unterstützen, um so eine Wissensbasis als Grundlage für effizientes verbraucher- und wirtschaftspolitisches Handeln zu schaffen. Es soll die Kommunikation zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anregen, die Verbraucherforschung in Nordrhein-Westfalen vernetzen und sie durch die Vergabe von Preisen und Mitteln fördern.

Das transdisziplinäre Netzwerk Verbraucherforschung NRW besteht aus über 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Stakeholdern aus der Verbraucherarbeit. Über den monatlichen Newsletter und Twitter werden über tausend Multiplikatoren erreicht.

Um den Austausch zwischen den Disziplinen zu fördern, wurden zehn interdisziplinäre Workshops organisiert. Die Vorträge wurden in einer mittlerweile siebenbändigen Schriftenreihe, den "Beiträgen zur Verbraucherforschung", veröffentlicht – in einer verständlichen Sprache und mit konkreten Hinweisen für die Praxis.

Ab 2018 wird das KVF NRW in die institutionelle Förderung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V. überführt und ist somit eine feste Einrichtung.