Gewährleistung: Zwei Jahre oder sechs Monate?

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In einer Umfrage wollte die Verbraucherzentrale NRW von 200 Unternehmen wissen, wie sie mit der gesetzlich geregelten Gewährleistung umgehen. Nur jeder dritte Händler hat geantwortet. Bei manchen endet der zweijährige Käuferschutz faktisch nach sechs Monaten.

Kundengespräch im Gechäft
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Bis zwei Jahre nach dem Kauf müssen Produkte einwandfrei funktionieren und in Ordnung sein. So sieht es das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) mit dem Begriff Gewährleistung vor. Geht in dieser Zeit etwas kaputt, können Sie es beim Händler reklamieren. Dann heißt es: Reparatur oder Umtausch. Erst wenn das nicht klappt oder der Fehler nach zwei Reparaturversuchen nicht behoben werden kann, können Sie Ihr Geld zurückverlangen.

Soweit sogut. Doch der Gesetzgeber hat für die Händler eine "Hintertür" eingebaut: Die Beweislastumkehr. Ab dem siebten Monat nach dem Kauf müssen Kunden beweisen, dass die Ware schon von Anfang an einen Mangel hatte. Das ist kaum zu schaffen. Die Verbraucherzentrale NRW befragte 200 Unternehmen, ob sie mit diesem "Schwarzen Peter" arbeiten und ob sie Kunden vorab darüber informieren.

Das Thema ist offenbar heikel: Nur jedes dritte Unternehmen hat den Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt. Darunter waren Adidas, Aldi Nord, Amazon, Baur, Bonprix, H&M, Ikea, Jack Wolfskin, Lidl, Manufactum, Mediamarkt, Otto, QVC, Rossmann, Tchibo, Saturn, Waschbär und WMF. Einige verloren sich in nichtssagenden Kulanz-Beteuerungen. Andere verwiesen auf freiwillige Garantieversprechen der Hersteller.

Details der Umfrage und Rückmeldungen einzelner Unternehmen lesen Sie in unserer Pressemitteilung.

Rückgabe, Umtausch, Garantie und Gewährleistung: Wenn Waren defekt sind oder Ihnen nicht gefallen, finden Sie in unserem Umtausch-Check heraus, welche Rechte Sie in Ihrem Fall haben.