BahnCard künftig nur noch digital

Stand:
Die BahnCard wird es in Zukunft nicht mehr als Plastikkarte geben, sondern nur noch digital in der App "DB-Navigator". Die vollständige Umstellung sei laut Bahn für das zweite Halbjahr 2024 vorgesehen.
Hand hält rote BahnCard 25

Das Wichtigste in Kürze

  • Probe-BahnCards werden ab Dezember 2023 nur noch digital ausgegeben.
  • Spätestens Ende 2024 soll es keine BahnCard zum Anfassen mehr geben.
  • Wer die Karte und das Bahnticket auf dem Smartphone hat, sollte immer für ausreichend Akkuleistung sorgen.
  • Screenshots werden laut Richtlinien der Deutschen Bahn nicht akzeptiert.
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Am 10. Dezember hat die Deutsche Bahn ihre Fahrpläne umgestellt. Dabei hat das Bahnunternehmen die Preise für seine Flextickets und die BahnCard erhöht. Bei letzterer gibt es eine weitere Veränderung: Seit dem Fahrplanwechsel werden Probe-BahnCards nur noch digital ausgegeben.

Seit dem Fahrplanwechsel werden nur noch digitale Probe-BahnCards ausgegeben. Die vollständige Umstellung sei laut Bahn für das zweite Halbjahr 2024 vorgesehen. Die Bahn begründet diesen Schritt im Rahmen ihrer Digitalisierung mit Einsparung von Plastik sowie digitaler Affinität der BahnCard-Kundschaft.

Auch die zwölf Monate gültige BahnCard  soll es künftig nicht mehr als physische Plastik-Karte geben, sondern nur noch rein digital auf dem Smartphone bzw. in der App "DB-Navigator". Die vollständige Umstellung sei laut Bahn für das zweite Halbjahr 2024 vorgesehen. Die Bahn begründet diesen Schritt im Rahmen ihrer Digitalisierung mit Einsparung von Plastik sowie digitaler Affinität der BahnCard-Kundschaft, die zu 60% bereits jetzt das digitale Angebot nutzt. Wie die Umstellung genau aussehen soll, ist noch nicht klar; die Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden sollen für die konkrete Gestaltung des Digitalisierungsprozesses berücksichtigt werden.

Kritik: Ein gewisser Kundenkreis wird ausgegrenzt

Dass die Nutzung der BahnCard künftig nur noch digital möglich ist anstelle einer Option, grenzt in Zukunft einen Kreis von Verbraucher:innen aus. Wer zum Beispiel kein Smartphone hat, kann zukünftig auch das Angebot der BahnCard nicht mehr nutzen. Auch mit Smartphone sollten Sie einiges beachten, um nicht aus Versehen ohne BahnCard unterwegs zu sein:

Kann die digitale BahnCard ohne E-Mail-Adresse oder Handy genutzt werden?

Nein. Um die digitale BahnCard nutzen zu können, ist die Erstellung eines Kundenkontos bei der Deutschen Bahn unumgänglich, für das Sie sich mit einer vorhandenen und gültigen E-Mail-Adresse registrieren müssen. Sollten Sie bereits eine physische Bahncard haben, kann mithilfe der BahnCard-Nummer auch ein Kundenkonto zugeordnet werden. Besitzen Sie bereits ein Kundenkonto, können Sie die BahnCard auch nachträglich dort hinzufügen.

Um die Bahncard vorzeigen zu können, muss diese in der App DB Navigator geladen werden. Folglich ist ebenso ein Smartphone notwendig, um die digitale Bahncard nutzen zu können. Bei der BahnCard 100 ist dies aktuell noch nicht möglich.

Warum reicht ein Screenshot der Bahncard nicht aus?

Screenshots mögen praktisch sein – zum Beispiel, um das Ticket auch ohne Internetverbindung vorzeigen zu können. Laut der Richtlinien der Deutschen Bahn reichen sie aber als Nachweis der BahnCard nicht aus. Das einzige auf Papier, was anerkannt wird, ist die vorläufige BahnCard, die beim persönlichen Kauf am DB-Schalter ausgegeben werden kann, wenn die BahnCard sofort genutzt werden soll. Diese vorläufige BahnCard-Bescheinigung hat nur eine kurze Gültigkeit, da sie nur die Zeit überbrücken soll, bis die endgültige BahnCard vorliegt. Im digitalen Verkauf wird keine BahnCard zum Ausdrucken zur Verfügung gestellt.

Bei einer Kontrolle kann es also als Fahren ohne gültige Fahrkarte gewertet werden, wenn man nur einen Screenshot vorzeigen kann. Dass in der Praxis einige Kontrolleur:innen einen Screenshot des Tickets trotzdem akzeptieren, ist reine Kulanz und nicht vorgesehen; nach den Beförderungsbedingungen muss in dem Fall eine Fahrpreisnacherhebung ausgestellt werden

Wenn Sie ihr Ticket und die BahnCard in der App DB-Navigator bereits hochgeladen haben, funktioniert das Vorzeigen in der Regel auch ohne Internetverbindung; das Handy muss aber funktionsbereit und die App aktualisiert sein.

Was droht, wenn der Akku des Smartphones leer ist?

Da die digitale BahnCard zwangsläufig an die App und damit an ein Smartphone gebunden ist, müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Gerät bei einer Kontrolle eingeschaltet ist. Sollten Sie das Ticket und Ihre BahnCard nicht vorzeigen können, droht Ihnen eine so genannte Fahrpreisnacherhebung. Das bedeutet: doppelter Fahrpreis, mindestens aber 60,00 Euro.

Sie können das Ticket und die gültige BahnCard dann innerhalb von 14 Tagen im DB Reisezentrum, über das Online-Portal oder direkt im persönlichen Chat unter https://db-fn.de/ „nachzeigen“. Allerdings bleibt auch dann eine Bearbeitungsgebühr von 7,00 Euro zu zahlen.

Wichtig: Halten Sie diese „Nachzeigefrist“ von 14 Tagen nicht ein, bleibt die volle Fahrpreisnacherhebung gültig.    

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