Grippeimpfung in der Apotheke

Stand:
Die Grippeschutzimpfung gibt es seit dem Oktober 2020 als zusätzliches Angebot in Apotheken. Wer das Angebot nutzen kann und wie die Impfung in der Apotheke abläuft, lesen Sie hier.
Impfspritze wird an einen Oberarm gehalten

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Angebot können fast alle ab 18 Jahren nutzen, die gesetzlich krankenversichert sind und deren Krankenkasse am Modellversuch teilnimmt.
  • Neun von zehn in der Apotheke Grippeschutzgeimpften würden sich wieder gegen Influenza impfen lassen.
  • Apotheker:innen müssen dafür eine Zusatzqualifikation und einen nicht einsehbaren Nebenraum haben.
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Wenn im Herbst die jährliche Grippewelle kommt, sollten möglichst viele Menschen gegen die Grippe geimpft sein, damit ihr Immunsystem gestärkt ist. Um die niedrigen Impfraten zu steigern, werden Grippeschutzimpfungen seit Oktober 2020 für gesetzlich Krankenversicherte auch in Apotheken angeboten (Stand Januar 2022). Eine Liste der beteiligten Apotheken in NRW findet sich auf der Website des Apothekerverbands Nordrhein.

Das Modellprojekt soll den Vertragspartnern zufolge "nach seiner positiven Evaluation" bis zum 31. Oktober 2023 wissenschaftlich begleitet fortgesetzt werden.

Ergänzendes Angebot zur Arztpraxis

Grippeschutzimpfungen in der Apotheke ersetzen nicht den Pieks in der Arztpraxis, sondern sind ein weiteres, leicht zugängliches Impfangebot, um die Zahl der gegen Grippe Geschützten zu steigern. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten 75 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Grippeviren immun sein. In Deutschland wird bislang nur jeder Dritte geimpft.

Wer sich impfen lassen kann

In Apotheken dürfen nur Erwachsene ab 18 Jahren geimpft werden, die gesetzlich krankenversichert sind. Wichtig: Die eigene Krankenkasse muss an dem Modellprojekt teilnehmen und mit ausgewählten Apotheken eine feste Vereinbarung über das Impfangebot treffen. Geimpft werden in diesem Rahmen nur Personen, für die die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut eine Grippeschutzimpfung emfiehlt (so genannte Risikogruppen). Dazu zählen Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal. Diese Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Nicht geimpft werden dürfen Kinder und Erwachsene mit akuten Infekten, mit Fieber über 38,5 Celsius oder Patient:innen, die den Blutverdünner Marcumar einnehmen. Auch wer bis zu drei Tage nach der Impfung einen Operationstermin hat, darf nicht geimpft werden. Der Ausschluss gilt auch für Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Impfstoffsubstanzen wie Gentamicin oder Neomycin. Schwangere sollten zur Grippeimpfung weiterhin eine Arztpraxis aufsuchen.

Impfausweis mitbringen

Vor der Impfung sind Apotheker:innen verpflichtet, über Nutzen und Risiken aufzuklären. Hierüber müssen Sie eine Einwilligung unterschreiben. Die Immunisierung muss im Impfausweis eingetragen und in den Unterlagen der Apotheke dokumentiert werden. Falls der Impfausweis nicht vorliegt, stellen Apotheker:innen eine Impfbescheinigung aus und tragen die Impfung auf Ihren Wunsch zu einem späteren Zeitpunkt im Impfausweis nach.

Ist der Impfausweis nicht mehr auffindbar, sollten Sie bei Ihrer bisherigen Impfstelle um Nachweise bitten, damit der aktuelle Impfstatus möglichst lückenlos nachvollzogen werden kann. Die Apotheken sind verpflichtet, die Impfdokumente zehn Jahre lang aufzubewahren.

Qualifizierung für Apotheker

Die am Modellprojekt teilnehmenden Apotheker:innen müssen eine spezielle Fortbildung absolvieren. Sonst dürfen sie nicht impfen. In der Schulung lernen sie theoretisches und praktisches Wissen über die Influenza, die Grippeschutzimpfung, das Impfen an sich sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen bei unvorhergesehenen Impfreaktionen.

Zudem müssen Apotheker:innen vor der Verabreichung anhand verschiedener Kriterien prüfen, ob Sie überhaupt geimpft werden dürfen. Die Apotheken benötigen für die Impfungen einen separaten, nicht einsehbaren Nebenraum. In der Apotheke sollen zudem nur Impfstoffe in Fertigspritzen verabreicht werden. Die Injektion erfolgt ausschließlich in den Oberarmmuskel.