Cookie-Banner: Klage gegen Google

Stand:
Google ist unter anderem die meistgenutzte Suchmaschine in Deutschland. Mit gestalterischen Tricks verleitet sie Nutzer:innen zur umfassenden Preisgabe von Daten. Jetzt steht das Unternehmen mit der Verbraucherzentrale NRW vor Gericht.
Lupe über Monitor mit google-Schriftzug

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Design der Cookie-Banner auf google.de verstößt nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW gegen nationale Regelungen und EU-Vorgaben.
  • Die Banner sind so gestaltet, dass die Ablehnung einer Verarbeitung von Cookies erheblich aufwändiger als die Erteilung einer umfassenden Zustimmung ist.
  • Ob die Gestaltung zulässig ist, muss nun das Landgericht Berlin entscheiden.
Off

Cookie-Banner sollen für Nutzer:innen transparent machen, welche persönlichen Informationen verarbeitet werden und dazu eine Zustimmung einholen. Die Anpassung oder Ablehnung dieser Einstellungen ist allerdings oft mühsam. Und vieles spricht dafür, dass dies kein Zufall ist. Sogenannte Dark Patterns sollen Verbraucher:innen zu einer möglichst umfassenden Einwilligung in die Verarbeitung ihrer Daten bewegen. Wir halten die entsprechende Gestaltung auf den Webseiten der Suchmaschine von Google für unzulässig und haben nun Klage vor dem Landgericht Berlin erhoben.

Die Ablehnung einer Verarbeitung von Cookies ist erheblich aufwändiger als die Erteilung einer umfassenden Zustimmung. So müssen Besucher:innen nur einmal klicken, um den Cookies zuzustimmen, wohingegen sie zur Ablehnung erst auf eine zweite Ebene des Banners wechseln müssen. Dort müssen dann mindestens drei verschiedene Kategorien von Cookies einzeln abgelehnt werden, bevor Google diese Einstellungen übernimmt und die Nutzer:innen wieder auf die Startseite zurückgehen können. Diese so genannten Dark Patterns setzt das Unternehmen nach unserer Auffassung ein, damit Besucher:innen eine möglichst umfassende Einwilligung abgeben und verstößt damit gegen nationale Datenschutz-Regelungen aus dem Telekommunikations-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG) sowie gegen EU-Recht.

Cookies: Ihre Spur durchs Internet

Wie schon Hänsel und Gretel eine Spur aus Krümeln durch den Wald gelegt haben, können Cookies Ihre Spuren durch das Internet nachzeichnen. Die mit den gesammelten Daten erstellten Nutzungsprofile ermöglichen es, auf Ihre Interessen angepasste Werbung anzuzeigen oder können an Dritte übermittelt werden. Mit Cookies und ähnlichen Technologien zum Tracking (englisch für Verfolgung) können Rückschlüsse gezogen werden – unter anderem auf Ihren ungefähren Standort, das genutzte Gerät, die Häufigkeit und Dauer ihrer Internetbesuche, die aufgerufenen Seiten mit Produkten oder Dienstleistungen und manchmal sogar auf Ihren Bildungsabschluss oder finanziellen Hintergrund.

So können Sie Spuren verringern

Auch wenn es lästig ist, sollten Sie Cookie-Banner nicht einfach wegklicken und allem zustimmen. Nehmen Sie sich Zeit, die Einstellungen anzupassen. Deaktivieren Sie Drittanbieter-Cookies grundsätzlich in Ihrem Browser. Das beeinträchtigt normalerweise keine wichtigen Funktionen der aufgerufenen Internetseiten. Anleitungen für die gängigen Programme finden Sie in diesem Text über Cookies. Wenn Sie Cookies nach jeder Sitzung löschen, können Sie außerdem verhindern, dass ein dauerhaftes Tracking stattfindet.