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Geschenk vom Staat: Ausgaben für Haushaltshilfen anrechenbar

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer professionelle Dienstleistungen in Haus und Garten nutzt, kann bei der Einkommenssteuer sparen.
  • Anerkannt werden aber nur die Lohnkosten, keine Materialkosten.
  • Deshalb sollten Arbeitskosten auf jeder Handwerkerrechnung gesondert aufgeführt sein.
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Von den Steuerabgaben können Ausgaben für Dienstleistungen in Haushalt und zur Pflege abgezogen werden. Geregelt ist dies in Paragraph 35a des Einkommenssteuergesetzes. Der Fiskus unterscheidet bei der steuerlichen Behandlung zwischen der Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen und Haushaltshilfen, der Pflege durch Dienstleister sowie sozialversicherungspflichtig Angestellte und Minijobbern, die Haushaltstätigkeiten auf 450-Euro-Basis leisten. Für alle gilt: Es müssen Tätigkeiten sein, die einen engen Bezug zum Haushalt haben. Reine Begleit- oder Lieferdienste gehören zum Beispiel nicht dazu.

Ziel ist es, Schwarzarbeit für Privathaushalte unattraktiv zu machen. Achtung: Alle Kosten müssen Sie durch eine detaillierte Rechnung und den Überweisungsbeleg oder Kontoauszug nachweisen.

Handwerkerleistungen

Auf die Steuerabgaben anrechnen können Sie alle alle handwerklichen Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten am Haus, in der Wohnung und auf dem Grundstück, die vom Mieter oder Eigentümer in Auftrag gegeben werden. Hierunter fallen zum Beispiel Tapezier-, Maler-, Fliesenleger-, Sanitär-, Elektriker-, Maurer-, Trockenbau-, Garten- und Wegebauarbeiten.

Wichtig ist: Steuerlich anerkannt werden nur die Lohn-, nicht jedoch die Materialkosten. Daher müssen in der Rechnung Material- und Personalkosten getrennt ausgewiesen werden. Absetzbar sind 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Bitten Sie daher bei jedem Auftrag den Handwerker ausdrücklich, in der Rechnung die Arbeitskosten extra auszuweisen!

Professionelle Haushaltshilfen und Pflegekräfte

Hierzu zählen Dienstleistungen von Firmen im Haushalt, die zum Beispiel Reinigungsarbeiten, Gartenpflege oder Hilfe bei einem privaten Umzug anbieten. Ebenso fallen Haushaltshilfen, die Sie sozialversicherungspflichtig beschäftigen, unter diesen Begriff. Steuerlich absetzbar sind 20 Prozent der Kosten, maximal 4000 Euro pro Jahr.

Eine Steuerermäßigung können Sie auch für Pflege und Betreuung sowie für Aufwendungen in Anspruch nehmen, die durch die Unterbringung in ein Heim oder zur dauernden Pflege entstehen. Die Dienstleistungen müssen mit den Tätigkeiten einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sein wie beispielsweise Endreinigung der Wohnung oder Zubereitung der Mahlzeiten. Aufgrund der zuletzt genannten Verbesserung wird der Abzug dieser Kosten als außergewöhnliche Belastung (§ 33a Absatz 3 EStG) gestrichen.

Geringfügig Beschäftigte (Mini-Jobber) im Haushalt

Wer einen so genannten Mini-Jobber (bis 450 Euro im Monat) als Haushaltshilfe selbst anstellt, kann ebenfalls Steuern sparen. Entsprechende Ausgaben können entweder als außergewöhnliche Belastung (§ 33a Absatz 3 EStG) oder als "Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienstleistungen und Handwerkerleistungen" geltend gemacht werden. Im letzteren Fall beträgt die Einsparung bei der Steuerschuld 20 Prozent der Ausgaben, maximal 510 Euro pro Jahr.