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Das Fahrrad als Transportmittel

Stand:

Ob in der Freizeit, beim Einkaufen oder bei der Fahrt zur Arbeit – das Fahrrad ist das klimaschonende Verkehrsmittel schlechthin. Wir zeigen, welche Ausrüstung für große und kleine Transporte sinnvoll sein kann.

Fahrräder mit Gepäcktaschen
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Ein Fahrrad ist leise, sparsam, nimmt wenig "Parkplatz" in Anspruch und verursacht keine klimaschädlichen Abgase. Zudem ist Bewegung im Alltag der einfachste Weg, gesund zu bleiben: Wer häufig seine alltäglichen Wege mit dem Rad statt dem Auto fährt, verbrennt Kalorien, baut Stress ab und Muskeln auf – und spart Zeit und Geld.

Bei Einkaufsfahrten mit dem – richtig ausgestatteten – Rad kann man auf Parkplatz-Suche, Parkgebühren und eventuelle Knöllchen fürs Falschparken pfeifen. Einfach aufsatteln und die Geschäfte und Stationen direkt anfahren. Zusätzliche Möglichkeiten bieten sich dem, der neben dem Rad auch Bus und Bahn nutzt.

Fahrrad oder Pedelec

Grundausstattung ist ein von Größe und Typ zur Person passendes Fahrrad. Sattel- und Lenkerhöhe sollten optimal eingestellt sein. Mit einem gut gewarteten Fahrrad fährt man auch mit höherer Beladung gut und sicher. Schaltung, Bremsen, Lichtanlage, Klingel und Ständer müssen voll funktionsfähig sein. Mit ausreichendem Reifendruck kommt man auch mit Gepäck besser voran - mit einer guten Standluftpumpe geht‘s ganz leicht. Elektrofahrräder (Pedelecs) sind in bergigen Gegenden, mit schweren Anhängerlasten oder bei längeren Fahrten hilfreich.

Bei der Ausstattung des eigenen oder Leih-Fahrrads zum Transportieren von Lebensmitteln, Aktenordnern, Gartenpflanzen oder Getränkekisten gibt es altbewährte und auch neue Lösungen.

Kleine Lasten

Gepäckträger und Taschen

Für kleinere und alltägliche Einkäufe mit dem Rad genügt oft schon ein Rucksack oder ein Fahrradkorb zum Einklemmen auf dem Gepäckträger. Es gibt auch seitlich fest am Gepäckträger montierbare Klappkörbe, die zusammengeklappt flach anliegen und nur bei Bedarf ausgeklappt werden. Viele Möglichkeiten bieten Systemträger, deren Trägerplatte fest auf dem Fahrradgepäckträger montiert wird. Darauf lassen sich dann z. B. Körbe, abschließbare Gepäckboxen, Kindersitze oder auch selbst gebaute Transportbehälter sicher einstecken. Zum einfachen und schnellen Anhängen an den Gepäckträger gibt es Fahrradtaschen, von klassischen bis zu wasserdichten Modellen – auch mit Rucksackfunktion oder Schultergurt. Diese können universell oder für spezielle Zwecke einsetzbar sein, z. B. für den Transport des Notebooks oder von Akten. Auch Koffertrolleys mit Ausziehbügel sind erhältlich. Tipps:

  • Ein stabiler Gepäckträger ist immer eine gute Investition. Gute Träger sind für bis zu 25 oder seltener auch 40 kg ausgelegt.
  • Beim Kauf darauf achten, dass die Taschen und Körbe einfach und sicher an den Gepäckträger passen und ihn – voll bepackt – nicht überladen.
  • Bei der Auswahl der Transportbehältnisse nicht nur die gewünschte Form, Funktion und Langlebigkeit vergleichen, sondern auch das jeweils maximal mögliche Volumen und Gewicht der Zuladung.
  • Mit Signalfarben und reflektierenden Flächen an Taschen und Boxen fährt man sicherer.

Große Lasten

Fahrradanhänger

Transportiert man häufig mehr, bietet sich ein Fahrradanhänger an. Es werden viele Modelle in verschiedenen Größen, Gewichten und Preisklassen für ganz unterschiedliche Einsatzgebiete angeboten – vom Lastentransport, für bis zu zwei Kinder oder das Haustier bis zum Familien-Wochenendeinkauf. Zusammenklappbare Anhänger lassen sich leichter verstauen. Viele Modelle sind mit Griff als Handwagen oder auch als Einkaufstrolley oder Kinderwagen nutzbar. Sogar das Joggen durch Wald und Wiese macht mancher Anhänger mit. Tipps:

  • Im Fachhandel beraten lassen und das eigene Rad mitnehmen.
  • Leichter fahren Anhänger mit großen Laufrädern und Luftbereifung.
  • Auf eine stabile, leichte Konstruktion und einen Sicherheitswimpel achten.
  • Deichsel und Kupplungssysteme sind oft herstellerspezifisch!
  • Beleuchtungsmöglichkeiten und die Ersatzteilversorgung abklären.
  • Möglichst eine Probefahrt mit dem Anhänger machen.

Lastenräder und Rikschas

Vielleicht lohnt sich auch ein Transportrad mit zwei oder drei Rädern, wenn man z.B. ein Auto ersetzen oder häufig viele oder auch schwere Lasten bewegen will. Rikschas für den Personentransport und Lastenräder gibt es in sehr verschiedenen Bauarten für viele Einsatzzwecke – mit einer möglichen Zuladung von bis zu 250 kg. Tipps:

  • In immer mehr Städten stellen Stadtteilinitiativen, kommunale Unternehmen oder Geschäfte Bürgern sogenannte "freie Lastenräder" zur – oft auch kostenlosen – Ausleihe zur Verfügung. Informationen gibt es z. B. unter www.dein-lastenrad.de
  • Lastenräder mit unterstützendem Elektromotor (Pedelec-System) erleichtern den Transport bei schweren Lasten sowie bergigen oder längeren Strecken.
  • Man sollte mit seiner Hausratversicherung klären, ob das Rad mitversichert ist.
  • Einen guten Überblick zu den verschiedenen Modellen bietet der Verkehrsclub Deutschland e.V.
  • Selbstbau-Informationen zu Lastenrädern findet man z. B. unter www.werkstatt-lastenrad.de.
  • Viele Infos rund um das Thema Lastenrad unter: cargobike.jetzt

Wussten Sie, dass ...

  • ein Fahrrad nur ca. ein Sechstel eines Pkw-Stellplatzes zum Parken braucht?
  • ein Elektrofahrrad, auch bekannt als Pedelec (Pedal Electric Cycle) auf 100 km etwa eine Kilowattstunde Strom verbraucht, die ca. 29 Cent kostet?
  • in Kopenhagen jede vierte Familie mit zwei oder mehr Kindern ein Lastenrad besitzt?
  • bereits etwa 70 deutsche Initiativen kostenfrei Lastenräder verleihen oder es für die Zukunft planen?