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Ihre Rechte im Urlaub mit Bus und Bahn

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Egal, welches Transportmittel einen in den Urlaub bringt - schief gehen kann immer etwas. Deshalb haben wir hier Lösungen für häufige Probleme zusammengestellt.

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Fernbus: Überbuchung, Annullierung und Verspätung

Wird eine Fahrt mit mindestens 250 Kilometern Wegstrecke überbucht, annulliert oder verzögert sich die Abfahrt um mehr als zwei Stunden, haben Fahrgäste folgende Wahl: Sie können die Fahrt so bald wie möglich zum vereinbarten Preis fortsetzen – auch falls eine andere Strecke zum Ziel führt. Sie können aber auch auf die Weiterfahrt verzichten und den Fahrpreis für die gebuchte Tour zurückverlangen. Ob Fernbuskunden bei Transportausfällen und massiven Verspätungen auf Kosten des Fernbusunternehmens auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen können, um etwa mit der Bahn ans Ziel zu kommen, ist bislang rechtlich umstritten. Wer die Fahrt wegen zeitlicher Verzögerung abbrechen will, dem muss das Busunternehmen eine kostenlose Rückfahrt zum Abfahrtsort anbieten.

Fernbus: Weitere Erstattung bei Überbuchung oder Start vom Busbahnhof

Falls das Busunternehmen im Falle einer Überbuchung keine Ersatzfahrt oder Fahrpreiserstattung angeboten hat, wird Fahrgästen zur Erstattung des Fahrpreises obendrauf die Hälfte des Fahrpreises als Entschädigung gewährt. Wird die Fahrt annulliert oder verzögert sich um mehr als zwei Stunden, ohne dass das Busunternehmen eine Ersatzfahrt oder die Fahrpreiserstattung anbietet, kann die zusätzliche Entschädigung nur verlangt werden, wenn der Fernbus seine Fahrt an einem Busbahnhof aufnehmen sollte.

Fernbus: Kostenlose Verpflegung und Übernachtung

Bei langen Wartezeiten von mehr als 90 Minuten auf Fahrten, die planmäßig über drei Stunden dauern sollen, muss das Beförderungsunternehmen den Fahrgästen kostenlose Mahlzeiten oder Erfrischungen anbieten, sofern sie im Bus oder im Busbahnhof verfügbar oder logistisch zu organisieren sind. Wird eine Übernachtung fällig, ist das Busunternehmen verpflichtet, kostenlos für ein Hotel und den nötigen Transfer zu sorgen. Allerdings können die Übernachtungskosten für jeden Fahrgast auf 80 Euro pro Nacht und auf höchstens zwei Tage beschränkt werden. Der Anspruch auf Unterbringung entfällt jedoch in Fällen höherer Gewalt – etwa wenn widriges Wetter oder schwere Naturkatastrophen eine sichere Busfahrt erschweren oder unmöglich machen.

Fernbus: Gepäckverlust

Ein Busunternehmen haftet auch für Verlust und Schäden des Reisegepäcks, wenn es seine Schuldlosigkeit am Verschwinden oder den Beschädigungen nicht nachweisen kann. Falls der Schaden durch einen Busunfall entstanden ist, beträgt die Haftungshöchstgrenze 1.200 Euro für jedes Gepäckstück. In anderen Fällen wird bis zu 1.000 Euro Entschädigung pro Person gezahlt.

Fernbus: Information ist das A und O

Alle Fahrgäste müssen vor und während der Fahrt mit angemessenen Reiseinformationen versorgt werden. Außerdem hat das Busunternehmen dafür zu sorgen, dass die Verordnung über die Fahrgastrechte an den Busbahnhöfen aushängt und im Internet einsehbar und abrufbar ist.

Bahn: Sonderentschädigungen und Ausschlussregeln

Ein Anspruch auf Entschädigung kann auch bei Verspätungen von weniger als 60 Minuten bestehen, falls dadurch ein Anschlusszug verpasst wird. Auch im Falle höherer Gewalt – bei Unwettern oder Naturkatastrophen, Terrorakten, Streiks oder unvermeidbaren Personenschäden ist ein Ausgleich zu zahlen. Bis zu einer Bagatellgrenze von 4 Euro gibt's jedoch in der Regel keine Rückerstattung. Bahnkunden mit einem Ticket-Abo müssen hingegen bei regelmäßigen Verspätungen oder Zugausfällen angemessen entschädigt werden. Im Nahverkehr sind es pro Verspätung 1,50 Euro. Die Verspätungen müssen aber gesammelt werden – ausgezahlt wird erst ab einem Betrag von 4 Euro.

Bahn: Fahrpreiserstattung bei Verspätung

Erreicht ein Zug den gewünschten Zielort zwischen 60 und 120 Minuten später als geplant, können Fahrgäste der Deutschen Bahn oder eines privaten Bahnunternehmens auf eine Erstattung von 25 Prozent des Fahrkartenpreises pochen. Bei einer mehr als zweistündigen Verspätung gibt's die Hälfte des Ticketpreises zurück. Wer bei einer angekündigten Verspätung auf eine Beförderung verzichtet, erhält den kompletten Fahrpreis retour. Kunden, die wegen massiver Verspätung unterwegs ihre Bahnfahrt abbrechen, haben Anspruch auf einen kostenlosen Rücktransport zum Ausgangspunkt. Wichtig: Lassen Sie sich die Verspätung im Zug oder am Infoschalter bestätigen!

Bahn: Unfreiwillige Wartezeit versüßen

Bei einer Verspätung von mehr als 60 Minuten müssen Bahnunternehmen gestrandeten Fahrgästen neben einer finanziellen Entschädigung auch kostenlos Erfrischungen und Mahlzeiten anbieten – und zwar in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit. Darüber hinaus sind die Beförderungsunternehmen auch verpflichtet, festsitzende Bahnkunden – falls erforderlich – für eine Nacht oder mehrere Tage in einem Hotel unterzubringen. Kann eine Bahnfahrt nicht fortgesetzt werden, muss die Beförderung zu einem alternativen Abfahrtsort oder mit einer anderen Möglichkeit angeboten werden.

Bahn: Nahverkehr

Bestimmte Regeln gelten für Beförderungen von nicht mehr als 50 Kilometern oder von nicht mehr als einer Stunde: Erreichen Bahnkunden mit einer ausschließlich für den Nahverkehr gültigen Fahrkarte ihren gebuchten Zug nicht, weil der Nahverkehrszug mindestens 20 Minuten Verspätung hat, können sie auch einen Fernzug nutzen. Ein Beförderungsunternehmen übernimmt auch bis zu 80 Euro für eine Taxifahrt, wenn Bahnkunden nachts unter bestimmten Bedingungen stranden – etwa weil die letzte planmäßige Verbindung den Zielbahnhof nicht bis 24 Uhr erreicht oder wenn sich die Ankunft zwischen 24 und 5 Uhr um mehr als 60 Minuten verzögert.