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Kostenloses Hautkrebsscreening

Stand:

Gut ein Fünftel der "getesteten" Arztpraxen vergeben entweder gar keinen Termin oder offerieren nur eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Dies ist das Ergebnis einer telefonischen Befragung der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen, Berlin und Rheinland-Pfalz bei den kassenärztlichen Hautärzten in Berlin und Köln.

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Hautkrebs ist, nach Information der Deutschen Krebshilfe, die weltweit am häufigsten auftretende Krebserkrankung. Seit 2008 ist das Hautkrebsscreening für Männer und Frauen ab 35 Jahren alle zwei Jahre eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Untersuchung kann von zertifizierten Haut- und Hausärzten durchgeführt werden. Dabei wird die gesamte Hautoberfläche mit dem bloßen Auge oder einfachen, vergrößernden Sehhilfen nach verdächtigen Hautveränderungen abgesucht. Daneben wird immer häufiger das sogenannte Dermatoskop (eine speziell, beleuchtete Lupe) angeboten, das derzeit nicht Bestandteil des kostenlosen Hautkrebsscreenings ist und von Patienten selbst bezahlt werden muss.

Mit der im Januar und Februar 2015 durchgeführten telefonischen Befragung sollte u.a. geklärt werden, welchen Stellenwert das gesetzliche Hautkrebsscreening in Hautarztpraxen im Vergleich zur Selbstzahlervariante einnimmt. Dazu wurden insgesamt 192 kassenärztliche Hautarztpraxen in Berlin und Köln telefonisch befragt.

Ergebnisse:

Patienten können nicht automatisch davon ausgehen, dass ihnen in jeder Hautarztpraxis das kostenlose Hautkrebsscreening angeboten wird.

Gut ein Fünftel der "getesteten" Arztpraxen bieten ihren Patienten das kostenlose Hautkrebsscreening nicht an. Sie vergeben entweder gar keinen Termin oder bieten nur eine Selbstzahlerleistung an. Dies ist sieben Jahre nach der Einführung des Hautkrebsscreenings ein enttäuschendes Ergebnis.

Die häufigste Begründung für das alleinige IGeL-Angebot besteht darin, dass nur diese Leistung sinnvoll sei. Die durchschnittlichen Kosten für die Selbstzahlerleistung betragen in Berlin rund 23 Euro und in Köln rund 27 Euro. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den preiswertesten Angeboten (10 €) und dem teuersten Angebot (100 €).

Abrechnungsrelevante Daten (Versicherungsstatus, Alter, Zeitpunkt des letzten Hautkrebsscreenings) werden von den meisten Arztpraxen am Telefon nicht erfragt. Hier besteht das Risiko, dass Patienten, wenn sie z.B. noch nicht 35 Jahre alt sind oder erst letztes Jahr das Hautkrebsscreening haben durchführen lassen, erst in der Arztpraxis erfahren, dass sie keinen Anspruch auf die gesetzliche Leistung haben.

Wenn Sie das kostenlose Hautkrebsscreening der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie sich unbedingt im Vorfeld bei der entsprechenden Arztpraxis erkundigen, ob diese die Leistung auch anbietet.
Beabsichtigen Sie eine Selbstzahlerleistung durchführen zu lassen, ist es ratsam, bei verschiedenen Ärzten die (voraussichtlichen) Preise hierfür zu vergleichen.

 

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