Rückreise aus dem Urlaub: Quarantäne und Corona-Test bei Risikogebieten

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Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Die Kosten werden nur übernommen, wenn Sie Symptome für Corona aufweisen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Für Gebiete, in denen bestimmte Virusvarianten weit verbreitet sind, gilt eine Einreisesperre. Seit 8. März 2021 gilt eine Quarantänedauer für Virusvarianten-Gebieten von 14 Tagen.
  • Einreisende aus allen Risikogebieten müssen sich direkt nach Ankunft nach Hause oder an einen anderen geeigneten Ort begeben und sich dort 10 Tage lang in häuslicher Quarantäne aufhalten. Sie müssen außerdem das Gesundheitsamt kontaktieren.
  • Auch wenn zu diesem Zeitpunkt ein negatives Testergebnis vorliegt, besteht in den meisten Bundesländern weiterhin die zehntägige Quarantänepflicht. Die Isolationszeit kann jedoch frühestens nach 5 Tagen durch ein weiteres, negatives Testergebnis beendet werden.
  • Einige Fluggesellschaften setzen schon vor der Einreise ein negatives Testergebnis voraus. Für Ausreisende besteht in der Regel eine Testmöglichkeit im Testcenter am Flughafen. Informieren Sie sich am besten rechtzeitig, ob die Testpflicht auch für Ihre Airlines zutrifft.
Jemand wird im Auto sitzend mit einem Tupfer durch eine Rachenprobe auf das Coronavirus getestet.
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Testpflicht bei der Einreise

Einreisende nach Deutschland, die sich in den letzten 10 Tagen in einem Gebiet mit hohem Ansteckungsrisiko oder in einem Gebiet mit bestimmten Virusvarianten aufgehalten haben, müssen bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis nachweisen. Diese Gebiete werden "Hochinzidenzgebiete" bzw. "Virusvarianten-Gebiete" genannt. Der Nachweis ist auf Anforderung dem Beförderungsunternehmen (z.B. der Fluggesellschaft) sowie der zuständigen Gesundheitsbehörde vorzulegen.

Die Testpflicht besteht für Einreisende ab Vollendung des sechsten Lebensjahres.

Die Bundesregierung sowie die Länder haben auf einem Treffen am 22. März 2021 weitere Maßnahmen bis in den April hinein beschlossen. Alle Bürger sollen weiter auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland verzichten. Die Bundesregierung wird eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, wonach eine generelle Testpflicht vor Abflug zur Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland vorgesehen wird. Fluggesellschaften sollen verpflichtet werden, konsequente Tests von Crews und Passagieren vor dem Rückflug durchzuführen.

In diesem Artikel schildern wir die Regelungen für Auslands-Reisen. Informationen zu Reisen innerhalb von Deutschland finden Sie in unserem entsprechenden separaten Text.

Sollte eine Testung vor Abreise nicht möglich sein, können ggf. Beförderer in Ausnahmesituationen einen Corona-Test durchführen. In diesem Fall darf der Abstrich höchstens 12 Stunden vor der Abreise erfolgen.

Reisende, die sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem sonstigen Risikogebiet aufgehalten haben, müssen spätestens 48 Stunden nach ihrer Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen und dieses auf Anforderung den zuständigen Behörden vorlegen. Das Testergebnis sollte für mindestens zehn Tage nach Einreise aufbewahrt werden.

Der Corona-Testnachweis darf frühestens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen werden. Die gilt für Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvarianten-Gebiete.

Die aktuellen Listen der Hochinzidenzgebiete, Virusvariantengebiete und sonstigen Risikogebiete finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Einreise aus Virusvarianten-Gebieten

Seit dem 30. Januar bis zunächst 17. März 2021 gilt ein Einreiseverbot für Personen aus Virusvarianten-Gebieten.

  • Ausnahmen gibt es für Personen mit Wohnsitz und bestehenden Aufenthaltsrecht in Deutschland und für deren Familienangehörige. Diese Personen dürfen einreisen, müssen aber bereits bei Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.
  • Weitere Ausnahmen gelten für die Beförderung von medizinischem Personal und für Personen, die aus dringenden humanitären Gründen einreisen, sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr. 

Als Virusvarianten-Gebiete gelten derzeit (Stand: 5. März 2021): Botswana, Brasilien, Eswatini, Frankreich, Irland, Lesotho, Malawi, Mosambik, Österreich, Portugal, Sambia, Simbabwe, Slowakei, Südafrika, Tschechien, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.

Die Liste der Virusvarianten-Gebiete wird regelmäßig auf der Webseite des Robert Koch-Instituts aktualisiert.

Akzeptiert werden bei der Einreise nach Deutschland derzeit folgende Tests: PCR-, LAMP- und TMA-Tests aus allen Staaten der EU sowie einigen weiteren Staaten. Außerdem Antigen-Schnelltests aus allen Ländern, wenn diese die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen.

Neue bundesweite Corona-Einreisebestimmungen seit dem 8. März 2021:

  • Es gilt nun eine Quarantänedauer für Virusvarianten-Gebieten von 14 Tagen.
  • Eine mögliche Verkürzung der Quarantänedauer für Virusvarianten-Gebieten durch einen negativen Corona-Test bestimmen die Bundesländer.
  • Bei einer Einreise aus Risikogebieten ist zu beachten: Die Quarantäne endet grundsätzlich frühestens fünf Tage nach der Einreise, wenn ein negatives Corona-Testergebnis vorliegt. Der Test darf frühestens am fünften Tag nach Einreise durchgeführt werden, muss danach zehn Tage aufbewahrt und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorgelegt werden.
  • Der PCR-Test oder Corona-Schnelltest (PoC-Schnelltest) muss von einem medizinischen Dienstleister vorgenommen werden, der eine Berechtigung dazu hat. Die Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden grundsätzlich von den Behörden nicht akzeptiert.

Die Einreise-Quarantäne-Bedingungen der Bundesländer können sich im Einzelnen unterscheiden. Alle Details finden Sie in den Einreise-Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer in der Übersicht der Bundesregierung.

Neue Corona-Einreisebestimmungen seit dem 8. März 2021 in NRW

  • Wer aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreist, muss grundsätzlich eine zehntägige Einreisequarantäne antreten.
  • Diese Quarantäne kann jedoch vermieden werden, wenn der Reisende 48 Stunden vor oder innerhalb von 24 Stunden nach der Einreise einen COVID-19 Einreisetest durchführt und das Ergebnis des Tests negativ ist. Der PCR-Test oder Corona-Schnelltest (PoC-Schnelltest) muss von einem medizinischen Dienstleister vorgenommen werden, der die Berechtigung zur Vornahme einer Testung hat. Die Corona-Selbsttests für zu Hause, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden nicht akzeptiert.
  • Die Quarantänedauer für Virusvarianten-Gebieten beträgt 14 Tage, wobei eine Verkürzung der Quarantäne durch eine Freitestung nicht möglich ist.
  • Grundlage hierfür ist die Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Bezug auf Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten (Coronaeinreiseverordnung Nordrhein-Westfalen – CoronaEinrVO NRW) vom 8. März 2021.

Was sind Corona-Risikogebete?

Zu den Risikogebieten gehören viele Länder außerhalb Europas. Aber auch innerhalb Europas sind verschiedene Risikogebiete ausgewiesen. Bei Deutschlands direkten Nachbarländern gilt zum Stand 15. März 2021:

  • Niederlande: Das gesamte Land (inkl. der autonomen Länder und Gebieten in der Karibik) gilt als Risikogebiet. Ausnahme ist Curaçaо.
  • Belgien: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Luxemburg: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Frankreich: Das gesamte Kontinentalfrankreich sowie verschiedene Überseegebiete gelten mindestens als Risikogebiete. Das Département Moselle gilt sogar als Virusvarianten-Gebiet.
  • Schweiz: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Österreich: Fast das gesamte Land gilt mindestens als Risikogebiet. Ausnahmen sind die Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal. Das Bundesland Tirol gilt sogar als Virusvarianten-Gebiet. Davon ausgenommen sind der politische Bezirk Lienz (Osttirol), die Gemeinde Jungholz, sowie das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee.
  • Tschechien: Ganz Tschechien gilt als Virusvarianten-Gebiet.
  • Polen: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Dänemark: Fast das gesamte Land gilt als Risikogebiet, mit Ausnahme der Färöer, Grönland sowie der Regionen Midtjylland und Nordjylland.

Darüber hinaus gibt es in Europa weitere Risikogebiete, z.B. große Teile von Spanien inklusive der Kanarischen Inseln. Ausgenommen sind hier derzeit die Balearen, Kastilien-La Mancha, Extremadura, La Rioja, Murcia und Valencia.

Besonders unter Beobachtung stehen international außerdem einige Länder wie Großbritannien, Irland, Portugal, die Slowakei und Südafrika. In diesen Ländern verbreiten sich Mutationen des Coronavirus, die vermutlich deutlich ansteckender sind (außerdem in Tschechien, siehe oben).

Ob Sie sich in einem Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvarianten-Gebiet aufgehalten haben, können Sie einer Liste des RKI entnehmen, die laufend aktualisiert wird.

Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben?

  • Grundsätzlich gilt für Risikogebiete (nicht für Virusvarianten-Gebiete) die 10-tägige Quarantänepflicht.
  • Frühestens 5 Tage nach der Einreise kann ein Corona-Test gemacht werden. Wenn das Ergebnis negativ ist, wird die Quarantäne aufgehoben, wenn Sie nicht unter eine Ausnahmebestimmung fallen.
  • Das Testergebnis muss nach der Testung 10 Tage aufbewahrt sowie der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorgelegt werden.
  • Sollten trotz negativem Test binnen 10 Tagen nach der Einreise Covid-19-typische Symptome auftreten, muss das Gesundheitsamt sofort benachrichtigt werden. Ein weiterer Test ist dann notwendig.

Bitte beachten Sie, dass sich die Quarantänebestimmungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden können. Auf einer Seite der Bundesregierung finden Sie Informationen u.a auch zu den Quarantänebestimmungen der Bundesländer.

Einreiseanmeldung vor Rückreise aus einem Corona-Risikogebiet

Vor der direkten Einreise aus einem Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder Virusvarianten-Gebiet müssen Sie die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen, wenn Sie sich bis zu zehn Tage vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Sie ersetzt seit dem 8. November die Aussteigekarte in Papierform. Auf www.einreiseanmeldung.de müssen Sie Reise- und Kontaktdaten angeben, die an die für Ihren Wohnort oder Aufenthaltsort zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet werden. Sie kontrolliert, dass Sie die notwendige Quarantäne einhalten. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung. Die Bestätigung erhalten auch nur Personen, die sich tatsächlich in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Minderjährige Mitreisende benötigen keine separate Anmeldung. Hier genügt die gemeinsame Anmeldung mit der erwachsenen mitreisenden Person.

Bitte beachten Sie, dass eine Einreiseanmeldung erforderlich ist, andernfalls kann eine Beförderung zum Beispiel mit dem Flugzeug gar nicht erfolgen. Sofern Sie eine digitale Reiseanmeldung nicht vornehmen können, beispielsweise aufgrund mangelnder technischer Ausstattung, können Sie in Ausnahmefällen stattdessen eine Ersatzmittelung in Papierform ausfüllen. Bitte legen Sie in diesem Fall das Schriftstück auf Verlangen dem Beförderer oder im Falle einer polizeilichen Grenzkontrolle den Beamten vor. Das Formular finden Sie beim Bundesgesundheitsministerium.

Personen, die lediglich durch sonstige Risikogebiete und Hochinzidenzgebiete durchreisen und dort kein Zwischenaufenthalt haben, sind ausgenommen. Für Einreisende mit Voraufenthalten in Virusvarianten-Gebieten besteht die Pflicht zur digitalen Einreiseanmeldung immer.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

Die aktuellen Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvarianten-Gebiete finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Achtung: Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit versuchen Betrüger über Webseiten, die digitale Einreiseanmeldung für Reisende gegen eine Gebühr vorzunehmen und die Daten angeblich an die Gesundheitsämter zu übermitteln.

Bitte benutzen Sie für die digitale Einreiseanmeldung ausschließlich die kostenlose Webseite www.einreiseanmeldung.de. Nur die durch diese Webseite generierten Nachweise gelten als offiziell und werden bei Kontrollen akzeptiert.

Genügt ein Corona-Selbsttest für die Einreise als Nachweis?

Die Corona-Selbsttests für den Selbstgebrauch, die in Discountern oder Drogeriemärkten erhältlich sind, werden bei Ein- oder Ausreisekontrollen nicht als Testnachweis akzeptiert. Bei der Ein- oder Ausreisekontrollen muss ein ärztliches Zeugnis oder ein dokumentiertes negatives Testergebnis vorliegen. Eine Testkassette mit einem negativen Testergebnis kann als Nachweis nicht anerkannt werden.

Das Testergebnis muss bei der Einreise nach Deutschland auf Papier oder digital in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorgelegt werden.

Gibt es Sanktionen?

Bei Verstoß gegen die genannten Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweispflicht oder zur häuslichen Quarantäne können die zuständigen Behörden Bußgelder verhängen.