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Strom und Gas: Rabatte für Neukunden, hohe Preise für Bestandskunden

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Energieanbieter umwerben Neukunden mit günstigen Angeboten, während sie die Preise der Bestandskunden erhöhen. Das hat eine Auswertung von 80 Preiserhöhungsschreiben und den zugehörigen Preisgeschichten ergeben.
  • Preiserhöhungen liegen teilweise zwischen 20 und 30 Prozent.
  • Betroffene Kunden sollten den besseren Preis verlangen, den Neukunden bezahlen, oder den Anbieter wechseln.
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Teilweise drastische Preiserhöhungen

Wie verbreitet über die Untersuchung um den Jahreswechsel 2016/17 hinaus die Ungleichbehandlung der Bestandskunden in der Branche ist, lässt sich zwar noch nicht belegen. Doch es lässt sich bereits sagen, dass sowohl "Billiganbieter" als auch Stadtwerke Neukunden mit günstigen Angeboten umwerben, während sie die Preise ihrer Bestandskunden erhöhen.

Beim Anbieter Enstroga etwa zahlten Bestandskunden in den uns vorliegenden Fällen nach einer Preiserhöhungsrunde bis zu 30 Prozent mehr als Neukunden, bei Fuxx Energie sind es ca. 24 Prozent, bei Grünwelt-Energie ca. 20 Prozent, bei Extra Energie rund 15 Prozent. Fälle etwa von Kunden der Klick Energie oder der Stadtwerke Herne belegten, dass auch unter den kommunalen Anbietern einige so vorgehen und Treue nicht belohnen.
Die angekündigten Preiserhöhungen fielen bei einigen Anbietern drastisch aus: Bei uns vorliegenden Fällen von Enstroga, Extra-Energie, Fuxx Energie, Grünwelt, Immergrün, Maingau und Strogon lagen die Preiserhöhungen jeweils zwischen ca. 20 und 30 Prozent. Treue Kunden sollten also mindestens ein Fünftel mehr bezahlen als bisher.

Ein besonders interessantes Vorgehen legte Enstroga an den Tag: Das Unternehmen kündigte mehreren Kunden neben einer kleinen Erhöhung zum 1. Januar 2017 noch eine weitere, bis zu 30-prozentige Preissteigerung zu einem späteren Zeitpunkt an. Hier besteht die Gefahr, dass sich Kunden an die zweite Erhöhung nicht mehr erinnern, wenn sie wirksam wird, und deshalb nicht rechtzeitig mit einer Kündigung reagieren können. Auch Immergrün kündigte zwei Preiserhöhungen in einem Schreiben an.

Die Berechnungen beruhten auf den tatsächlichen Verbräuchen der uns zugesandten Fälle. Lag uns der Verbrauch nicht vor, wurde ein durchschnittlicher Jahresverbrauch von 3.600 kWh angenommen.

Preis für Neukunden prüfen und verlangen

Wir empfehlen: Vergleichen Sie bei einer Preiserhöhung die künftigen Preise Ihres Versorgers mit denen, die der Anbieter auf seiner Internetseite für Neukunden bewirbt. Gibt es eine Abweichung, verlangen Sie telefonisch oder per E-Mail ein attraktiveres Angebot und machen Sie Ihre Bereitschaft zum Anbieterwechsel klar. Erhalten Sie kein besseres Angebot, wechseln Sie den Anbieter . Nachverhandlungen und Kündigungen sind bis zum Wirksamwerden der Preisänderung möglich.