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Ausstellung und Kosten

Stand:

Zur Ausstellung von Energieausweisen sind nur Personen berechtigt, die bestimmte Qualifikationskriterien nachweisen können. Da es jedoch keine vollständige Liste der zugelassenen Aussteller gibt, gestaltet sich die Suche oftmals schwierig.

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Aussteller von Ausweisen

Den Energieausweis ausstellen dürfen nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) nur Fachkräfte mit besonderer Aus- und/oder Weiterbildung sowie Berufspraxis (meist Ingenieure, Architekten, Physiker oder Handwerker). Die EnEV gibt eine genaue und abschließende Aufzählung der Voraussetzungen. Da es kein amtliches Zertifikat der Zulassung gibt, muss sich der Auftraggeber auf die Aussage des Ausstellers verlassen. Allerdings: Wer vorsätzlich oder fahrlässig Energieausweise oder Modernisierungsempfehlungen ausstellt, ohne dazu berechtigt zu sein, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 15.000 Euro Bußgeld belegt werden kann.

Da es kein spezielles Zertifikat für die nach der EnEV zugelassenen Aussteller gibt, empfiehlt sich eine schriftliche Bestätigung des Ausstellers, dass er persönlich Energieausweise ausstellen darf. Die formale Zulassung des Ausstellers sagt allerdings noch nichts über seine Qualifikation. Vergleichen Sie daher verschiedene Angebote und fragen Sie nach bisherigen Erfahrungen und der Zahl der bereits durchgeführten Gebäudeberechnungen. Achten Sie auch darauf, dass der Aussteller eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, die ggf. entstehende Ansprüche im Fall fehlerhaft ausgestellter Ausweise abdecken kann.

Ausstellersuche

Eine vollständige Liste zugelassener Aussteller gibt es nicht. Bei der Internetsuche findet man sowohl Portale mit Ausstellerübersichten (meist nach Postleitzahl geordnet) als auch Einzelaussteller. Die Einträge beruhen in der Regel auf ungeprüften Selbstauskünften der Aussteller.

Eine Datenbank mit Energieberatern, deren Qualifikation regelmäßig überprüft wird, ist die Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme. Die Wahl eines Ausstellers aus dieser Liste ist insbesondere empfehlenswert, wenn auch eine Modernisierung des Gebäudes geplant ist, da nur hier gelistete Personen die für die Beantragung von KfW-Fördermitteln erforderlichen Sachverständigenbestätigungen ausstellen dürfen.

Zusätzliche Sicherheit bietet ein Energieausweis mit dena-Gütesiegel. Das Gütesiegel wird ausschließlich für Energieausweise vergeben, die auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden und bei denen besondere Anforderungen an die Qualifikation des Ausstellers und die Vorgehensweise bei der Ausstellung eingehalten werden. Außerdem wird dem Ausweis eine Kurzdokumentation mit den errechneten Gebäudedaten beigefügt. Allerdings sind Energieausweise mit dena-Gütesiegel erheblich teurer und bieten keine Gewähr für die Qualität und Richtigkeit. Berechtigte Aussteller finden sich ebenfalls auf der dena-Liste.

In jedem Falle sollten Sie sich vor der Bestellung des Ausweises vergewissern, dass folgende Leistungen entweder auf der Internetseite des Ausstellers oder schriftlich ausdrücklich zugesichert werden:

  • Vertrag mit genauer Leistungsbeschreibung
  • Erklärung des Ausstellers, auf welcher Grundlage er persönlich zur Ausstellung von Energieausweisen nach der Energieeinsparverordnung berechtigt ist
  • Schriftliche Bestätigung aller Daten und Angaben, die von Ihnen übermittelt und für die Erstellung des Ausweises verwendet wurden
  • Datenschutzzusicherung für alle übermittelten und errechneten Daten
  • Nummer der Berufshaftpflichtversicherung des Ausstellers, die ggf. entstehende Ansprüche im Fall fehlerhaft ausgestellter Ausweise abdecken kann.

Durch Ihre Forderungen tragen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit und zur Verbesserung des Qualitätsstandards bei.

Datenerhebung und Ortstermin

Eine Besichtigung oder Begehung des Gebäudes durch den Aussteller ist nicht vorgeschrieben. Der Eigentümer kann die Daten bereitstellen, die zur Ausstellung des Energieausweises erforderlich sind. Tut er das, ist er dafür verantwortlich, dass die Angaben richtig sind. Zusätzlich ist der Aussteller verpflichtet, die übermittelten Daten auf Plausibilität zu prüfen; er darf diese nur verwenden, wenn keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit bestehen. Die ermittelten Energiekennwerte basieren auf den zugrunde gelegten Daten und dem angewandten Rechenverfahren. Wird die Richtigkeit des Energieausweises zum Beispiel nach einem Hausverkauf vom Käufer in Frage gestellt, so gewinnt die Form und Qualität der Datenerhebung eine besondere Bedeutung.

Eine Besichtigung oder Begehung des Gebäudes mit weitgehender Datenerhebung durch den Aussteller ist zwar nicht vorgeschrieben und hat ihren Preis, sichert aber den Eigentümer bei Zweifeln an der Richtigkeit des Ausweises und möglichen Schadensersatzforderungen besser ab. Werden konkrete Empfehlungen zur Modernisierung oder gar eine Energieberatung erwartet, ist ein Vor-Ort-Termin unabdingbar.

Preise und Zahlungsweise

Aufgrund des wesentlich geringeren Aufwands bei der Datenerhebung ist der Verbrauchsausweis günstiger zu haben als der Bedarfsausweis. Seine Aussagekraft ist jedoch ebenfalls wesentlich geringer. Verbrauchsausweise werden bereits für unter 100 Euro angeboten. Der Preis für den Bedarfsausweises hängt wesentlich von der Gebäudegröße ab. Er liegt mit mehreren hundert Euro deutlich über dem für Verbrauchsausweise. Eine Energieberatung ist in der Erstellung des Energieausweises nicht inbegriffen.

Entspricht der Ausweis nicht den gesetzlichen Vorgaben, können Sie als Auftraggeber vom Aussteller zunächst eine kostenlose Nachbesserung verlangen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, können Sie nach angemessener Fristsetzung weitere Rechte geltend machen und zum Beispiel vom Vertrag zurücktreten. Das gilt auch dann, wenn der Aussteller die Nachbesserung von vornherein als unzumutbar ablehnt. Sie erhalten dann das für den Ausweis gezahlte Entgelt zurück.
Gehen Sie nicht auf Vorkasseforderungen ein! Bestehen Sie zunächst auf der Lieferung eines korrekten und vollständigen Ausweises und fordern Sie bei mangelhafter Lieferung kostenlose Nachbesserung!

Billigangebote für Energieausweise

Im Internet gibt es etliche Billig- und Schnäppchenangebote für Energieausweise schon ab 25 Euro. Dahinter verbergen sich in der Regel Verbrauchsausweise mit Datenerhebung per Internet und Online- oder Postzustellung des Dokuments, ohne dass der Aussteller das Gebäude vor Ort in Augenschein nimmt. Mitunter werden sogar Bedarfsausweise ohne Begehung angeboten. Auf diese Art den Ausweis zu erstellen, ist zwar grundsätzlich zulässig, jedoch gibt es oft bereits bei der Datenerhebung erhebliche Mängel. Dies kann dazu führen, dass der Ausweis fehlerhaft ist und damit seine Funktion nicht erfüllt. Zwar ist der Aussteller verpflichtet, die bereitgestellten Daten auf Plausibilität zu überprüfen und diese nicht zu verwenden, sofern er an deren Richtigkeit zweifelt, doch muss auch der Auftraggeber dafür Sorge tragen, dass die übermittelten Daten richtig sind. Nimmt der Aussteller dagegen die Daten selbst auf, ist er für deren Richtigkeit auch verantwortlich.

Sofern ein Ausweis ohne eine Vor-Ort-Begehung des Ausstellers ausgestellt werden soll, ist es besonders wichtig, die Angebote äußerst sorgfältig zu prüfen und zu vergleichen. Dabei sollte man sich auch nicht von umfangreichen Fragebögen für die Datenaufnahme abschrecken lassen – ganz im Gegenteil: Der Aussteller kann nur einen korrekten Energieausweis ausstellen, wenn er dazu genügend Informationen erhält. Zur Erstellung eines Verbrauchsausweises müssen neben den Gebäudegrunddaten – dazu zählen Gebäudetyp, Adresse, Baujahr des Gebäudes und der Anlagentechnik, Anzahl der Wohnungen und Gesamtwohnfläche – insbesondere die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre richtig übermittelt werden. Hierzu gehören das Anfangs- und Enddatum der drei Abrechnungszeiträume, die Berücksichtigung längerer Leerstände während dieser Zeit und die Angabe, ob der Energieverbrauch für Warmwasser in den Verbrauchsdaten enthalten ist oder das Wasser dezentral beispielsweise über elektrische Boiler oder Durchlauferhitzer erwärmt wird.

Zum Energieausweis gehören auch sinnvolle Modernisierungsempfehlungen. Dafür muss neben dem Baujahr des Gebäudes abgefragt werden, welche nachträglichen Modernisierungsmaßnahmen in welchem Jahr bereits durchgeführt worden sind, zum Beispiel:

  • Wärmdämmung von Dach, Außenwänden, Kellerdecke, Spitzboden
  • Austausch der Fenster oder der Verglasung
  • Dämmung von Heizleitungen, Einbau von Thermostatventilen
  • Solar- oder Lüftungsanlage

Lassen Sie sich nicht mit der Auskunft abspeisen, bei einem Verbrauchsausweis seien Empfehlungen nicht erforderlich oder möglich. Diese zusätzlichen Angaben benötigt der Aussteller außerdem zur vorgeschriebenen Prüfung der Daten auf Plausibilität. Werden Sie nicht erhoben, so besteht der begründete Verdacht, dass dieser Aussteller seinen Verpflichtungen nicht in vollem Umfang nachkommt. Beachten Sie unsere Empfehlungen zur Ausstellersuche.
Für die Ausstellung eines Bedarfsausweises ist eine umfangreiche Aufnahme der Gebäudedaten notwendig, die von einem nicht fachkundigen Laien kaum korrekt durchgeführt werden kann. Wir empfehlen daher, für die Ausstellung eines Bedarfsausweises unbedingt eine Vor-Ort-Begehung des Gebäudes durch den Aussteller.

Registriernummern für neue Energieausweise

Ab 1. Mai 2014 ausgestellte Energieausweise erhalten eine Registriernummer. Die Registriernummer wird vom Ausweisaussteller beim Deutschen Institut für Bautechnik für jeden Ausweis neu beantragt. Nachdem ihm die individuelle Nummer zugewiesen wurde, trägt der Aussteller diese in den Ausweis ein. Sofern der Energieausweis unmittelbar benötigt wird und sich die Zuteilung der Registriernummer verzögert, kann der Ausweisaussteller auch einen vorläufigen Energieausweis ohne Registriernummer erstellen. Er muss dem Eigentümer aber sofort nach Erhalt der Nummer einen neuen Ausweis mit einem entsprechenden Eintrag übergeben. Der vorläufig ausgestellte Ausweis wird damit ungültig.

Die Registriernummer dient den zuständigen Behörden zur stichprobenartigen Kontrolle der Energieausweise. Damit soll die Qualität der Dokumente verbessert werden. Verschiedene Untersuchungen, auch durch die Verbraucherzentralen, stellten nämlich teilweise erhebliche Qualitätsmängel fest. Deshalb soll zukünftig ein statistisch signifikanter Anteil aller in einem Jahr neu ausgestellten Energieausweise überprüft werden. Zur Auswahl der Stichproben können die Behörden die Registriernummern mit den dazugehörigen Ausweisen abrufen.

Die Aussteller sind verpflichtet, Kopien der von ihnen ausgestellten Energieausweise zwei Jahre lang aufzubewahren und den Behörden, die die Kontrollen durchführen, auf Verlangen zu übergeben. Dabei müssen die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Die Kontrolle der Ausweise kann auf unterschiedliche Arten erfolgen – bis hin zu einer vollständigen Überprüfung der Eingabedaten und der Ergebnisse. Sofern dazu allerdings auch eine Vor-Ort-Begehung des Gebäudes erforderlich ist, muss das Einverständnis des Gebäudeeigentümers vorliegen. Der Eigentümer ist nicht verpflichtet, einer solchen Begehung zuzustimmen.