Menü

Digitales Antennenfernsehen: Aus DVB-T wird DVB-T2

Stand:

DVB-T - das Digitale Antennen-Fernsehen - ist hinter den Kulissen zu DVB-T 2 weiter entwickelt worden. Der neue Standard ist seit Sommer 2016 in Ballungsräumen im Testbetrieb und wird seit März 2017 dann regionsweise Deutschland eingeführt.

Off

Während die analoge Fernsehtechnik, die in den 50er Jahren den Weg in die Haushalte fand, teilweise bis heute beim Kabelfernsehen in Betrieb und damit gut 65 bis 70 Jahre alt werden konnte, geht e’s mit den digitalen Abkömmlingen wesentlich schneller zu Ende: DVB-T wird nach jetziger Planung maximal das 18. Lebensjahr erreichen, in einigen Regionen Deutschland nicht mal das, denn die letzten Umstellungen erfolgten erst im Jahre 2008.

Ziel der Umstellung ist eine Anpassung an die heute weit verbreiteten großen Flachbildfernseher. Dafür werden die Programme per DVB-T2 "hochauflösend" im HD-Standard ("High Definition") verbreitet. Weiterhin wird durch ein neues Kompressionsverfahren auch die Anzahl der Programme erhöht.

Leider können die herkämmlichen DVB-T Empfänger nicht mit einem Software-Update für den Empfang von DVB-T2 fit gemacht werden.

Deshalb müssen sich alle DVB-T-Nutzer über kurz oder lang neue Empfangsgeräte zulegen. Analoge Röhrenfernseher benötigen dann ebenso einen DVB-T2-Receiver als externe Set-Top-Box wie moderne Flachbildfernseher, die seit Jahren oft schon ein DVB-T-Empfangsteil eingebaut haben. Die Umstellung wird also jede Menge Elektroschrott erzeugen, oft leider der Preis für technische Weiterentwicklungen in den digitalen Welten!

Für "Röhren"-Gucker entfällt natürlich die HD-Qualität; beim Kauf einer Set-Top-Box müssen sie darauf achten, dass diese auch einen SCART-Ausgang hat, mit dem sie an den Fernseher angeschlossen werden kann.

Hierzulande wird DVB-T2 zusammen mit dem neuen Kompressionsverfahren HEVC eingeführt, während in Frankreich, Großbritannien und Österreich DVB-T2 mit einem anderen Verfahren läuft. Es hat also keinen Sinn DVB-T2-Boxen oder Fernseher im Ausland zu kaufen: Diese funktionieren in Deutschland nicht.

Set-Top-Boxen und Flachbildfernseher, die für den DVB-T2-Empfang in Deutschland geeignet sind, erkennt man im Handel mit dem grün-weißen DVB-T2 HD Logo.

Für den Empfang der privaten, werbefinanzierten Fernsehsender sind dabei Set-Top-Boxen und Fernseher erforderlich, die auch mit verschlüsselten Programmen umgehen können und über entsprechende Schnittstellen für die Entschlüsselung verfügen. Für die Entschlüsselung fallen Kosten von 69 Euro pro Jahr. Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender werden grundsätzlich unverschlüsselt übertragen.

Die Umstellung auf DVB-T2 erfolgt stufenweise. Seit Mai 2016 ist in den großen Ballungsgebieten eine Einführungsphase gestartet, allerdings nur mit einem Angebot von einer Handvoll Programmen, die bisherigen "alten" DVB-T laufen erst mal noch unverändert weiter.

Ab dem 29. März 2017 ging DVB-T2 zunächst in den Ballungsgebieten in vollem Umfang auf Sendung. Gleichzeitig erfolgt die DVB-T-Abschaltung. Einen Parallelbetrieb gibt es nicht. Bis Mitte 2018 sollen weitere Regionen dazu kommen bzw. DVB-T Sender abgeschaltet werden.

Wer über eine Dach- oder Außenantenne verfügt, kann diese genauso weiter nutzen wie die weit verbreiteten kleinen Zimmerantennen. Dach- oder Außenantennen werden aber immer eine stabilere Empfangssituation auch in größeren Entfernungen von DVB-T2-Sendern gewährleisten.

Wer derzeit über die Anschaffung eines neuen Fernsehers nachdenkt, sollte beim Hersteller oder Händler genau nachfragen, ob das Gerät auch mit dem neuen DVB-T2-Standard mit HEVC umgehen kann. Stichproben haben gezeigt, dass nicht alle Händler wirklich gut orientiert sind. Die einfache Bezeichnung "DVB-T2-Tuner integriert" oder "DVB-T HD" reicht nicht aus.