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Kundendaten: Datensparsamkeit gegen Werbung und Missbrauch

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Datenschutz selbst gemacht: Bei jedem neuen Eintrag im Internet lohnt es sich zu überlegen, welche Informationen man über sich selbst preisgibt und wem man eine Verwendung erlaubt.

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Wer im Internet Bücher, Kleidung oder Arzneimittel kauft, mit wenigen Klicks eine Reise bucht oder Bankgeschäfte erledigt oder rege Kundenkarten nutzt – der hinterlässt stets eine Spur persönlicher Daten, die bei allen Transaktionen mehr oder weniger umfangreich abgefragt werden. Name, Anschrift, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse oder Handynummer: Je mehr persönliche Daten bei einer Bestellung oder Buchung in Umlauf geraten, desto genauer lässt sich daraus ein personenbezogenes Kunden- und Nutzerprofil erstellen. Die darin erfassten Daten sind ein begehrtes Gut, mit denen ein lukrativer Handel, aber auch viel Schabernack und Schindluder betrieben wird: Adresshändler sammeln und verkaufen solche Daten in erster Linie für Werbezwecke. Auskunfteien erstellen Kundenprofile, um deren Kreditwürdigkeit zu bewerten, etwa wenn eine eigene Immobilie finanziert oder ein neuer Mobilfunkvertrag abgeschlossen werden soll. Soziale Netzwerke nutzen persönliche Daten, um Mitglieder mit personenbezogener Werbung zu umgarnen. Gerissene Geschäftemacher erschleichen sich persönliche Fakten bei unerwarteten Anrufen oder durch geschicktes Abgreifen in Anmelde-, Bestell- oder Buchungsunterlagen.

Nur notwendige Daten angeben

Wer im Internet oder per Versandhandel etwas bestellen möchte, sollte nur die Daten angeben, die für die jeweilige Vertragsabwicklung erforderlich sind – wie Name und Anschrift. Die gewünschte Bekanntgabe des Geburtsdatums ist meist für einen Bestell- oder Buchungsvorgang unerheblich, sondern dient allein dem Nutzungsinteresse des Anbieters. Auch die eigene Kontonummer und Bank gehören unter Verschluss und sollten niemals am Telefon preisgegeben werden.

Pseudonyme

Ein Pseudonym ist ein fingierter Name einer Person. Dies wird im Internet vielfach genutzt, um die Privatsphäre in bestimmten Lebensbereichen zu erhalten und einen direkten Bezug zur realen Person zu erschweren. Pseudonyme sind im Internet zulässig und im Telemediengesetz gesetzlich verankert (§ 13 TMG). Auf vielen Plattformen ist die Einrichtung eines Accounts unter einem Pseudonym möglich. Grundsätzlich ist die Nutzung von Pseudonymen ratsam, sofern der jeweilige Anbieter dies erlaubt und die Angabe der Echtdaten nicht erforderlich ist, wie beispielsweise bei den Online-Spielen. Es erschwert das Erstellen von Nutzungsprofilen erheblich und stellt damit eine umsetzbare und realistische Maßnahme zum Schutz der Privatsphäre dar. Beim Online-Shopping hingegen ist die Angabe von Echtdaten unerlässlich.

Weitere Nutzung verbieten und einschränken

Kunden sollten der Nutzung und Übermittlung ihrer Daten zum Zweck von Werbung, Markt- oder Meinungsforschung stets vorsorglich widersprechen. Nur so können Konsumenten relativ sicher sein, dass sie keine ungebetenen Briefe, E-Mails oder Anrufe von Firmen erhalten, die sie gar nicht kennen. Wichtig ist auch, auf versteckte Einwilligungserklärungen im Kleingedruckten zu achten und zweifelhafte Zustimmungen zu streichen. Ebenfalls wichtig: Nicht nur Web-Anbieter, auf deren Seiten man sich gerade tummelt, sondern auch andere, die man gerade nicht besucht, können ihre Duftmarken in Form von Cookies hinterlassen. Das Setzen solcher Drittanbieter-Cookies kann über die Einstellungen des Browsers verhindert werden.

Wichtige Daten verschlüsseln

Ist die Bekanntgabe etwa der Konto- oder Kreditkartennummer online unvermeidlich, dürfen diese sensiblen Daten am besten nur verschlüsselt gesendet werden. Eine sichere Verbindung erkennen Nutzer am geschlossenen Vorhänge-Symbol in der Adresszeile des Browsers und an Webadressen, die mit "https" statt "http" beginnen.

Unbekannte E-Mails ignorieren

Wer einen Absender nicht kennt, sollte dessen E-Mail nicht lesen und die Anlage niemals anklicken. Dahinter verbirgt sich häufig eine Spam- oder Phishing-Attacke. Die Nachricht ist meist eine Spam- oder Phishing-Mail, die einzig dem Ziel dient, den Empfängern durchs Einschleusen schädlicher Viren Daten aus deren Computern zu entlocken.

Privates nur engen Freunden preisgeben

Fans von Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. sollten den direkten Zugriff auf ihre persönliche Selbstdarstellung, auf ihre Nachrichten, Fotos und Videos nur abgestuft zulassen. Lediglich die engsten Freunde dürfen in den sozialen Netzwerken alles sehen. Fremden sollte der Zugang zum eigenen Profil strikt verwehrt werden.

Bisherige Angaben überprüfen, löschen oder widerrufen

Wer viel Privates im Internet ungeschützt verbreitet, vermittelt ein teilweise ungewolltes Bild von sich über die eigene Gesundheit, Interessen, den Lebensstil bis hin zum finanziellen Budget. Um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, was an persönlichen Einblicken öffentlich im Netz kursiert, kann von Firmen und Auskunfteien, die persönliche Daten sammeln und verwenden, eine Auskunft über die gespeicherten Angaben verlangt werden. Falsche Daten müssen auf eigenen Wunsch ebenfalls korrigiert oder gelöscht werden. Wer einem möglichen Datenmissbrauch von vornherein einen Riegel vorschieben will, sollte persönliche Angaben – etwa Telefon- und Faxnummern sowie E-Mail-Adresse – nicht in öffentliche Verzeichnisse eintragen. Wurde eine Einwilligung zur Erhebung und Nutzung persönlicher Daten bereits erteilt, kann diese Erlaubnis im Nachgang bei den jeweiligen Unternehmen wieder rückgängig gemacht werden.