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FAQ Schadstoffe: Kosmetik

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Allergie durch Abschminktücher

Früher habe ich Abschminktücher benutzt, von denen ich Ausschlag bekam. Bei mir wurde daraufhin eine Kontaktallergie gegen Chlormethylisothiazolinon und Methylisothiazolinon festgestellt. Ich habe gehört, dass diese jetzt in Kosmetik verboten sind. Kann ich mich darauf verlassen? (07.06.2019)

In Kosmetikprodukten, die auf der Haut verbleiben, wie Cremes oder Abschminktücher, sind die Chlormethylisothiazolinon (CMI) und Methylisothiazolinon (MI) mittlerweile verboten.

In abspülbarer Kosmetik z. B. in Duschgel oder Shampoo dürfen diese Konservierungsstoffe weiterhin verwendet werden. Ob diese enthalten sind, verrät das Etikett. Die Inhaltsstoffe werden dort nach Menge unter dem Stichwort „Ingredients“ aufgelistet, Konservierungsstoffe stehen meist ziemlich am Ende der Liste.

In zertifizierter Naturkosmetik, z. B. mit dem Natrue- oder BDIH/COSMOS-Siegel sind diese Konservierungsstoffe verboten. Auch das Siegel des Deutschen Allergie und Asthmabundes (DAAB) und das ECARF-Siegel schließen die Verwendung von Isothiazolinonen aus.

Quellen:

Kosmetikkennzeichnung

Warum stehen auf Pflegeprodukten wie z. B. Cremes oder Duschgelen die Inhaltsangaben nicht auf Deutsch wie bei Lebensmitteln? (07.06.2019)

Die EU-Kosmetik-Verordnung schreibt lediglich eine Kennzeichnung der Inhaltsstoffe mit den internationalen INCI Bezeichnungen (INCI: International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) vor. Eine deutsche Auflistung der Inhaltsstoffe ist freiwillig und muss im Gegensatz zur gesetzlich vorgeschriebenen „Ingredients“-Liste nicht vollständig sein. Bei chemisch-synthetischen Kosmetikinhaltsstoffen wäre die deutsche Bezeichnung auch nicht besser verständlich, aber bei botanischen Bezeichnungen wäre sie für Verbraucher sehr hilfreich.

Wenn Sie mineralölbasierte und chemisch-synthetische Inhaltsstoffe vermeiden wollen, ohne die Inhaltsstoffe zu studieren, können Sie auf Naturkosmetiksiegel achten. Das DAAB-Siegel (DAAB Deutscher Allergie und Asthma Bund) hilft Verbrauchern, Kosmetik die weitgehend frei ist von allergieauslösenden Inhaltsstoffen zu erkennen. Hier finden Sie Informationen zu Kosmetikprodukten und deren Inhaltsstoffen.

Sensitive Kosmetik

Ich habe sehr empfindliche Haut. Kann ich mich darauf verlassen, dass ich sensitive Kosmetik besser vertrage? Oder woran kann ich sonst besonders hautverträgliche Cremes, Duschgele etc. erkennen? (07.06.2019)

Werbeaussagen wie „sensitiv“ oder „für empfindliche Haut“ sind gesetzlich nicht geregelt. Sie garantieren also nicht unbedingt, dass keine allergieauslösenden oder hautreizenden Stoffe enthalten sind. Daher sind auch in sensitiv ausgelobten Produkten teilweise hautreizende Tenside (waschaktive Substanzen) oder allergieauslösende Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe enthalten.

Für empfindliche Haut ist weniger oft mehr. Daher ist es besser, wenige sorgfältig ausgewählte Produkte sparsam zu verwenden. Beispielsweise können entfettende, schäumende Inhaltsstoffe die Haut noch mehr austrocknen.

Naturkosmetiksiegel wie das Natrue- oder BDIH-Siegel verbieten deutlich mehr problematische Inhaltsstoffe als die Kosmetikverordnung. Trotzdem garantieren auch sie nicht, dass keine allergieauslösenden Stoffe enthalten sind. Denn auch natürliche ätherische Öle oder Pflanzenextrakte können Allergien auslösen.

Die Kombination eines Naturkosmetiksiegels mit dem Siegel des deutschen Allergie- und Asthmabundes ist eine gute Wahl, da in diesem Fall folgende Stoffe zusätzlich zu den Naturkosmetikstandards nicht enthalten sein dürfen:

  • Duftstoffe, Aromastoffe, ätherische Öle
  • Konservierungsstoffe, die als Kontaktallergene bekannt sind
  • Farbstoffe, die als Kontaktallergene bekannt sind
  • weitere Inhaltsstoffe, die als Kontaktallergene bekannt sind wie Lanolin (Wollfett)
  • Inhaltsstoffe, die bereits in geringen Mengen zu Irritationen der Schleimhäute, Augen oder Haut führen können

Sie können auch anstelle von Cremes und Lotionen reine Pflanzenöle, beispielsweise Mandelöl oder Jojobaöl, zur Hautpflege verwenden und auf diese Weise Emulgatoren, Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe vermeiden.

Shampoo-Seife oder Shampoo-Bar?

Ich bemühe mich Plastikverpackungen zu sparen und würde auch gerne bei Haarshampoo auf die Plastikflasche verzichten. Gibt es einen Unterschied zwischen Shampoo-Seifen und Shampoo-Bars?  Sind die Inhaltsstoffe der Flüssigshampooalternativen in jedem Fall umweltfreundlich und verträglich? Sind diese Alternativen auch für lange Haare geeignet? (30.08.2019)

Beide Varianten sparen Einwegplastikflaschen und helfen Plastikmüll zu vermeiden. Haarwaschseifen, enthalten als waschaktive Substanzen genau wie "normale" Seifen die Salze von Fettsäuren. Sie enthalten in der Regel weniger freie Fette als rückfettende Körperseifen. Das Waschergebnis ist eventuell ungewohnt für normale Shampoonutzer, da der pH-Wert alkalischer als bei  Shampoos in der Flasche. Hartes Wasser kann außerdem dazu führen, dass sich unlösliche Kalkseifen bilden, die das Waschergebnis beeinflussen. In einschlägigen in Foren wird empfohlen, nach Benutzung der Haarseife eine saure Spülung (auch Rinse genannt) mit stark verdünntem Essig (1-2 Esslöffel pro Liter Wasser) oder stark verdünnter Zitronensäure zu machen.

Es gibt außerdem seifenfreie, feste Shampoos, die ähnliche oder sogar die gleichen waschaktiven Substanzen (Tenside) wie Shampoos in der Flasche enthalten, eben nur kein Wasser. Das Waschergebnis ist durchaus vergleichbar. Meist werden diese auch als Shampoo-Bar oder festes Shampoo bezeichnet.

Auf jeden Fall lohnt sich auch bei den abfallarmen Shampooalternativen ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Teilweise werden hier stark entfettende, hautreizende Tenside wie "Sodium Lauryl Sulfate" eingesetzt. Bei Shampoo-Alternativen, die als zertifizierte Naturkosmetik angeboten werden, sind viele problematische Inhaltsstoffe verboten.

Oft wird empfohlen, mit diesem Shampoobar oder der Shampooseife die nasse Kopfhaut direkt einzuseifen. Schonender ist es, den Schaum  zunächst in den Händen zu produzieren und dann den Schaum auf der nassen Kopfhaut zu verteilen. Auch bei langem Haar genügt es, nur die Kopfhaut einzuschäumen, beim Ausspülen des Schaums wird der Rest der Haare gereinigt aber nicht zu sehr entfettet.

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Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf diese Verbraucheranfragen den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Veröffentlichung wiedergibt.

 

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