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FAQ Ressourcenschutz an Schulen

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Hier beantworten wir häufige Fragen zum Thema Ressourcen.

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Was sind Ressourcen?

Unter Ressourcen versteht man sowohl nachwachsende Rohstoffe wie Holz und Nahrungsmittel, als auch nicht nachwachsende Rohstoffe wie Gesteine, Erze und die fossilen Energieträger, Kohle, Gas und Erdöl. Auch Land- und Wasserflächen der Erde sind eine begrenzte Ressource. Zusätzlich gibt es noch immaterielle Ressourcen wie Artenvielfalt (Biodiversität) oder die Fruchtbarkeit der Böden. Unsere Konsumentscheidungen beeinflussen in unterschiedlichem Maße den Verbrauch von Ressourcen. Auch nachwachsende Ressourcen können verschwinden, wenn z.B. ein fruchtbarer Acker durch Erosion kaum noch Erträge bringt.

Welche Ressourcen sind besonders knapp?

Laut zweier aktueller Studien sind besonders einige Metalle knapp. Darunter Zinn, Zink und Blei. Aber auch die weniger bekannten Metalle wie Palladium, Indium und Niob. Sie werden für die Herstellung von Elektrogeräten benötigt. So ganz genau kann man nicht sagen, welche Metalle besonders knapp sind. Je seltener ein Rohstoff, desto höhere Preise kann man für ihn verlangen. Dadurch werden auch Rohstoffvorkommen wirtschaftlich nutzbar, die jetzt noch nicht angetastet werden, etwa weil sie zu tief in der Erde liegen. Wenn Rohstoffe knapp sind und ihre Förderung teuer, steigen auch die Preise für die Produkte, in denen die Rohstoffe verbaut sind.

Fossile Energieträger wie Kohle und Öl werden wir noch für einige Jahrzehnte zur Verfügung haben. Auch hier ist aber mit steigenden Preisen zu rechnen.

Wie sehen Folgen von übermäßiger Ressourcennutzung aus?

Die Folgen der Ressourcennutzung sind für uns in Westeuropa nur selten sichtbar. Als ressourcenarmes Land beziehen wir den größten Teil unserer Rohstoffe und Produkte aus dem Ausland. Dort sind die Umwelt- und Sozialfolgen jedoch eine große Belastung. Der Abbau von Erzen und Mineralien führt häufig zur Zerstörung ganzer Landschaften. Minen verbrauchen große Wassermengen, so dass das Grundwasser in den Regionen mit intensivem Bergbau absinkt und Pflanzen vertrocknen. Der Abraum der Bergwerke setzt Schwermetalle frei, die Gewässer vergiften oder als Staub die Böden belasten. Pflanzen gehen ein und das Wasser kann nicht mehr getrunken werden. Häufig werden Wälder abgeholzt und die einheimische Bevölkerung vertrieben, um an die Rohstoffe zu kommen, die unter ihren Dörfern liegen, etwa beim Aluminiumabbau auf Jamaika oder beim Steinkohlenbergbau   in den USA. Ein  Beispiel für Zerstörung weiter Landstriche und Zwangsvertreibung von Bewohnern gibt es auch in Deutschland: die Braunkohletagebaue am Niederrhein oder in der Lausitz.

Die Aufbereitung und Verwendung der gewonnenen Rohstoffe verbraucht viel Energie und beschleunigt so den Klimawandel - bei Kohle kommt die Freisetzung von Treibhausgasen durch Verbrennung dazu. Am Ende der Nutzungskette von Produkten stehen unsere Abfälle. Auch sie müssen sicher entsorgt werden damit sie nicht die Umwelt und unsere Gesundheit belasten.

Was ist der Ökologische Rucksack?

Jedes Produkt verbraucht auch Energie und Ressourcen, die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. Das gilt für den gesamten Lebensweg eines Produktes: von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, Verpackung, Transport und den Gebrauch bis hin zur Entsorgung. Alle diese Stationen werden auch als "Lebenszyklus eines Produktes" bezeichnet. Zusammengenommen füllen sie den sogenannten ökologischen Rucksack, also die Umweltbelastung, die jedes Produkt auf dem Buckel trägt. Der ökologische Rucksack gibt in Kilogramm den Materialbedarf eines Produktes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg an. Nehmen wir das Beispiel Gold: Ein Ring ist vielleicht fünf Gramm schwer. Sein Ökologischer Rucksack bringt aber 2.000 Kilogramm auf die Waage. Das ist die Menge an goldhaltigem Gestein plus der Energie aus Kohle oder Öl, die gebraucht wird, um das Gold zu gewinnen und den Ring herzustellen.

Der größte Teil des Ökologischen Rucksacks ist also am Produkt selbst nicht sichtbar. Diese Art der Berechnung hilft aber zu verstehen, wie viel "Natur" wir durch unser Einkaufverhalten verbrauchen und wie wir schonender mit ihr umgehen können.

Wie geht Ressourcenschutz an der Schule?

Jeder von uns verbraucht stetig Ressourcen, ob auf der Arbeit, Zuhause oder in der Schule. Als öffentliche Einrichtung haben Schulen eine besondere Vorbildfunktion und können jungen Menschen Ideen für ihren späteren Lebensstil mitgeben. Die Möglichkeiten für Ressourcenschutz in der Schule sind ganz unterschiedlich. Nicht jede Schule kann eine Solaranlage auf dem Dach installieren, doch eine verbesserte Abfalltrennung und das Sparen von Papier sind zwei Maßnahmen, die sich überall umsetzen lassen. Auch eine Reparatur AG oder ein Büchertauschregal sind leicht umsetzbare Möglichkeiten, um Ressourcenschutz lebendig zu gestalten.

Auch direkt im Unterricht finden sich für das Thema Anknüpfungspunkte: Rohstoffe und deren Gewinnung im Erdkunde- und Wirtschaftsunterricht; Recycling im Chemie und Physikunterricht.

Wie kann ich ressourcenschonend konsumieren?

Bei der Auswahl von Produkten gibt es häufig eine ressourcenschonende Alternative. So ist es für den Ressourcenverbrauch günstiger, einen Gegenstand, den man nicht oft benötigt, zu leihen als einen neuen zu kaufen. Bei Papier kann man Recyclingpapier mit dem Blauen Engel wählen statt Frischfaserpapier, für das Bäume gefällt werden müssen. Ökologisch hergestellte Lebensmittel sind in der Regel auch ressourcenschonender als konventionelle. Da man nur schwer erkennen kann, ob es sich um ein ressourcenschonendes Produkt handelt, bleibt nur die Möglichkeit sich an unabhängigen Siegeln wie dem Blauen Engel oder dem EU-Biosiegel zu orientieren. Eine gute Übersicht über Siegel und Label gibt es unter: www.label-online.de

Was hat Abfallvermeidung mit Ressourcenschutz zu tun?

Am besten ist natürlich der Abfall, der gar nicht erst entsteht. Hier kann mit guten Projekten die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf die Müllberge gelenkt werden und gemeinsam Ideen zu deren Vermeidung entwickelt werden. Einfache Maßnahmen sind die Benutzung von Brotdosen statt Alufolie oder die Verwendung von Mehrwegflaschen.

Warum spart Abfalltrennung Rohstoffe?

Abfalltrennung ist ein sehr einfacher Beitrag zum Ressourcenschutz. Durch eine gute Abfalltrennung wird das Recycling sehr erleichtert. Abfälle in der Restmülltonne werden verbrannt und sind für das Recycling verloren. Durch das Recycling können Materialien wie Papier, Glas, Metalle und einige Kunststoffe mehrmals wieder benutzt werden. In Schulen bietet sich die zusätzliche Aufstellung von Papiertonnen und der gelben Tonne für Wertstoffe an. Durch eine Sensiblisierung der Schüler/-innen und mit Unterstützung des Hausmeisters und des Reinigungspersonals, kann die Menge an übrigem Restmüll deutlich verkleinert werden. Erfolgreiche Trennung spart Müllgebühren ein, die dann der Schule für andere Zwecke zur Verfügung stehen. Restmüll ist nämlich in der Entsorgung immer am teuersten.

Wie beeinflusst die Art der Schulverpflegung den Ressourcenverbrauch?

Auch durch unsere Ernährungsgewohnheiten können wir den Ressourcenverbrauch steuern. Zwar wachsen unsere Nahrungsmittel rein theoretisch unbegrenzt nach, doch ihr Anbau verbraucht Landfläche, Dünger, Treibstoff für die Maschinen und Energie für die Verarbeitung. Pflanzenschutzmittel und Gülle belasten die Gewässer. Wurden die Nahrungsmittel schon in vielen Schritten verarbeitet, z.B. als Fertiggericht gekocht, tiefgefroren dann aufwändig verpackt, wurden  viele Ressourcen verbraucht. Je weniger verarbeitet ein Produkt ist, umso besser für den Ressourcenschutz.

Besonders ressourcenintensiv sind tierische Produkte, da für diese erst Futterpflanzen angebaut werden, um diese an Tiere zu verfüttern. Die Gülle der Tiere wird - insbesondere in der Massentierhaltung - zur Belastung für das Wasser.  Auch die Wahl zwischen Bio- und herkömmlicher Ernährung hat einen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch.

Wir sparen Energie - reicht das nicht?

Energiesparen ist auch fast immer ein Beitrag zum Ressourcenschutz und ein erster wichtiger Schritt. Kohle, Öl und Gas werden damit eingespart, doch andere knapper werdende Stoffe - etwa Metalle - werden so nicht geschont. Daher kann Ressourcenschutz nicht allein durch Energiesparen realisiert werden. Beim Neukauf von energiesparenden Geräten, ist außerdem nicht immer eine gute Ressourcenbilanz zu erwarten. Wer seinen drei Jahre alten Computer ersetzt, weil ein neues Modell 20 Prozent weniger Strom verbraucht, tut der Umwelt unterm Strich keinen Gefallen. In der Herstellung eines neuen Gerätes wird so viel Energie verbraucht wie der  Computer in etwa 10 Jahren Dauerbetrieb verbrauchen würde. Solche Abwägungen sind oft nicht ganz leicht, aber notwendig.

Welche politische Bedeutung hat Ressourcenschutz?

Der Schutz unserer Ressourcen wird von vielen Experten als Problem genau so wichtig eingeschätzt wie die Minderung von Treibhausgasen zum Stopp des Klimawandels. Überall entwickeln daher Regierungen Pläne zum Schutz von Ressourcen. Häufig spielt auch die langfristige Sicherung des Zugriffs auf bestimmte Rohstoffe eine Rolle für die Politik, denn nur so lässt sich der Lebensstandard in unserer Gesellschaft aufrecht erhalten. Die Bundesregierung hat mir dem Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) ein richtungsweisendes Papier für die Zukunft vorgelegt. Demnach sollen Ressourcenschonende Industrien und Innovationen gefördert werden. Bürger sollen für das Thema sensibilisiert werden. Ressourcenschonender Konsum soll einfacher werden z.B. durch leicht erkennbare Siegel wie dem Blauen Engel. Die Abfallwirtschaft soll weiter zu einer Kreislaufwirtschaft entwickelt werden, in der möglichst keine Ressourcen verloren gehen. Hierfür werden Gesetze angepasst und Förderprogramme aufgelegt. Natürlich kommt es auch hier zu Interessenkonflikten.

Können neue Wirtschaftsmodelle zum Ressourcenschutz beitragen?

Anstatt stetig neue Ressourcen zu entnehmen, macht es viel mehr Sinn, die bereits vorhandenen Rohstoffe länger und besser zu nutzen. Das heißt zum Beispiel, Produkte länger zu nutzen, indem man sie haltbarer baut oder leichter reparieren kann. Man kann sie aber auch intensiver nutzen - durch Teilen. Anstatt die Bohrmaschine viele Tage ungenutzt im Keller verstauben zu lassen, kann man sie vom Nachbarn leihen, wenn man eine benötigt. Das spart Geld und die Produktion einer weiteren Bohrmaschine. Der Ski oder Surfbrettverleih ist schon ein lang etabliertes Geschäftsmodell das hilft, dass weniger Ski produziert werden und die meiste Zeit ungenutzt herumstehen. Internetbörsen und Facebookgruppen machen es leicht möglich Gebrauchtwaren zu kaufen und wieder verkaufen. Teilen (engl. "Sharing") ist auf dem Weg zum Megatrend. Das Motto der "Sharing-Begeisterten": Nutzen statt Besitzen.

Was ist der Unterschied zwischen Klimaschutz und Ressourcenschutz?

Klima und Ressourcenschutz ergänzen sich hervorragend. Eigentlich handelt es sich nur um eine andere Betrachtungsweise des gleichen Gegenstandes. Geht man beim Klimaschutz vom CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen aus, die durch unser Konsumverhalten freigesetzt werden und so den Klimawandel voran treiben, betrachtet man beim Ressourcenschutz die einzelnen Materialien, die wir konsumieren und ihre gesamten Umweltauswirkungen, inklusive Treibhausgas-Ausstoß. Besonders ressourcenintensive Produkte bedingen auch immer einen hohen Ausstoß an Klimagasen.

Ist Biodiversität auch eine Ressource?

Auch wenn Biodiversität nicht materiell ist oder bei der Herstellung von Produkten verbraucht wird, handelt es sich um eine Ressource. Die Vielfalt der Arten und die größtmögliche Unterschiedlichkeit ihrer genetischen Zusammensetzung hat einen hohen Wert für die Stabilität von Ökosystemen - und damit für den Erhalt unserer Lebensgrundlage. Durch Raubbau an der Natur, wie der Abholzung von Wäldern, schreitet der Verlust der Arten rapide voran. Das UN Ressource Panel schätzt den Verlust der Artenvielfalt als Risiko ein. Mit der schwindenden Artenvielfalt gehen auch Gene verloren, die bei Zuchtpflanzen etwa wichtig für die Ausbildung von Resistenzen sind und auch für die Herstellung von Medizin unerlässlich sind.

Was macht die Verbraucherzentrale NRW selbst für den Ressourcenschutz?

Aus unserem Leitbild:

"Wir unterstützen und motivieren Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Umsetzung von zukunftsfähigen und verantwortungsvollen Konsum- und Lebensstilen."

"Wir achten auf unsere Vorbildfunktion in Fragen der Nachhaltigkeit"

Wir beziehen für die meisten unserer Beratungsstellen und das Verwaltungsgebäude Ökostrom. Das Verwaltungsgebäude wurde 2012 energetisch saniert und die Heizanlage erneuert. Um den Papierkonsum zu verringern wurde 2008 eine Papierleitlinie beschlossen und der Papierverbrauch gesenkt. Wir verwenden im internen Gebrauch und für unsere Printerzeugnisse nahezu 100 Prozent Recyclingpapier das den Kriterien des Blauen Engels entspricht. Das gilt auch für das Papier auf den Mitarbeitertoiletten.

Bei der Beschaffung achten wir auf Nachhaltigkeits- und Gesundheitsaspekte und verzichten auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie PVC und Weichmacher und eine gute Recyclebarkeit der Produkte.  Fast alle Dienstreisen unserer Mitarbeiter finden mit Bus und Bahn statt. Die Benutzung eines Leihwagens oder des Flugzeugs werden nur in ganz wenigen Ausnahmen genehmigt. Wir trennen unsere Abfälle. In unserem Gemeinschaftsraum haben wir ein Büchertauschregal und eine Handysammelbox und einen Wasserspender, der mit Leitungswasser funktioniert. Für einen ersten Praxistest wurde ein Lastfahrrad in der Beratungsstelle Düsseldorf angeschafft.

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