Stichprobe in 50 deutschen Ferienparks

Pressemitteilung vom

Stichprobe in 50 deutschen Ferienparks: Bettwäsche & Extras wild und teuer kalkuliert

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Wer für den Familienurlaub oder Gruppenausflug einen Ferienpark bucht, sollte tunlichst auch auf die Kosten für zusätzlichen Reisekomfort achten. Denn für Bettwäsche, Kinderstühlchen und Hundeschlafplatz wird oftmals satt abkassiert. Das belegt ein Check der Verbraucherzentrale NRW in 50 Ferienanlagen in Deutschland.

Ferienparks und -dörfer liegen in schöner Berglandschaft oder Strandnähe, nennen ihre Unterkünfte kinderfreundlich „Winnetou“ oder seniorengerecht „Waldesruh“. Nur in einem sind sie sich einig: Wer mit Kleinkind oder Vierbeiner anreist, wer Bettwäsche oder Handtücher benötigt, zahlt kräftig drauf.
50 deutsche Feriencamps hat die Verbraucherzentrale ins Visier genommen. Eine Woche sollte der Aufenthalt dauern, jeweils in Unterkünften für sechs Personen. Verglichen wurden die Preise der Zusatzangebote: von separat gebuchter Bettwäsche, von Handtuchsets bis hin zu Kinderbett und Kinderstuhl. Hinzu kamen Extrakosten für die Unterbringung von Haustieren.

Das Ergebnis: Auch beim Ferienhaus schlägt die zweite Miete kräftig zu. Bis zu 40 Prozent im Vergleich zur Hausmiete machten die Nebenkosten im Check aus - und das ohne Berücksichtigung eventueller Strom-, Wasser- oder Heizzuschläge sowie der Reinigungskosten.

Willkürlich erscheint zudem, wie Leistungen kalkuliert werden. Beispiel Bettwäsche: Zwar stellten alle Ferienparks ihren Gästen ein Paket für jeweils eine Woche zur Verfügung. Nur in acht Camps aber gab’s die Bezüge und Laken ohne Aufpreis. Die Mehrzahl der Vermieter (34) kassierte für sechs Personen zwischen 26,40 und 84 Euro.

Weitere acht schnürten ein Großpaket bestehend aus Bett- und Badwäsche. Was drin steckte, war jedoch vor allem bei Bade- und Handtüchern höchst unterschiedlich. So variierte nicht nur die Zahl und Größe der Trockentücher, bisweilen lagen auch Waschlappen oder Duschvorleger im Paket.   
Lediglich vier Anlagen verteilten das große Wäschepaket ohne Aufpreis. Meist waren zwischen rund 70 und 100 Euro zu löhnen. In der Spitze zahlte eine Sechser-Gruppe satte 168 Euro Miete - für „jeweils ein Bettlaken, ein Bett- und ein Kissenbezug“, für „jeweils ein großes Handtuch, 2 kleine Handtücher, 2 Waschlappen“.

Ärgerlich für Familien mit wenig Geld oder Sparfüchse: Jeder fünfte Ferienpark zwang seine Gäste, die Bettwäsche beim Betreiber zu buchen. Eigene Garnituren mitzubringen, stand mithin nicht zur Wahl.

Im Gegensatz zu „gemachten und bezogenen Betten bei der Ankunft“. Diesen Service bewarben zehn Vermieter - zu Gruppenpreisen zwischen neun und 36 Euro.

Kalkulatorisch wild ging´s auch in puncto Möblierung für Kleinkinder zu. Vier von fünf Parks hielten Bettchen und Stühlchen vor, teils sogar für lau. Oftmals waren jedoch 15 bis 20 Euro pro Aufenthalt fällig, in der Spitze sogar 30 Euro.

Ins Geld gingen meist auch mit miturlaubende Haustiere. Sie mussten für eine Woche im Feriendorf zwischen 15 und 91 Euro berappen, selten berechnet als kostengünstige Pauschale, meist als Entgelt pro Tag oder Nacht. Immerhin: Dreimal durften Vierbeiner gratis mit. Bisweilen gab´s allerdings auch ein Hausverbot.

Damit nicht genug: Überaus kreativ zeigte sich die Branche bei weiteren Miet-Services. Kostenpflichtig zu ordern waren etwa Küchen- und Geschirrtücher, Babygitter und Babywanne, Seife- oder Einkaufspaket. 19,95 Euro kostete ein Geschenkset für Kinder: ein „Rucksack gefüllt mit Mal- und Spielbuch sowie Memory Game“. 15 Euro waren wiederum für einen „Komfort Check-Out“ zu blechen. Dafür räumte der Park den Geschirrspüler aus und holte die gemieteten Bettbezüge wieder ab.

Für weitere Informationen:
Georg Tryba, Tel. (0211) 38 09-108
georg.tryba@verbraucherzentrale.nrw

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