Schöne neue Verbraucherwelt: Neuerscheinung zu Big Data

Pressemitteilung vom

Schöne neue Verbraucherwelt: Neuerscheinung zu Big Data

Der Band "Schöne neue Verbraucherwelt?" versammelt unterschiedliche soziologische und juristische Perspektiven zu den Folgen von Big Data.

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Die schöne neue Verbraucherwelt beschert Konsumenten nicht nur ein optimiertes Leben, sondern auch ungeahnte Gefahren: Die unberechtigte Zahlungsforderung eines Unternehmens etwa kann das seriöse Ansehen von Verbrauchern ebenso in Misskredit bringen wie ein vorübergehend klammes Konto. Das Registrieren von banalen Missgeschicken und Vergehen gesellen sich zum immer größer werdenden digitalen Fußabdruck von Konsumenten hinzu und hinterlassen lästige, unauslöschliche Spuren. Zusammenhänge und Auswirkungen der allgegenwärtigen Sammelwut von Konsumentendaten stehen im Zentrum des fünften Bandes "Schöne neue Verbraucherwelt? Big Data, Scoring und das Internet der Dinge" der Schriftenreihe "Beiträge zur Verbraucherforschung", die kostenfrei vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW (KVF NRW) bei der Verbraucherzentrale NRW herausgegeben wird.

Ausgangspunkt: Mit der Fähigkeit große, auch unstrukturierte Datenmengen zu speichern, miteinander zu verknüpfen und zu analysieren, können intelligente Datenerfassungssysteme zielgerichtete Schlüsse ziehen. Verhaltensweisen werden dadurch vorhersagbar und manipulierbar. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, Kunden passgenau zu bewerben, soziale Auslese zu betreiben und Unternehmensrisiken zu minimieren. Verbraucherinnen und Verbraucher werden zu auswertbaren Datenlieferanten, ohne dass ihnen die dahinter liegenden Strukturen und Mechanismen transparent sind.

Der Band "Schöne neue Verbraucherwelt?" versammelt unterschiedliche soziologische und juristische Perspektiven zu den Folgen von Big Data. Exemplarisch werden Auswirkungen für Verbraucher an Beiträgen zur Sicherheit in vernetzen Fahrzeugen, zu Chancen und Risiken eines smarten Stromnetzes und über Verbrauchermanipulation durch unkontrollierte Datenauswertungen thematisiert. Neben renommierten Forscherinnen und Forschern aus Nordrhein-Westfalen zählt auch der Mitverfasser des Manifests für eine digitale Demokratie, Dirk Helbing, zu den Autoren. In seinem Artikel reagiert Helbing skeptisch auf die Hoffnungen, die mit Big Data als "Super-Intelligenzen" verknüpft werden. Helbig weist in seinem Beitrag auf die Gefahren einer automatisierten Gesellschaft hin, die zunehmend auf Basis von Big-Data-Analysen Entscheidungen trifft. Er wirbt stattdessen für die Nutzung einer kollektiven Intelligenz, die auf Partizipation ausgerichtet ist.

Die Beiträge der Open-Access-Schriftenreihe des KVF NRW bieten einen verständlichen Zugang zur wissenschaftlichen Diskussionen aktueller und zukunftsorientierter Verbraucherthemen. Hierzu fließen die Ergebnisse der halbjährlichen Workshops des KVF NRW in die Schriftenreihe ein, mit dem Ziel, die den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und der Zivilgesellschaft zu Verbraucherthemen stärker anzukurbeln. Das KVF NRW ist ein Kooperationsprojekt der Verbraucherzentrale NRW mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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