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Widerrufsrecht futsch? Auch Google braucht Zustimmung im Play Store

Stand:

Wer etwas im Internet bestellt, kann in den meisten Fällen die Bestellung 14 Tage lang widerrufen. Bei digitalen Gütern wie Filmen, Songs oder Spielen kann das anders sein, wenn der Download begonnen hat. Dazu müssen Kunden aber dem Verlust ihres Widerrufsrechts ausdrücklich zustimmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google informierte Kunden im Play Store beim Kauf von Dateien nicht ausreichend über den Verlust des Widerrufsrechts.
  • Das hat das Landgericht Köln nach einer Klage der Verbraucherzentrale NRW entschieden.
  • Google hat Berufung beim Oberlandesgericht Köln eingelegt.
Hand hält Smartphone mit App-Icons von Google Play
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Millionen Nutzer von Android-Smartphones laden Dateien bei Google Play herunter. Betrieben wird der offizielle Appstore des Betriebssystems Android von der Google Commerce Limited. Sie informiert bislang nicht korrekt über den Verlust des Widerrufsrechts, hat das Landgericht Köln im Mai 2019 entschieden (Az. 31 O 372/17, nicht rechtskräftig). Damit hat sich das Gericht unserer Meinung angeschlossen; wir hatten Google genau deshalb verklagt.

Google verkauft und verleiht unter anderem Filme, Musik, Hörbücher oder Apps in Form von Dateien. Dabei gilt generell: Kunden, die im Internet etwas kaufen, haben ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Das kann nur erlöschen, wenn sie vor dem Kauf ausdrücklich zugestimmt haben, dass der Download beginnen soll. Außerdem müssen Kunden ihre Kenntnis darüber bestätigen, durch den Start des Downloads ihr gesetzliches Widerrufsrecht zu verlieren.

Vor dem Urteil konnten Kunden das im Play Store bislang nicht bestätigen. Vor dem Klick auf den "Kaufen"-Button gab Google lediglich folgenden Hinweis: "Wenn du auf 'Kaufen' klickst, stimmst du den Google Play-Nutzungsbedingungen zu. Du stimmst außerdem zu, dass deine Bestellung sofort ausgeführt wird und du damit dein gesetzliches Widerrufsrecht verlierst (außer bei Dienstleistungen ...)."

Für das Landgericht Köln reichte der Hinweis nicht aus. Denn den Nutzern müsse der Verlust ihres Widerrufsrechts deutlich vor Augen geführt werden. Mit dem Klick auf "Kaufen" liege der Fokus aber darauf, die Bestellung abzuschließen. Kunden müssten ausdrücklich zustimmen, dass der Download sofort starten soll und sie dadurch ihr Widerrufsrecht aufgeben.

Das Gericht stellte außerdem allgemein klar, dass diese Zustimmung nicht durch eine Voreinstellung herbeigeführt werden darf. Ein Kästchen, das also bereits angekreuzt ist, wäre somit ebenfalls nicht zulässig.

Änderungen beim Kaufprozess im Play Store muss es zunächst noch nicht geben. Denn die Google Commerce Limited hat Berufung beim Oberlandesgericht Köln eingelegt.