Wenn Starkregen das Haus trifft

Stand:

Die starken Regenfälle und Überschwemmungen im Juni und Juli haben landesweit für schwere Gebäudeschäden gesorgt. Häuser sind nicht mehr oder nur noch teilweise bewohnbar und viele Menschen benötigen Unterstützung beim Aufräumen, Trocknen und Sanieren. Mit Sicht auf die nächsten Wochen und Monate ist es für die Betroffenen besonders wichtig, Schimmelbildung zu vermeiden sowie Heizungsanlagen wieder funktionstüchtig zu machen oder Ersatz zu bekommen.

Keller vollgelaufen - Grundhochwasser
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Die Verbraucherzentrale NRW hat einige Tipps zusammengestellt, um langfristige Folgeschäden zu reduzieren.

  • Schaden schnellstmöglich melden:
    Um gegenüber Versicherungen immer auf der sicheren Seite zu sein, muss ein Wasserschaden sofort oder, wie es meist in den Vertragsbedingungen formuliert wird, „unverzüglich“ gemeldet werden. Das gilt auch für Meldungen an Vermieter:innen, deren Versicherungen ebenfalls eine unverzügliche Information voraussetzen. Vor Ort sollte der Schaden mit Smartphone oder Kamera als Foto oder Film dokumentiert werden.
  • Eingetretenes Wasser zügig beseitigen:
    Das Beheben eines Wasserschadens verlangt zum einen, die unmittelbaren Zerstörungen und Beschädigungen zu beseitigen und zum anderen, nachhaltige Trockenheit wiederherzustellen. Häufig mischen sich beim Sanieren die Bereiche und die Arbeit führt zu einer „ganzheitlichen“ Baustelle. Am Wichtigsten sind Schnelligkeit und Gründlichkeit. Qualifizierte Sachverständige können die Größe und das Ausmaß der Feuchteschäden in Mauerwerk und betroffenen Bauteilen lokalisieren und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen bestimmen. Wichtig dabei ist auch die Inspektion möglicher nicht sichtbarer Schäden, wie Bereiche unter dem Estrich oder an Wänden, die verkleidet sind.
  • Trocknen der Bauwerkschäden:
    Nach der Beseitigung von stehendem Wasser, Schlamm und Bauwerksschäden sowie der oberflächlichen Reinigung folgt die fachgerechte Trocknung des Mauerwerks. Beim Trocknen eines Wasserschadens wird mit Luft und Wärme gearbeitet. Je nach Baustoff und Lage des Bauteils muss die richtige Kombination, Anwendung und Dauer bestimmt sowie der Trocknungsprozess überwacht werden. Während bei Wänden und Decken meist eine Behandlung von außen ausreicht, ist der Aufwand bei durchfeuchteten oder durchnässten Böden, wie zum Beispiel bei der Estrichtrocknung, wesentlich höher.
  • Schimmel bildet sich sehr schnell:
    Kann bei einem Wasserschaden nicht schnell genug getrocknet wer-den, finden schon nach wenigen Tagen viele Schimmelpilze optimale Wachstumsbedingungen. Das kann schnell zu einem großflächigen Be-fall führen, der nicht nur die Gesundheit der Bewohner:innen gefährdet, sondern auch die Bausubstanz. Wichtig ist, jede Feuchtigkeit und Nässe zu lokalisieren und restlos zu beseitigen, um so Schimmel und weitere Bauschäden zu verhindern.
  • Heizung vom Fachbetrieb prüfen lassen:
    Nach der Beseitigung von Schlamm und Wasser sind Heizung und Lei-tungen auf mögliche Beschädigungen zu untersuchen. Hierbei helfen Sachverständige der Versicherung oder ein Heizungsfachbetrieb. Stand die Heizung komplett unter Wasser, kann die Elektronik irreparabel beschädigt sein und meist eine neue Heizung notwendig. Wenn nur Teile, wie beispielsweise die Heizungspumpe vom Hochwasser be-troffen waren, ist eine Reparatur machbar. Doch gerade bei einer Öl-heizung, sollten sich Eigentümer:innen fragen, ob eine Reparatur sich lohnt. Durch austretendes Heizöl entstehen Umweltschäden und man-cherorts in Nähe von Gewässern sind die bereits verboten oder müssen aufwendig vor Hochwasser gesichert werden. Zudem gibt es effizi-entere Alternativen Heizenergie zu erzeugen, für die es attraktive För-derprogramme gibt.

Erste Antworten auf Fragen von Betroffenen gibt es außerdem auf unserer Themenseite Starkregen, Hochwasser, Unwetter.

 

Rat und Hilfe:

  • In der Beratungsstelle vor Ort:
    Beratungsstellenübersicht
    service@verbraucherzentrale.nrw
  • Beratung für Hauseigentümer:innen kostenfrei zum Schutz vor Rückstau und Überflutung unter der Rufnummer 0211/3809-300 oder unter der E-Mail-Adresse abwasser@verbraucherzentrale.nrw
  • Für Fragen rund um Schimmel und Feuchtigkeit sowie zur Heizungsanlage, zu baulichen Möglichkeiten des Wiederaufbaus und zur Haussanierung stehen Energieberater:innen kostenfrei am Telefon oder bei einer Videoberatung zur Verfügung.
    Termine können über den Energielotsen unter der Rufnummer 0211 / 33 996 555 vereinbart werden. Sie können auch Ihren Beratungsbedarf online melden und werden zurückgerufen.