Kündigungen zum Jahresende bei ENNI – das können Sie nun tun

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Der Energieversorger ENNI, der auch Grundversorger in Moers und Neukirchen-Vluyn ist, kündigt zahlreiche Verträge zum Jahresende. Betroffen sind insbesondere Stromlieferverträge. Uns erreichen zurzeit viele Beschwerden, dass die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde.

Zeitgleich macht ENNI Verbraucher:innen ein neues Vertragsangebot mit enorm gestiegenen Preisen. Und auch die Grundversorgung Strom und Gas wird zum 1.1.2023 deutlich teurer und ist für Verbraucher:innen keine günstige Alternative.

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Kündigungsfrist nicht eingehalten – Verbraucher:innen sollten Widerspruch einlegen

Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben, sollten Sie in den Vertragsunterlagen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nachlesen, welche Kündigungsfrist genau vereinbart wurde und prüfen, ob in ihrem Fall die Kündigung fristgerecht zugegangen ist.

In einigen uns bekannten Fällen hatte ENNI Verträge zum 31.12.2022 gekündigt, allerdings ohne dabei die Kündigungsfrist von sechs Wochen einzuhalten. Davon betroffen sind Kund:innen verschiedener "Fixstrom"-Tarife. Die Schreiben, die meist zum 14.11.2022 datiert sind, trafen bei vielen Verbraucher:innen nach deren Angabe erst ab dem 22.11.2022 - und damit zu spät - ein. 

In diesen Fällen sollten Sie Widerspruch gegen die Kündigung einlegen und die Weiterversorgung zu den bisherigen Bedingungen fordern. Denn: eine Kündigung von Energielieferverträgen ist nur dann wirksam, wenn das Kündigungsschreiben fristgerecht zugegangen ist. Der fristgerechte Zugang der Kündigung liegt im Verantwortungsbereich des Anbieters, in diesem Fall: ENNI. Dieser muss nachweisen, dass die Schreiben rechtzeitig Kund:innen zugegangen sind. Wenn die Frist verpasst wurde, ist die Kündigung unwirksam und der Vertrag läuft wie für diesen Fall in den AGB vereinbart weiter. 

Inzwischen hat ENNI reagiert und Kund:innen, die Kündigungen verspätet erhalten haben, aufgerufen, sich bei dem Unternehmen zu melden.

Auch sogenannte "Basistreue-Tarife" wurden gekündigt

Diese wurden von Verbraucher:innen noch in diesem Jahr abgeschlossen und liefen auf unbestimmte Zeit. Dabei gab es monatlich die Möglichkeit zu kündigen. Die Verträge für "treue Kunden" wurden nun auch zum Ende dieses Jahres gekündigt. Hier sind die Kündigungen zwar offenbar fristgerecht geschehen, Kund:innen sind dennoch verärgert. Denn das neue Angebot bedeutet auch für sie enorme Preissteigerungen.

Strom- und Gaspreise stark gestiegen – es gibt aber auch Alternativen

In den neuen Angeboten, die ENNI unterbreitet, sind die Tarife deutlich teurer als bisher. Zudem müssten Sie sich auf einem hohen Preisniveau für zwei Jahre binden. Da die Preise zurzeit insgesamt sehr stark schwanken, ist es ratsam genau zu prüfen, auf welche Preisbindung man sich festlegen möchte.

Bei ENNI lagen die Preise bisher beispielsweise in einem der "Fixstrom"-Tarife für eine Kilowattstunde bei 26,70 Cent, nun steigen sie auf 54,92 Cent. In einem uns vorliegenden "Basistreue Strom"-Tarif lag der Preis für eine Kilowattstunde zuvor bei 26,18 Cent. Zudem sind die Preise der Grundversorgung bei Strom gestiegen: von 38,60 auf 62,74 Cent pro Kilowattstunde.

Bei Gas hat sich die Grundversorgung ebenfalls verteuert. Hier zahlen Verbraucher:innen nun 26,81 Cent pro Kilowattstunde. Das bedeutet einen Anstieg um fast 10 Cent pro Kilowattstunde von zuvor 16,98 Cent.

Auch bei Heizstromkund:innen hat sich der Tarif fast verdoppelt. Zahlten sie vorher mit einem eigenen Zähler noch 32,84 Cent die Kilowattstunde im Niedertarif, liegt der Preis nun bei 56,70 Cent.

Daher lohnt sich in jedem Fall ein Blick in die Vergleichsportale. Hier finden sich schon Tarife ab immerhin 44 Cent pro Kilowattstunde bei Strom, bei Gas ab ca. 19 Cent pro Kilowattstunde. Sie können also Alternativen finden und sollten den Anbieter wechseln.

Zudem werden voraussichtlich zum 1. März 2023 (und rückwirkend zum 1. Januar 2023) die Strom- und Gaspreisbremse eingeführt, was den Preisanstieg abfedert. Hier werden die Arbeitspreise aller Voraussicht nach auf 40 Cent pro Kilowattstunde bei Strom und 12 Cent pro Kilowattstunde Gas für 80 Prozent des Verbrauchs gedeckelt. Für den Rest des Verbrauchs sollen Kund:innen aber die hohen Preise zahlen. Daher ist es sinnvoll, nach einem möglichst günstigen Tarif zu schauen.