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Ed Sheeran nicht in Düsseldorf: Rückgabe der Tickets

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fällt ein Konzert aus, sollte nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW der Kaufpreis erstattet werden.
  • Das für Düsseldorf geplante Konzert wurde auf zwei Abende am 22. und 23. Juli in Gelsenkirchen verlegt.
  • Der Veranstalter bietet generell eine Rückerstattung bei Konzertausfall sowie Terminverlegung in seinen AGB an und verweist auf die Vorverkaufsstellen.
  • Online gekaufte Tickets sollten am besten per Wertbrief mit Rückschein zurückgeschickt werden.
Ticket für Ed Sheeran in Essen bzw. Düsseldorf
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Generell gilt nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW, dass sowohl bei Konzertausfällen als auch bei Terminverlegungen eine Erstattung des Ticketpreises erfolgen sollte – unabhängig davon, was möglicherweise Gegenteiliges in den AGB des Veranstalters zu finden sein mag. Voraussetzung ist aber, dass überhaupt ein Termin vereinbart wurde, das Konzert also zu einem genannten Datum stattfinden sollte. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist dies bei den Tickets zum Ed-Sheeran-Konzert der Fall.

Veranstalter übertragen häufig die Rückerstattung des Ticketpreises auf die Vorverkaufsstellen. Und auch auf den Seiten des Veranstalters für den Düsseldorfer Ed-Sheeran-Termin findet man entsprechende, generelle Informationen: Im Falle einer endgültigen Absage oder einer terminlichen Verlegung eines Konzerts besteht laut AGB der "FKP Scorpio" die Möglichkeit, den Nettokartenpreis gegen Vorlage der Karten bei der entsprechenden Vorverkaufsstelle erstattet zu bekommen. Ausgeschlossen werden hier allerdings die Vorverkaufsgebühren sowie Versandkosten. Dies sollte somit auch für das Düsseldorfer Ed-Sheeran-Konzert gelten, was vom Veranstalter auch so bestätigt wird.

Wer Tickets online gekauft hat und sie zurückgeben möchte, sollte sie zumindest als Einwurf-Einschreiben oder per Einschreiben mit Rückschein an den Tickethändler zurück senden. Bei einem Einschreiben werden im Falle eines Verlusts allerdings nur maximal 25 Euro Schadenersatz geleistet. Sicherer wäre daher eine Rücksendung per Wertbrief mit Rückschein. Dabei sollte man erklären, dass man vom Vertrag zurücktreten möchte. Wichtig: Einlieferungsbeleg und Rückschein sowie bei Einwurf-Einschreiben die Bestätigung über die Zustellung via Sendungsverfolgung ausdrucken und aufheben! Ideal wäre sogar ein Zeuge, der beim Verpacken und der Versendung des Tickets dabei ist. Unter Umständen ist diese Abwicklung je nach Angaben des Händlers bzw. Ticketportals auch per E-Mail möglich.

Mögliche Rückerstattung am Beispiel Eventim

Der Ticketanbieter Eventim weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass betroffene Ed-Sheeran-Fans neue Tickets für die Veranstaltung in Gelsenkirchen erhalten und die alten Tickets ungültig werden würden. Für eine Erstattung müssten die neuen Tickets bis zum 7. Juli (Poststempel) an den Ticketanbieter geschickt werden, ansonsten seien mit Annahme der Karte bzw. dem Konzertbesuch alle weiteren Ansprüche abgegolten.

Wenn möglich, sollten sich Ticketinhaber für das ausfallende Düsseldorfer Konzert an das vorgesehene Verfahren halten. Klappt das allerdings nicht – weil zum Beispiel die neuen Tickets nicht rechtzeitig ankommen –, spricht aus unserer Sicht viel dafür, dass betroffene Ticketbesitzer auch nach dem 7. Juli ein gesetzliches Rücktrittsrecht haben. Außerdem bezweifeln wir, dass die Frist angemessen ist. Schließlich müssen die Betroffenen zunächst noch auf den Erhalt des neuen Tickets warten, bevor sie dieses zurückschicken können.

Aus unserer Sicht können Ed-Sheeran-Fans auch schon vor dem Erhalt neuer Tickets ihren Rücktritt erklären, um die gesetzte Frist einzuhalten. Mit der Rückzahlung kann der Ticketanbieter jedoch warten, bis die neuen Karten zurückgeschickt wurden. Dies sollte unserer Meinung nach auch für Verbraucher gelten, die nur das ursprüngliche Ticket vorweisen können, weil sie das neue Ticket z. B. wegen eines Verlusts auf dem Postweg nie erhalten haben.

Muss ich eine andere Kartenkategorie akzeptieren?

Da das Konzert nun an einem anderen Ort stattfindet, haben sich z.T. auch die Plätze und Preiskategorien geändert. Wenn die neuen Plätze nach objektiven Kriterien wesentlich schlechter sind, könnten Ticketinhaber unserer Ansicht nach gegebenenfalls den Preis mindern. Dies wird jedoch vom konkreten Einzelfall abhängen. Schwierig dürfte sein, diese "objektiven Kriterien" auszumachen. Für den einen mag ein Stehplatz mit freier Platzwahl der beste Platz sein, da die Chance besteht, ganz nah an der Bühne zu stehen. Für den anderen könnte dies bedeuten, dass er für eine gute Sicht nun viele Stunden früher anreisen müsste - was ihm vielleicht aber nicht möglich ist. Sollte jedoch ein extra gebuchter Sitzplatz weit vorne mit freier Sicht nun einem Stehplatz am hinteren Ende gewichen sein, spricht viel für eine wesentliche Verschlechterung.

Unser Rat: Versuchen Sie gegenüber dem Veranstalter zu begründen, warum für Sie eine bestimmte Preiskategorie gleichwertig ist. Versuchen Sie, eine Umbuchung zu erreichen oder fordern diesen zur Erstattung eines entsprechenden Teilbetrags des Ticketpreises auf. Wenn das keinen Erfolg hat, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, die Karten zurückzugeben und auf das Konzert zu verzichten. Oder Sie akzeptieren die veränderte Preiskategorie und versuchen nach dem Konzert, auf dem Rechtsweg eine Preisminderung zu erzielen.

Mehr Informationen zu den Rechten von Konzertbesuchern: "Festivals und Konzerte: Von Abbruch bis zu kurz"