Rückreise aus dem Urlaub: Quarantäne und Corona-Test bei Risikogebieten

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Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Die Kosten werden nur übernommen, wenn Sie Symptome für Corona aufweisen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einreisende aus Risikogebieten müssen sich direkt nach Ankunft nach Hause oder an einen anderen geeigneten Ort begeben und sich dort 10 Tage lang in häuslicher Quarantäne aufhalten. Sie müssen außerdem das Gesundheitsamt kontaktieren.
  • Ab dem 11. Januar 2021 gilt außerdem die sog. Zwei-Test-Strategie: Einreisende aus Risikogebieten nach Deutschland werden verpflichtet, ein negatives Testergebnis bei der Einreise vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. Alternativ kann auch eine Testung direkt nach der Einreise in Deutschland erfolgen.
  • Auch wenn zu diesem Zeitpunkt ein negatives Testergebnis vorliegt, besteht weiterhin die zehntägige Quarantänepflicht. Die Isolationszeit kann jedoch frühestens nach 5 Tagen durch ein weiteres, negatives Testergebnis beendet werden.
  • Einige Fluggesellschaften setzen schon vor der Einreise ein negatives Testergebnis voraus. Für Ausreisende besteht in der Regel eine Testmöglichkeit im Testcenter am Flughafen. Informieren Sie sich am besten rechtzeitig, ob die Testpflicht auch für Ihre Airlines zutrifft.
Jemand wird im Auto sitzend mit einem Tupfer durch eine Rachenprobe auf das Coronavirus getestet.
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Im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 müssen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten für 10 Tage in Quarantäne begeben. Zudem müssen Sie sich sofort bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden. In den Bundesländern gelten Einreiseverordnungen, in denen auch Ausnahmeregelungen für bestimmte Personengruppen geregelt sind.

In diesem Artikel schildern wir die Regelungen für Auslands-Reisen. Informationen zu Reisen innerhalb von Deutschland finden Sie in unserem entsprechenden separaten Text.

Einreise aus einem Risikogebiet

Reisen Sie nach Deutschland ein und haben sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten?

  • Einreisende aus Risikogebieten müssen sich direkt nach Ankunft nach Hause oder an einen anderen geeigneten Ort begeben und sich dort 10 Tage lang in häuslicher Quarantäne aufhalten. Für Reisende aus Risikogebieten besteht die außerdem Verpflichtung, unverzüglich nach der Einreise das Gesundheitsamt zu kontaktieren und auf das Vorliegen der Quarantänepflicht hinzuweisen.
  • Die Pflichtquarantäne kann auf 5 Tage reduziert werden, sofern später ein weiteres, negatives Testergebnis vorliegt.

Seit dem 15. Dezember 2020 werden die Kosten für den Corona-Test bei symptomfreien Einreisenden aus Risikogebieten nicht mehr übernommen. Grundlage hierfür ist die Coronavirus-Testverordnung vom 30. November 2020.

Sie können sich unter der Telefonnummer 116 117 oder im Internet unter www.116117.de informieren, wo Sie in Wohnortnähe einen Test machen können. Wer sich beim Hausarzt testen lassen möchte, sollte unbedingt vorher dort anrufen.

Bis das Testergebnis vorliegt, begeben Sie sich bitte unbedingt in Quarantäne!

Hinweis: Die Umsetzung der Quarantäneregelungen erfolgt durch Rechtsverordnungen der Bundesländer. Letztendlich verbindlich ist das Recht des Bundeslandes, in das Sie einreisen bzw. in dem Sie sich aufhalten.

Beachten Sie auch mögliche Ausnahmeregelungen zur Quarantänepflicht nach dem Recht Ihres Bundeslandes (insbesondere Durchreisende und Grenzpendler).

Ausführliche Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseland finden Sie außerdem hier.

Wie lange muss ich in Quarantäne bleiben?

  • Grundsätzlich gilt die 10-tägige Quarantänepflicht.
  • Frühestens 5 Tage nach der Einreise kann ein Corona-Test gemacht werden. Wenn das Ergebnis negativ ist, wird die Quarantäne aufgehoben.
  • Das Testergebnis muss nach der Testung 10 Tage aufbewahrt sowie der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorgelegt werden.
  • Sollten trotz negativem Test binnen 10 Tagen nach der Einreise Covid-19-typische Symptome auftreten, muss das Gesundheitsamt sofort benachrichtigt werden. Ein weiterer Test ist dann notwendig.

Ausnahmen von der Quarantänepflicht

Die Muster-Quarantäneverordnung des Bundes beinhaltet Ausnahmeregelungen von der Quarantänepflicht. Diese gelten aber nur, wenn die betreffende Person keine Covid-19-typischen Symptome aufweist. Diese können je nach Bundesland in den Landesverordnungen auch abweichend geregelt sein. Maßgeblich für Einreisende bleiben auch künftig weiterhin die Regelungen der jeweiligen Bundesländer.

Ausnahme von der Quarantäne- und Testpflicht sind nach der Bundesregelung vorgesehen zum Beispiel für Transitreisende, Reisen in Nachbarländer von unter 24 Stunden, familiäre Besuche von bis zu 48 Stunden, für Berufspendler sowie Beschäftigte bestimmter Berufsgruppen wie beispielweise des Gesundheitswesens.

Ausnahmen in Nordrhein-Westfalen

  • Für Einreise aus einem Risikogebiet nach NRW gilt seit dem 5. Januar 2021 eine gesonderte Regelung: Grundsätzlich sind auch Einreisende nach NRW verpflichtet, eine zehntätige Quarantäne vorzunehmen. Diese Einreisequarantäne kann jedoch vermieden werden, wenn der Reisende 48 Stunden vor oder 24 Stunden nach der Einreise aus dem ausländischen Risikogebiet sich auf das Coronavirus testen lässt und das Ergebnis negativ ist.
  • Sollte die Testung unmittelbar nach der Einreise erfolgen, müssen Einreisende jedoch in die Quarantäne, bis das Ergebnis vorliegt.
  • Demnach besteht eine zehntätige Quarantänepflicht nur dann, wenn das Testergebnis positiv ausfällt.
  • Ein Corona-Schnelltest ist dabei ausreichend, alternativ kann auch eine PCR-Testung durchgeführt werden.
  • Ausgenommen von dieser Regelung sind Einreisende aus Großbritannien und Südafrika. Einreisende aus diesen Ländern müssen weiterhin zwingend einen Test vorweisen. Zudem muss hier die zuständige Gesundheitsbehörde über die Einreise informiert werden (Siehe auch: Zwei-Test-Strategie).
  • Grundlage hierfür ist die aktualisierte Coronaeinreiseverordnung  - (CoronaEinrVO) vom 20. Dezember 2020.

Befreiung von der Quarantänepflicht

Nach der aktualisierten Coronaeinreiseverordnung - (CoronaEinrVO) vom 20. Dezember 2020 sind von der Quarantänepflicht unter anderem befreit:

  • Durchreisende (vorausgesetzt, das Gebiet des Landes NRW wurde schnellstmöglich verlassen)
  • jede Reisetätigkeit im Grenzverkehr mit den Niederlanden, Belgien und Luxemburg für bis zu 24 Stunden
  • Verwandtenbesuche (Besuch von Verwandten ersten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten oder Lebensgefährten oder bei einem geteilten Sorgerecht (max. 48 Stunden)
  • Warentransporte und Diplomaten/Abgeordnete bei Aufenthalten von unter 48 Stunden
  • tägliche oder wöchentliche Grenzpendler und Grenzgänger

Einreisende aus sogenannten Risikogebieten sind trotz der Befreiung von der Einreisequarantäne verpflichtet, sich vor der Einreise digital unter www.einreiseanmeldung.de anzumelden. Ausnahmen bestehen für Durchreisende, Personen im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs bei einem Aufenthalt von unter 24 Stunden sowie für Personen, die beruflich bedingt in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, um grenzüberschreitend Personen oder Waren zu transportieren.

Was sind Corona-Risikogebiete?

Zu den Risikogebieten gehören viele Länder außerhalb Europas wie die USA, Russland oder die Türkei. Aber auch innerhalb Europas sind verschiedene Risikogebiete ausgewiesen. Bei Deutschlands direkten Nachbarländern gilt zum Stand 28. Dezember 2020:

  • Niederlande: Das gesamte Land (inkl. der autonomen Länder) gilt als Risikogebiet.
  • Belgien: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Luxemburg: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Frankreich: Das gesamte Kontinentalfrankreich sowie verschiedene Überseegebiete gelten als Risikogebiete.
  • Schweiz: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Österreich: Fast das gesamte Land gilt als Risikogebiet. Ausnahmen sind die Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal.
  • Tschechien: Ganz Tschechien gilt als Risikogebiet.
  • Polen: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Dänemark: Das gesamte Land mit Ausnahme der Färöer und Grönland.

Darüber hinaus gibt es in Europa weitere Risikogebiete, z.B. das gesamte Land Spanien inklusive der Kanarischen Inseln.

Besonders unter Beobachtung stehen international außerdem Großbritannien und Südafrika. In beiden Ländern verbreiten sich Mutationen des Coronavirus, die möglicherweise deutlich ansteckender sind.

Ob Sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, können Sie einer Liste des RKI entnehmen, die laufend aktualisiert wird.

Einreiseanmeldung vor Rückreise aus einem Corona-Risikogebiet

Vor der direkten Einreise aus einem Risikogebiet müssen Sie die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und abschicken. Sie ersetzt seit dem 8. November die Aussteigekarte in Papierform. Auf www.einreiseanmeldung.de müssen Sie Reise- und Kontaktdaten angeben, die an die für Ihren Wohnort oder Aufenthaltsort zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet werden. Sie kontrolliert, dass Sie die notwendige Quarantäne einhalten.

Bitte beachten Sie, dass eine Einreiseanmeldung erforderlich ist, andernfalls kann eine Beförderung zum Beispiel mit dem Flugzeug gar nicht erfolgen. Sofern Sie eine digitale Reiseanmeldung nicht vornehmen können, können Sie in Ausnahmefällen stattdessen eine Ersatzmittelung in Papierform ausfüllen. Bitte legen Sie in diesem Fall das Schriftstück auf Verlangen dem Beförderer oder im Falle einer polizeilichen Grenzkontrolle den Beamten vor. Das Formular finden Sie beim Bundesgesundheitsministerium.

Gibt es Sanktionen?

Bei Verstoß gegen die genannten Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweispflicht oder zur häuslichen Quarantäne können die zuständigen Behörden Bußgelder verhängen.

Was gilt für Reisende aus Nicht-Risikogebieten?

Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten können sich freiwillig testen lassen. Die Kosten dafür müssen Sie selbst tragen. Grundlage ist ein Beschluss der Ministerpräsidenten vom 27. August 2020. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen genutzt werden für mehr Tests in Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Den Test können Sie an entsprechenden Teststationen am Flughafen, Bahnhof oder anderen Knotenpunkten oder beim niedergelassenen Arzt durchführen lassen.