Rückreise aus dem Urlaub: Corona-Test bei Risikogebieten Pflicht

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Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich auf das Coronavirus testen lassen. Die Kosten werden übernommen. Wenn Sie aus einem Nicht-Risikogebiet zurückkehren, haben Sie dagegen keinen Anspruch mehr auf einen kostenlosen freiwilligen Test.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einreisende aus internationalen Corona-Risikogebieten müssen sich seit dem 8. August bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen.
  • Alternativ können Sie ein negatives Corona-Testergebnis aus Ihrem Reiseland vorlegen, das höchstens 48 Stunden alt sein darf.
  • Wenn Sie aus einem Nicht-Risikogebiet zurückkehren, haben Sie keinen Anspruch mehr auf einen kostenlosen freiwilligen Test.
Jemand wird im Auto sitzend mit einem Tupfer durch eine Rachenprobe auf das Coronavirus getestet.
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Im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 müssen sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten kostenlos auf das Coronavirus testen lassen (siehe auch die entsprechende Veröffentlichung des Bundesgesundheitsministeriums). Der Hintergrund für die Pflicht: Kehren Sie aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurück, müssen Sie sich ohne vorliegendes Testergebnis direkt nach Ankunft nach Hause oder Ihrem Zielort für bis zu 2 Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Zudem müssen Sie sich sofort bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden. In den Bundesländern gelten Einreiseverordnungen, in denen auch Ausnahmeregelungen für bestimmte Personengruppen geregelt sind. Erst wenn das Ergebnis des Pflicht-Tests vorliegt, dürfen Sie die Quarantäne verlassen.

In diesem Artikel schildern wir die Regelungen für Auslands-Reisen. Informationen zu Reisen innerhalb von Deutschland finden Sie in unserem entsprechenden separaten Text.

Wer muss bei seiner Einreise einen Test machen?

Alle Rückkehrer aus so genannten Risikogebieten müssen seit dem 8. August 2020 bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Test vorweisen können, der nicht älter als zwei Tage ist. Wer einen solchen Test nicht vorweisen kann, muss sich testen lassen. Das gilt sowohl für Einreisende an den Flughäfen als auch für jene, die auf dem Land- oder Seeweg nach Deutschland einreisen. Grenznahe Pendler sind ausgenommen.

Dann gilt:

  • Kehren Sie von einer Reise in einem Risikogebiet zurück, müssen Sie sich entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise, z.B. direkt am Flughafen, am Bahnhof oder im grenznahen Bereiche bei einer dafür vorgesehenen Autobahnraststätte.
  • Alternativ können Sie sich unter der Telefonnummer 116 117 informieren, wo Sie in Ihrer Wohnortnähe einen Test machen können.
  • Wichtig: Wer sich beim Hausarzt testen lassen möchte, sollte unbedingt vorher dort anrufen und einen Termin vereinbaren.
  • Der Test in Deutschland ist für Sie kostenlos.
  • Bis ein negatives Testergebnis vorliegt, müssen Sie sich selbst bis zu 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und an die Quarantäne-Regeln halten.
  • Um die Quarantäne früher beenden zu können, müssen Sie ein negatives Testergebnis binnen 72 Stunden beim zuständigen Gesundheitsamt vorlegen.
  • Die Testbescheinigung muss in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein.
  • Reisen Sie aus einem Risikogebiet zurück, können aber keinen Test nachweisen, müssen Sie sich bei der Einreise auf Aufforderung der zuständigen Behörden testen lassen.

Ein negatives Testergebnis kann immer nur eine Momentaufnahme darstellen. Deshalb ist 5 bis 7 Tage nach dem Test eine Wiederholungstestung sinnvoll. Dieser ist voraussichtlich ebenfalls kostenlos. Angeordnet werden kann ein Wiederholungstest im Einzelfall vom öffentlichen Gesundheitsdienst. Die Kosten sowohl für einen ersten als auch für einen zweiten Test sollen im Rahmen der Testverordnung des Bundes übernommen werden.

Reisende aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich unverzüglich nach Rückkehr beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden, dort Angaben über mögliche Symptome zu machen und einen Test machen zu lassen.

Neue Regeln ab 8. November 2020

Bei einem Gespräch zwischen Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder ist ein neues Vorgehen ab 8. November 2020 beschlossen worden. Ab dann ändern sich einige Punkte:

  • Laut Musterverordnung der Bundesregierung ist eine Verkürzung der Pflichtquarantäne für Reisende aus Risikogebieten von 14 auf 10 Tage vorgesehen. Wer aus einem Risikogebiet einreist, ist verpflichtet, sich sofort in Quarantäne zu begeben und das örtliche Gesundheitsamt zu informieren.
  • Frühestens 5 Tage nach der Einreise kann ein Corona-Test gemacht werden. Wenn das Ergebnis negativ ist, wird die Quarantäne aufgehoben.
  • Sollten trotz negativem Test binnen 10 Tagen nach der Einreise Covid-19-typische Symptome auftreten, muss das Gesundheitsamt sofort benachrichtigt werden und ein weiterer Test gemacht werden.
  • Ausnahmen von der Test- und Quarantänepflicht gelten für Transitreisende, Reisen in Nachbarländer von unter 24 Stunden, familiäre Besuche von bis zu 72 Stunden, für Berufspendler sowie Beschäftigte bestimmter Berufsgruppen wie beispielweise des Gesundheitswesens.

Da die konkrete Ausgestaltung der Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende aus Risikoländern in die Zuständigkeit der Länder fällt, können sich hier je nach Bundesland und Umsetzung der Musterverordnung aber noch Änderungen ergeben.

Was sind Corona-Risikogebiete?

Zu den Risikogebieten gehören viele Länder außerhalb Europas wie die USA, Russland oder die Türkei. Aber auch innerhalb Europas sind verschiedene Risikogebiete ausgewiesen. Bei Deutschlands direkten Nachbarländern gilt zum Stand 22. Oktober 2020:

  • Niederlande: Das gesamte Land (inkl. der autonomen Länder) gilt als Risikogebiet.
  • Belgien: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Luxemburg: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Frankreich: Das gesamte Kontinentalfrankreich sowie verschiedene Überseegebiete gelten als Risikogebiete.
  • Schweiz: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Österreich: Die folgenden Bundesländer gelten derzeit als Risikogebiete: Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz, Vorarlberg mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal, Wien.
  • Tschechien: Ganz Tschechien gilt als Risikogebiet.
  • Polen: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Dänemark: Die Region Hovedstaden gilt als Risikogebiet.

Darüber hinaus gibt es in Europa weitere Risikogebiete, z.B. das gesamte Land Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln.

Ob Sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, können Sie einer Liste des RKI entnehmen, die laufend aktualisiert wird.

Aussteigekarte vor Rückreise aus einem Corona-Risikogebiet

Vor der direkten Einreise aus einem Risikogebiet mit dem Flugzeug, Schiff, Bahn oder Bus müssen Sie eine sogenannte Aussteigekarte ausfüllen. Auf dieser Karte müssen Sie auch Angaben zu Symptomen und einem durchgeführten Test machen. Die Aussteigekarten werden eingesammelt und können an die Gesundheitsbehörden am Wohnort bzw. Zielort der Reisenden in Deutschland weitergegeben werden. Die lokalen Behörden führen dann Stichprobenkontrollen zur Überwachung der häuslichen Quarantäne durch.

Grundsätzlich werden negative Testergebnisse nicht von den Laboren an die Gesundheitsämter gemeldet. Ein negatives Testergebnis müssen Reisende, die aus einem Risikogebiet kommen, daher selbst mit der vom Arzt ausgestellten Testbescheinigung gegenüber dem Gesundheitsamt nachweisen.

Gibt es Sanktionen?

Bei Verstoß gegen die genannten Pflichten zur Meldung, Testung, Nachweispflicht oder zur häuslichen Quarantäne können die zuständigen Behörden Bußgelder verhängen.

Was gilt für Reisende aus Nicht-Risikogebieten?

Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten können sich freiwillig testen lassen. Die Kosten dafür müssen Sie selbst tragen. Grundlage ist ein Beschluss der Ministerpräsidenten vom 27. August 2020. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen genutzt werden für mehr Tests in Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Den Test können Sie an entsprechenden Teststationen am Flughafen, Bahnhof oder anderen Knotenpunkten oder beim niedergelassenen Arzt durchführen lassen.