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Anteile an Wohnbaugenossenschaften sind kein einfacher Sparvertrag

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei den Verbraucherzentralen häufen sich Beschwerden über Wohnbaugenossenschaften. Verbraucher sollen vermögenswirksame Leistungen in Beteiligungen stecken.
  • Darauf weisen die Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen hin.
  • Dabei gilt Vorsicht: Solche Beteiligungen können riskant sein, schlimmstenfalls droht ein Totalverlust.
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Zu vermögenswirksamen Leistungen (VL) geben oft der Arbeitgeber sowie der Staat Zuschüsse und das Geld geht in längerfristige Verträge. Viele Anleger denken dann vielleicht: Was soll da schon schiefgehen? Wohnbaugenossenschaften machen sich dieses Vertrauen in die Anlageform offenbar zu Nutze und versuchen, mit überraschenden Telefonanrufen Beitritte abzuschließen. Aber: Gegenüber anderen Anlageformen, in die Sparer vermögenswirksame Leistungen anlegen können, gibt es Risiken. Schlimmstenfalls droht bei einer solchen Beteiligung sogar der Totalverlust.

Bei den Verbraucherzentralen häufen sich zum Beispiel Beschwerden über ungewollte Mitgliedschaften bei den Genossenschaften GenoKap und Protectum. "Eine Beteiligung an einer Bau- oder Wohnungsgenossenschaft im Rahmen des VL-Sparens ist möglich, ist aber kein üblicher VL-Sparvertrag, sondern eine Unternehmensbeteiligung", warnt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen. "Doch Risiken verstecken oder verharmlosen die Anbieter gerne."

Seien Sie darum vorsichtig, wenn Anrufer unaufgefordert Finanzprodukte anbieten.

  • Hatten Sie vorher nicht Ihr Einverständnis gegeben, sind Werbeanrufe so genannte "cold calls" - und die sind in Deutschland verboten. Notieren Sie sich Telefonnummer, Zeitpunkt und Gesprächsthema. Den Anrufer können Sie dann bei der Bundesnetzagentur melden. Die Behörde kann unter anderem Bußgelder verhängen. Was Sie im Detail bei Werbeanrufen tun können, beschreiben wir in einem separaten Beitrag.

  • Haben Sie einen Vertrag für eine Beteiligung an einer Wohnbaugenossenschaft nicht bewusst abgeschlossen, wehren Sie sich gegen die Forderungen. Wir haben dafür einen Musterbrief, den Sie auf Ihre Bedürfnisse anpassen und verschicken können.

  • Die Mitgliedschaft zu einer Genossenschaft muss schriftlich erfolgen. Nach vielen Beschwerden ist der Gesetzgeber tätig geworden: Am Telefon abgeschlossene Beitritte durch eine mündliche Vollmacht sind seit dem 22.7.2017 nicht mehr erlaubt.

Betroffene können sich außerdem an die Verbraucherzentralen vor Ort wenden. Wie Sie in der derzeitigen Phase niedriger Zinsen generell Geld anlegen können und welche Risiken es dabei jeweils gibt, haben wir in einem Beitrag zusammengestellt. Vorsichtig sollten Sie allgemein bei Produkten des so genannten Grauen Kapitalmarkts sein. Dazu können zum Beispiel auch Beteiligungen an Immobilien zählen.