Neue örtliche Stromanbieter unter der Lupe

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Viele Stromkunden haben Interesse an kommunal verankerten Stromlieferanten. Doch von den 38 Unternehmen, die in NRW seit 2006 neu in den lokalen Stromvertrieb eingestiegen sind, sind nur drei vollständig in städtischem Besitz.

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Die Verbraucherzentrale NRW hat im Juni 2016 "junge" Stromanbieter in Städte- und Gemeindebesitz, die seit 2006 in Nordrhein-Westfalen in den lokalen Stromvertrieb eingestiegen sind, auf den Prüfstand gestellt. Dabei zeigte sich: Wie stark die örtliche Verankerung tatsächlich ist, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. So sind nur drei der 38 Unternehmen im 100-prozentigen Besitz einer einzelnen Kommune. Alle anderen haben mindestens einen weiteren Gesellschafter. Dies sind meist benachbarte Kommunen oder deren Stadtwerke. Auch größere, überregionale Stromanbieter halten aber bei gut 40 Prozent der Unternehmen Anteile. So ist an knapp jedem vierten der untersuchten Unternehmen (24 Prozent) der RWE-Konzern mit Anteilen zwischen 12,46 und 45 Prozent beteiligt. Die Gelsenwasser AG hält Anteile an gut jedem sechsten Anbieter, oft von 49 oder 50 Prozent. Die Gewinne eines Stadtwerks kommen somit nicht unbedingt nur der Kommune zugute – auch wenn die Unternehmensdarstellung im Internet das oft nahelegt.

Service, Vertragskonditionen, Tarife

Durchweg punkten können die neuen kommunalen Stromanbieter bei den Voraussetzungen für persönlichen Service: Alle 38 Unternehmen haben eine Anlaufstelle vor Ort. Ein uneinheitliches Bild ergibt sich bei den Tarifbedingungen. Hier liefern die untersuchten kommunalen Unternehmen nicht automatisch besondere Fairness, auch wenn fast die Hälfte von ihnen damit wirbt. Nur 13 Versorger haben Vertragskonditionen für einen flexiblen Anbieterwechsel, wie ihn die Verbraucherzentrale NRW fordert: mit Tarifen mit maximal einem Jahr Vertragslaufzeit, höchstens einem Monat Folgelaufzeit und einer Kündigungsfrist von maximal vier Wochen. 17 weitere Unternehmen erfüllen diese Anforderungen teilweise oder annähernd, acht aber verfehlen diese weitgehend oder vollständig.

Reine Sparfüchse werden die meisten neuen kommunalen Anbieter nicht von sich überzeugen können. Kunden mit 3.600 kWh Jahresverbrauch könnten beim Wechsel zu einem Tarif mit verbraucherfreundlichen Bedingungen bei anderen Anbietern im Schnitt mehr als drei Mal so viel sparen. In manchen Orten waren aber auch durchaus passable Einsparungen möglich, so dass sich eine Prüfung in jedem Fall lohnt.

Den kompletten Check der neuen kommunalen Stromanbieter inklusive der konkreten Ergebnisse gibt es hier.