Von Flatrate ausgenommen: Telefonkonferenzen als Kostenfalle bei 1&1

Stand:

Seit dem Lockdown und der Kontaktsperre sitzen Millionen von Arbeitnehmern im Home-Office. Telefonkonferenzen ersetzen Meetings im Büro. Die Kosten für die Einwahl per Festnetznummer deckt in der Regel die persönliche Flatrate ab. Bei 1&1 war das nicht so, doch der Anbieter hat inzwischen reagiert.

Außenansicht eines Gebäudes von 1&1 in Montabaur
Off

Mal sind es 3 Euro, mal 17 Euro, es können aber auch mehr als 100 Euro sein: Viele Kunden von 1&1 haben neuerdings Extrakosten auf der monatlichen Telefonrechnung. Das zeigen Beschwerden bei der Verbraucherzentrale NRW. Obwohl die Flatrate-Inhaber Festnetznummern angewählt haben, stellt ihnen der Provider aus Montabaur Anrufe "zu kostenpflichtigen Servicediensten" in Rechnung.

Grund des Ärgers ist eine Kostenfalle. Die von den Kunden gewählten Konferenzdienste sind "nicht von Ihrer 1&1 Telefon-Flat abgedeckt", heißt es im Kleingedruckten. Damit ist 1&1 jedoch eher eine Ausnahme. Auch wenn es die Regelung schon seit Jahren so gibt, schnappt die Falle in Zeiten des Home-Office-Booms durch Corona nun richtig oft zu.

Dabei sind Infos über die Kosten schwer zu finden. Weder auf der Homepage bei "Alle Tarifdetails auf einen Blick" noch in einer weiteren Auflistung der "Tarifkernleistungen" wird über die Zusatzkosten aufgeklärt. Es erfolgt auch keine Info-Ansage nach dem Wählen der Nummern. In einer "erweiterten Preisliste" können Kunden fündig werden. Auf Seite 3 von 9 steht kryptisch: "Servicedienste, die über geografische Festnetznummern realisiert werden – 0,029 Euro."

Dort ist auch ein Link zu einer "Rufnummernliste" gesetzt. Rund 5000 Festnetznummern sind auf 100 Seiten aufgeführt, die die Kunden mit der Nummer ihres Konferenzanbieters abgleichen sollen. Doch selbst wenn es dort keinen Treffer gibt, bedeutet das keine Sicherheit. Die Liste wird stets erweitert – ab Ende März sind 25 neue Nummern dazugekommen.

Nach der Veröffentlichung unser Pressemitteilung, in der wir über die Kostenfalle informiert haben, hat 1&1 reagiert. Im Hilfe-Center teilt der Anbieter mit, dass seit dem 16. Juli auch Service- und Konferenzdienste in den Flatrates für Festnetzgespräche enthalten seien.

Wenn Sie auch betroffen sind, fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob eine Kostenübernahme der angefallenen Gebühren möglich ist.