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Händler bieten bei Amazon nicht immer günstigsten Preis

Stand:

Amazon ist für viele Online-Shopper inzwischen eine zentrale Suchmaschine. Dafür sorgt vor allem eine Fülle an Artikeln und Händlern auf dem Marketplace. Auf ihren eigenen Internetseiten bieten die Shops aber meist niedrigere Preise.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW zeigt: Händler auf dem Amazon Marketplace bieten gleiche Produkte auf eigenen Internetseiten günstiger an.
  • 98 von 100 gesichteten Waren gab es im Händlershop billiger.
  • Tipp: Lassen Sie sich nicht von Markierungen wie "Amazon's Choice" oder "Bestseller Nr. 1" blenden!
Frau sucht am PC auf der Seite von Amazon nach einer Kaffeemaschine.
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Studien zeigen, dass zwei von drei Verbrauchern ihre Shoppingtour bei Amazon starten. Weit mehr als die Hälfte kauft dort auch ein. Der Branchenführer hat nicht nur eigenes Sortiment, sondern bietet mit dem Marketplace auch anderen Händlern eine Verkaufsplattform. So entsteht der Eindruck, ein Besuch bei Amazon garantiere einen hervorragenden Überblick über die Vielfalt des Online-Shopping-Angebots im Internet.

Doch ein Großteil der Anbieter auf dem Marketplace betreibt auch eigene Shops im Internet – und verkauft die gleichen Waren dort durchaus günstiger. Das hat eine Stichprobe ergeben, bei der wir uns je fünf Artikel bei 20 Händlern angesehen haben. Bei 98 der 100 Artikel mussten Kunden weniger bezahlen als in den Amazon-Shops. Der Gesamtpreis inklusive Lieferung für alle 100 Artikel lag am Marketplace fast ein Fünftel (18 Prozent) über dem Preis in den Händler-Shops. Beispiele:

Kaffeeautomat im Amazon-Shop: 840 Euro. Im eigenen Shop verlangte der Händler 673 Euro.
167 Euro günstiger.
Lego-Kranwagen im Amazon-Shop: 251 Euro. Im eigenen Shop: 181 Euro.
70 Euro günstiger.
Espressomaschine im Amazon-Shop: 151,16 Euro. Auf der eigenen Seite verkaufte sie der Händler für 123,95 Euro.
27,21 Euro günstiger.

Bei den gesichteten Produkten handelte es sich fast ausschließlich um Produkte, die Amazon hervorhob – entweder mit einem orangenen Balken "Bestseller Nr. 1" oder mit einem schwarzen "Amazon's Choice", der unter anderem für "preisgünstig" steht. Dass die Händler aber bei Amazon nicht ihre besten Preise bieten, könnte an den Stand- und Verkaufsgebühren liegen. Amazon kassiert 15 Prozent und mehr.

Vor dem Klick auf den "Kaufen"-Button bei Amazon lohnt sich also auch noch mal ein Preisvergleich mit entsprechenden Suchmaschinen. Dadurch können Sie auch noch günstigere Preise bei ganz anderen Anbietern finden. Doch Vorsicht: Fallen Sie dabei nicht auf Fake-Shops herein!