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Diese fünf Facebook-Einstellungen sind vor Gericht durchgefallen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband ist gegen mehrere Facebook-Voreinstellungen erfolgreich vor Gericht gezogen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.
  • Bis dahin können noch Jahre vergehen. Wir zeigen, wie Sie sich schon jetzt um strittige Punkte kümmern können.
  • Das Gericht hat auch eine Klausel zu echten Namen und Daten in den Nutzungsbedingungen gekippt. Hat das Urteil Bestand, kann Facebook mit der beanstandeten Formulierung nicht mehr eine anonyme Nutzung verbieten.
Auf einer Computertastatur liegt eine Brille, in der sich das Facebook-Logo spiegelt.
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Facebook verstößt mit seinen Voreinstellungen und Teilen der Nutzungs- und Datenschutzbedingungen gegen geltendes Verbraucherrecht. Das hat das Landgericht Berlin nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) entschieden (Az. 16 O 341/15). Die Einwilligungen zur Datennutzung, die sich das Unternehmen einholt, sind nach dem Urteil teilweise unwirksam.

Kritische Voreinstellungen schon aktiviert

Alle fünf vom vzbv monierten Voreinstellungen auf Facebook sind nach dem Urteil unwirksam. Da aber sowohl Facebook als auch der vzbv noch Berufung gegen das Urteil einlegen können, ist es noch nicht rechtskräftig. Bis die Sache durch alle Instanzen entschieden ist, können Jahre vergehen.

Bis dahin könnte Facebook die Einstellungen lassen wie sie sind. Drei der fünf haben wir im Februar 2018 noch immer vorgefunden. Darum zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie schon jetzt eingreifen können:

1. Das Facebook-Profil erscheint auf Suchmaschinen als Ergebnis

Ist das Facebook-Profil für Google und Co. sichtbar, werden Sie dort sehr schnell gefunden. Da Facebook (nach dem aktuellen Urteil zu Unrecht) der Meinung ist, dass Sie aufgrund der Klausel in den Nutzungsbedingungen Ihren echten Namen für Ihr Profil angeben müssen, geht das sogar noch leichter. Als wir im Februar 2018 nachgeschaut haben, war das bei einem neuen Facebook-Profil immer noch so voreingestellt. So schalten Sie die Funktion ab:

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Starten Sie auf Facebook, indem Sie in der Desktop-Ansicht rechts oben das Dropdown öffnen und den Punkt "Einstellungen" anklicken. Wollen Sie die Einstellung über die Facebook-App auf dem Smartphone vornehmen, tippen Sie auf die drei waagerechten Striche oben rechts (bei Android) bzw. unten rechts (bei iOS) und anschließend auf "Kontoeinstellungen".

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Wählen Sie als nächstes links "Privatsphäre" aus. Dort findet sich dann der Punkt zu Suchmaschinen.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Nach einem Klick auf "Bearbeiten" öffnet sich die Einstellung. Sie können dann den entsprechenden Haken entfernen.

2. Ihre Interaktion mit Werbeanzeigen wird anderen Facebook-Nutzern angezeigt

Gefallen Ihnen Marken oder Produkte, möchte Facebook das Ihren Freunden zeigen. Der Gedanke: Sie fungieren dann als Verstärker für die Werbebotschaft. Bei der Anzeige sehen Ihre Freunde zum Beispiel Ihren Namen. Auch das war im Februar 2018 noch die Standardeinstellung.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Starten Sie auf Facebook, indem Sie in der Desktop-Ansicht rechts oben das Dropdown öffnen und den Punkt "Einstellungen" anklicken. Wollen Sie die Einstellung über die Facebook-App auf dem Smartphone vornehmen, tippen Sie auf die drei waagerechten Striche oben rechts (bei Android) bzw. unten rechts (bei iOS) und anschließend auf "Kontoeinstellungen".

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Klicken Sie im Menü links auf "Werbeanzeigen".

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Klicken Sie auf "Einstellungen für Werbeanzeigen". Dort finden Sie dann die passende Einstellung.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Nach einem Klick auf "Werbeanzeigen mit deinen sozialen Handlungen" wiederum öffnet sich dieses Fenster. Dort können Sie im Dropdown auf "Niemand" umstellen.

3. Was andere auf Ihrer Chronik veröffentlichen, sehen Freunde sofort

Sie möchten vorher alles kontrollieren, was in Ihrem News Feed bei Facebook landet und für Freunde sichtbar wird? Das gilt erst einmal nicht für Beiträge, die Ihnen andere auf die Seite stellen. Denn Facebook hatte auch im Februar 2018 noch voreingestellt, dass Ihre Freunde dort selbst veröffentlichen können.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Starten Sie auf Facebook, indem Sie in der Desktop-Ansicht rechts oben das Dropdown öffnen und den Punkt "Einstellungen" anklicken. Wollen Sie die Einstellung über die Facebook-App auf dem Smartphone vornehmen, tippen Sie auf die drei waagerechten Striche oben rechts (bei Android) bzw. unten rechts (bei iOS) und anschließend auf "Kontoeinstellungen".

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Klicken Sie im Menü links auf "Chronik und Markierungseinstellungen". Dort findet sich der Punkt, wer Fremdbeiträge in Ihrer Chronik sehen kann.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Nach einem Klick auf "Bearbeiten" öffnet sich die Einstellung. Statt "Freunde" können Sie "Nur ich" auswählen.

4. Drittanbieter und Werbenetzwerke sollten Ihr Bild für Werbung nutzen dürfen

Diesen Punkt haben wir in den aktuellen Facebook-Einstellungen so deutlich nicht mehr gefunden. In der Datenrichtlinie steht sehr allgemein gefasst: "Öffentliche Informationen stehen jedem auf unseren Diensten und außerhalb dieser zur Verfügung und können mithilfe von Online-Suchmaschinen, APIs und Offline-Medien (z. B. im Fernsehen) gesehen werden bzw. es kann so auf sie zugegriffen werden." Und zum Thema Werbung gibt es durchaus noch Einstellungen, die fremde Portale betreffen. So will Facebook Ihnen auch auf anderen Seiten seines "Audience Network" passgenaue Werbung anzeigen.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Starten Sie auf Facebook, indem Sie in der Desktop-Ansicht rechts oben das Dropdown öffnen und den Punkt "Einstellungen" anklicken. Wollen Sie die Einstellung über die Facebook-App auf dem Smartphone vornehmen, tippen Sie auf die drei waagerechten Striche oben rechts (bei Android) bzw. unten rechts (bei iOS) und anschließend auf "Kontoeinstellungen".

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Klicken Sie im Menü links auf "Werbeanzeigen".

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Nach einem Klick auf "Einstellungen für Werbeanzeigen" erscheint der Bereich zu Werbung auf Fremdportalen.

Die Bildergalerie zeigt, wie Sie bei Facebook die Einstellungen vornehmen.

Nach einem Klick auf "Werbeanzeigen in Apps und auf Webseiten, die nicht zu Facebook gehören" können Sie im Dropdown auf "Nein" umschalten.

5. Die Facebook-App verschickte den eigenen Standort an Chat-Partner

Auch diese Funktion haben wir im Februar 2018 so nicht mehr finden können. Facebook hat auf Mobilgeräten mit neuem Konto in Chats nicht mehr an jede Nachricht den eigenen Standort angehängt. Früher war das der Fall, wogegen der vzbv geklagt hatte. Nun gibt es in Facebooks Messenger die Möglichkeit, den eigenen Standort für eine bestimmte Zeit an eine bestimmte Person live zu übertragen statt ihn an jede einzelne Nachricht anzuhängen.

Wer grundsätzlich nicht möchte, dass der Messenger bzw. die Facebook-App den eigenen Standort nutzen, kann schon in den Einstellung seines Betriebssystem den Apps die entsprechende Berechtigung entziehen.

Wir empfehlen außerdem, regelmäßig die Einstellungen von Facebook zu überprüfen. Das Unternehmen strukturiert diesen Bereich öfter um und führt zu Privatsphäre und Co. immer wieder neue Punkte und Formulierungen ein. Eine Übersicht über zahlreiche Facebook-Einstellungen gibt außerdem das Jugendportal Checked4You.

Zu weit reichende Einwilligung zum Nutzen von Daten

Das Landgericht Berlin hat außerdem acht Klauseln in den Nutzungsbedingungen für unwirksam erklärt. Diese enthielten unter anderem vorformulierte Einwilligungserklärungen, wonach Facebook Namen und Profilbild der Nutzer „für kommerzielle, gesponserte oder verwandte Inhalte“ einsetzen und deren Daten in die USA weiterleiten durfte. Die Richter stellten klar, dass mit solchen vorformulierten Erklärungen keine wirksame Zustimmung zur Datennutzung erteilt werden könne.

Unzulässig ist auch eine Klausel, mit der sich Nutzer verpflichten, auf Facebook nur ihre echten Namen und Daten zu verwenden.

Werbung "Facebook ist kostenlos" ist zulässig

Nicht durchsetzen konnte sich der vzbv gegen die Werbung, Facebook sei kostenlos. Der Werbespruch ist nach Ansicht des Verbands irreführend. Verbraucher bezahlen die Facebook-Nutzung zwar nicht in Euro, aber mit ihren Daten. Und diese bringen dem Unternehmen viel Geld ein. Das Landgericht Berlin hält die Werbung dagegen für zulässig, immaterielle Gegenleistungen seien nicht als Kosten anzusehen. Die Richter lehnten außerdem mehrere Anträge des vzbv gegen Bestimmungen in der Facebook-Datenrichtlinie ab. Diese enthalte keine vertraglichen Regelungen.