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Datenpanne bei Google: Neue Regeln für Apps auf Android

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Datenleck: Einige Apps für Google+ konnten auf nicht-öffentliche Infos der Nutzer zugreifen.
  • Google kündigt nun das Ende seines sozialen Netzwerks für private Nutzer an.
  • Beim Betriebssystem Android sollen künftig nur noch wenige Apps auf Kontakte, Anruflisten und Nachrichten zugreifen dürfen.
Finger tippt auf Button "Deinstallieren" bei der Smartphone-App Google+
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Warum will eine App für Musik-Streaming auf meinem Smartphone telefonieren? Die Antwort finden Nutzer oft nur schwer in irgendwelchen Erklärungen oder gar nicht. Bei Googles mobilem Betriebssystem Android sollen einige Berechtigungen in Zukunft nur noch für solche Apps verfügbar sein, die sie nachvollziehbar brauchen. Konkret geht es um Zugriffe auf Interaktionen mit Kontakten, Anruflisten und Nachrichten. "Nur eine App, die Sie als Standardanwendung für Anrufe oder SMS festlegen, wird auf diese Funktionen zugreifen dürfen", teilt Google in einem Blog-Beitrag für Entwickler mit. Ausnahmen soll es noch für Mailbox- und Backup-Apps geben.

Die Änderung ist eines mehrerer Ergebnisse einer internen Überprüfung der Schnittstellen, die Google App-Entwicklern zur Verfügung stellt. Ein weiteres Ergebnis: Es gab eine Datenpanne beim sozialen Netzwerk Google+. Dort war es Apps möglich, Daten auszulesen, die Nutzer auf nicht-öffentlich gestellt hatten. Laut Googles Mitteilung seien dies unter anderem Namen, E-Mail-Adresse, Beruf, Geschlecht und Alter gewesen. Schätzungsweise seien 500.000 Nutzer betroffen, bis zu 438 Apps hätten die entsprechende Schnittstelle genutzt. Solche Apps kommen zum Beispiel zum Einsatz, wenn man sich mit seinen Google-Zugangsdaten auf anderen Internetseiten anmeldet. Im März 2018 habe das Unternehmen die Lücke geschlossen, heißt es. Ihre Existenz hat es aber erst sieben Monate später öffentlich gemacht.

Mehr noch: Google kündigt in der Mitteilung das Ende seines sozialen Netzwerks Google+ für private Nutzer an. Ab August 2019 soll es nur noch für Unternehmen als Ort interner Kommunikation zur Verfügung stehen. Bis dahin können Anwender ihre Daten aus Google+ herunterladen. Unser Online-Jugendmagazin checked4you.de erklärt, wie. Googles Technik-Vizechef Ben Smith erläutert, es sei ein hoher Aufwand, die Nutzererwartungen hinsichtlich der Privatsphäre zu erfüllen. Demgegenüber werde das Netzwerk zu wenig genutzt: 90 Prozent der Mitglieder halten sich höchstens fünf Sekunden bei Google+ auf.