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Abschluss eines Handyvertrags im Laden

Stand:

Im Handyladen vor Ort werden Kunden oftmals von einer Vielzahl an Tarifen und zahlreichen Extras erschlagen. Doch die Shopbetreiber müssen eigentlich mit einem "Produktinformationsblatt" Hilfestellung geben.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei Verträgen mit Zugang zum Internet muss ein Produktinformationsblatt sehr gut sichtbar ausliegen oder dem Kunden ausgehändigt werden.
  • Die Bedingungen im Handyvertrag sollten mit den Angaben im Produktinformationsblatt sowie mündlichen Aussagen des Verkäufers sorgfältig verglichen werden.
  • Im Laden kann man einen Handyvertrag in der Regel nicht innerhalb von 14 Tagen widerrufen! In Kombi mit einem vergünstigtem Handy kann es jedoch anders sein.
Smartphone-Verkäufer berät Kundin im Geschäft
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Damit Ratsuchende eine Chance haben, in dem Gewirr von Kosten, Übertragungsgeschwindigkeit, Datenvolumen, Extras und Tarifen einen für sie passenden Handyvertrag zu finden, sind Shop-Betreiber seit Mitte 2017 verpflichtet, Kunden über die wichtigsten Details vor einem Vertragsabschluss zu informieren. Händler müssen Kunden auf ein nach Vorgaben der Bundesnetzagentur gestaltetes Produktinformationsblatt hinweisen und dieses leicht zugänglich bereitstellen, also entweder sehr gut sichtbar auslegen oder den Kunden aushändigen. Doch diese Vorgabe ist vielfach bloße Theorie. Das ergab eine Stichprobe, die die Verbraucherzentrale NRW im Vorfeld des diesjährigen Weltverbrauchertages (15. März) landesweit in 301 Telefongeschäften durchgeführt hat.

Das Produktinformationsblatt: Transparenz und Vergleich

Ein Produktinformationsblatt enthält die wesentlichen Angaben, die Telefon-, TV- und Internetverträge transparent und miteinander vergleichbar machen. Dazu gehören unter anderem Name des Tarifs, die darin enthaltenen Zugangsdienste, die Vertragslaufzeit, Infos zur Kündigung und Verlängerung des Vertrags, die Datenübertragungsraten in Mbit/s, das Datenvolumen und Informationen zur Drosselung, Preise sowie Name und die ladungsfähige Adresse des Anbieters. Mit Hilfe des Produktinformationsblattes soll sichergestellt werden, dass Kunden die wichtigsten Vertragsdetails auf einen Blick erhalten und mit Angeboten anderer Unternehmen vergleichen können. Das Blatt muss grundsätzlich für alle Verträge bereitgestellt werden, die einen Zugang zum Internet ermöglichen. Weist der Verkäufer während des Verkaufsgesprächs nicht auf das Produktinformationsblatt hin, sollten Sie gezielt danach fragen und um einen Ausdruck bitten. Falls sich der Händler weigert, verstößt er damit gegen seine gesetzliche Informationspflicht. Kunden sollten in einem solchen Fall besser nach einem Shop Ausschau halten, der seinen Servicepflichten nachkommt.

Welcher Handytyp bin ich?

Mobilfunktarife mit höherem Datenvolumen sind meist teurer. Überlegen Sie, welcher Nutzertyp Sie sind und buchen Sie nur, was Sie wirklich brauchen.

  • Typ 1: Geringe Nutzung: wenig telefonieren und SMS; ab und zu eine E-Mail oder WhatsApp-Nachricht: 1 Gigabyte (GB) sollte reichen
  • Typ 2: Mittlere Nutzung: täglich für Mails, Internet und Apps wie z.B. Facebook oder Instagram: mind. 1 GB, besser mehr
  • Typ 3: Intensive Nutzung: Mails, Internet, Apps wie z.B. Facebook, Instagram oder YouTube sowie Streaming-Dienste: mind. 3 GB

Welche Geschwindigkeit brauche ich?

Datenübertragungsraten werden in den Produktinformationsblättern in der Regel in KBit bzw. MBit (KiloBit / MegaBit) pro Sekunde angegeben. Was das praktisch heißt, zeigt ein Beispiel – das Laden eines 45 Sekunden langen HD-Videos dauert:

  • bei 64 KBit/s etwa 6 Stunden
  • bei 1 MBit/s etwa 22 Minuten
  • bei 16 MBit/s etwa 1,4 Minuten
  • bei 50 MBit/s etwa 28 Sekunden
  • bei 100 MBit/s etwa 14 Sekunden

Vertragsbedingungen genau studieren

Die Informationen des Produktinformationsblatts müssen im Vertrag deutlich ins Auge stechen. Wichtig ist, dass die Auskünfte darin mit den Angaben im Vertrag übereinstimmen und Sonderkonditionen im Vertrag schriftlich ergänzt werden. Sie sollten auch prüfen, ob sich mündliche Zusagen des Verkäufers exakt im Vertrag wiederfinden. Vor der Zustimmung zu einem Vertrag sollten Sie alle für den Vertrag relevanten Unterlagen zur Kenntnis nehmen können. Dazu gehören neben dem Vertragsformular auch noch die Leistungsbeschreibung, das Preisverzeichnis, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und eben auch das Produktinformationsblatt. Die Unterlagen sollten am besten zu Hause abgeheftet werden.

Der abgeschlossene Vertrag im Laden gilt

Im Gegensatz zum Internet können im Handyshop abgeschlossene Verträge in der Regel nicht im Nachhinein widerrufen werden. Mögliche Ausnahme: Wenn mit dem Abschluss eines Mobilfunkvertrags etwa zusätzlich ein vergünstigtes Handy oder ein Tablet erworben wird.

Wer es sich zu Hause anders überlegt, ist zunächst an den Vertrag gebunden. Haben Sie Zweifel, ob der Vertrag rechtmäßig zustande gekommen ist oder stellen im Nachhinein fest, dass die Leistungen nicht dem entsprechen, was im Vertrag vereinbart worden ist: Dann sollten Sie rechtlich prüfen lassen, ob der Vertrag angefochten, außerordentlich gekündigt und Schadensersatz geltend gemacht werden kann.